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Deutlich strengere Vorschriften für Besitzer von Waffen - Waffenbehörde des Vogelsbergkreises informiert über neues Waffengesetz – Mehr Sicherheit ist das Ziel

05.06.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Deutlich strengere Vorschriften
für Besitzer von Waffen

Waffenbehörde des Vogelsbergkreises informiert über
neues Waffengesetz – Mehr Sicherheit ist das Ziel

VOGELSBERGKREIS.     5. Juni 2008.

Das Waffengesetz ist geändert worden. Das hat für Besitzer von Waffen aller Art deutliche Auswirkungen. Das Ziel des Gesetzgebers ist es, die Sicherheit zu erhöhen und die Risiken zu minimieren. Zum 1. April 2008 sind weit reichende Änderungen in Kraft getreten, teilt die Waffenbehörde in der Lauterbacher Kreisverwaltung mit. Dabei ist wichtig: Diese Änderungen betreffen nicht nur aktive Sportschützen und Jäger, sondern alle Personen, die im Besitz von Waffen sind – egal ob diese erlaubnispflichtig oder erlaubnisfrei sind. Und: die Reform betrifft nicht nur Schusswaffen, sondern beispielsweise auch Messer.

Der Besitz bestimmter Waffenteile ist anzeigepflichtig

Bisher konnten Teile von Schusswaffen, zum Beispiel Wechsel- und Austauschläufe, ohne Erlaubnis besessen werden. Jetzt muss man diese wieder in die Waffenbesitzkarten eintragen lassen.

Pumpguns grundsätzlich verboten

Vorderschaftrepetierflinten, besser bekannt als Pumpguns, waren in bestimmten Ausführungen bisher schon verboten. Nun sind sie ab 1. Oktober auch dann grundsätzlich verboten, wenn die Waffengesamtlänge in der kürzest möglichen Verwendungsform weniger als 95 Zentimeter oder die Lauflänge weniger als 45 Zentimeter beträgt.

Ehemals scharfe Kurz- oder Langwaffen, die in eine Druckluftwaffe umgebaut und hierzu mit einer Luftdruckenergiepatrone (LEP) ausgerüstet wurden, werden künftig wie die ursprünglichen Schusswaffen behandelt. Der Grund hierfür ist, dass solche Waffen in einer Reihe von Fällen wieder zu Schusswaffen – illegal – zurückgebaut wurden. LEP-Waffen sind deshalb ab 1. Oktober erlaubnispflichtig und die Besitzer dieser Waffen müssen bei der Waffenbehörde eine Erlaubnis hierfür beantragen.

Alle betroffenen Personen werden gebeten, sich bis spätestens 30. September beim Landratsamt zu melden.

Gefährliche Messer müssen zu Hause bleiben

Bereits 2003 wurden einige besonders gefährliche Messer verboten. Jetzt sind auch Einhandmesser verboten. Das sind Klappmesser, die mit einer Hand geöffnet werden können. Auch Messer mit feststehender Klinge von mehr als 12 Zentimeter Länge dürfen nun nicht mehr einfach so mitgenommen werden. Ausnahmen gelten beispielsweise für Angler oder Jäger.

Das Verbot des Mitführens gilt übrigens auch noch für andere Gegenstände und insbesondere für Attrappen von Schusswaffen. Täuschend echt aussehende Spielzeugwaffen müssen also künftig zu Hause bleiben oder gesichert zum Bestimmungsort transportiert werden.

Wer Waffen erbt, muss sich künftig damit auskennen –
oder die Waffen „blockieren“ lassen

Bisher konnte man als Erbe eines Waffenbesitzers dessen Waffen übernehmen, ohne selbst damit vertraut zu sein. Dieses Privileg für Erben gibt es seit dem 1. April nicht mehr. Wer nun Waffen erbt und nicht bereits als Jäger, Sportschütze oder Sammler selbst Inhaber einer waffenrechtlichen Erlaubnis ist, muss die geerbten Waffen mit einem zugelassenen Blockiersystem blockieren lassen, wenn er sie weiter besitzen will. Natürlich können sie aber weiterhin (unblockiert) an berechtigte Personen oder Händler überlassen werden. Da die Waffenbehörde von den Meldeämtern im Kreis über den Tod von Waffenbesitzern benachrichtigt werden muss, wird sich die Behörde wie bisher mit den Erben in Verbindung setzen und diese ausführlich über die notwendigen Schritte informieren.

Tresorpflicht

Schusswaffen und Munition müssen grundsätzlich sicher aufbewahrt werden. Das heißt: alle erlaubnispflichtigen Schusswaffen und die zugehörige Munition gehören in einen Tresor. Das ist nicht neu und gilt auch für Waffen, die schon alt sind oder vor langer Zeit angeschafft wurden. Aber noch immer wird festgestellt, dass scharfe Waffen in Kleiderschränken oder Abstellkammern gelagert werden und damit relativ leicht für Unbefugte zugänglich sind. Wer Waffen nicht sicher wegschließt, riskiert ein Bußgeldverfahren. Größe und Beschaffenheit des notwendigen Tresors sind übrigens abhängig von der Anzahl und der Art der Waffen.

Die Waffenbehörde informiert

Wer unsicher ist, ob die Neuregelungen des Gesetzes auf ihn zutreffen oder welcher Tresor für ihn der richtige ist, wird gebeten, sich an die Mitarbeiterinnen der Waffenbehörde zu wenden unter den Telefonnummern

06641/977-143      oder

06641/977-130