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Projekt „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" erfährt zusätzliche Unterstützung aus dem Bundes-Jugendministerium

24.03.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie –
Gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“ – „Vielfalt tut gut“ im Vogelsbergkreis

Wirkungsvolle Strategien bereits vorhanden –
Sie werden durch das Bundesprogramm unterstützt und weiter entwickelt –
Zu den 100.000 Euro zusätzlich 45.000 Euro aus Berlin

VOGELSBERGKREIS.   20. März 2008

Landrat Rudolf Marx freut sich über die Breite der entwickelten Ideen im Projekt „Vielfalt tut gut“, einem Jugend-Präventionsprojekt für Vielfalt und Toleranz (wir berichteten) und über die Beteiligung vieler gesellschaftlicher Gruppen, darunter die evangelische und die katholische Kirche sowie die Aktion „Gesicht zeigen gegen Gewalt“. Die Resonanz auf das bereits Entstandene sei so gut, so der Landrat, dass das Bundesjugendministerium über die bereits bewilligten 100.000 Euro hinaus weitere 45.000 Euro für das Jahr 2008 bereit stellen wird.

Akteure unterstützen sich gegenseitig – Zukunftskonferenz – Große
Aktion des KJP: Über 3000 Luftballons für Vielfalt und Toleranz 

Die Beteiligung der Initiativen an den geplanten Aktionen gelingt im Vogelsbergkreis unter Regie des Amtes für Jugend, Familie und Sport sehr gut, berichten die Fachleute aus dem Jugendamt. In Novem-ber 2007 veranstaltete die lokale Koordinierungsstelle eine Zukunftskonferenz, an der sich knapp 60 Menschen aller Alterklassen und den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen des Vogelsberg-kreises beteiligten. Dort gelang es Projektideen zu entwickeln  und Projektpatenschaften für Netzwerke, die eigenständig nicht förderfähig sind, zu installieren. Zum Beispiel unterstützt die evangelische Deka-natsstelle für Jugendarbeit Alsfeld das Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus Kirtorf bei der Durch-führung seiner vielfältigen Aktionen im Bereich der Informations- und Präventionsarbeit. Unterstützt durch die örtlichen Schülervertretungen veranstaltete das Kinder- und Jugendparlament des Vogels-bergkreises im Dezember 2007 eine kreisweite Postkartenaktion für Toleranz. 3.200 Schülerinnen und Schüler schickten mit Luftballons ihre Argumente für Vielfalt und Toleranz in die Welt. Die Luftballon sind in unterschiedlichsten Orten Deutschlands angekommen.

Projekte der evangelischen und katholischen Kirche sowie
des Kinder- und Jugendparlaments werden gefördert

Auch 2008 sind ganz unterschiedliche Projekte mit Jugendlichen, Eltern und Multiplikatoren in der Kin-der- und Jugendarbeit geplant. Zusätzlich zur Regelförderung in Höhe von 100.000 Euro hat das Bun-desjugendministerium für das Förderjahr 2008 45.000 Euro Zusatzmittel für die Durchführung von Ein-zelprojekten im Vogelsbergkreis bewilligt. Bereits durch den Begleitausschuss genehmigt wurden Pro-jekte der evangelischen Dekanatsstelle für Jugendarbeit Alsfeld, des Bundes der Katholischen Jugend, des evangelischen Dekanats Vogelsberg in Kooperation mit der Initiative „Gesicht zeigen“, des Arbei-terkulturkartells Alsfeld, des Fördervereins zur Geschichte des Landjudentums im Vogelsbergkreis e.V., der Naturfreunde Lauterbach und des Kinder- und Jugendparlaments.  Dabei handelt es sich um Infor-mationsveranstaltungen, Projekttage zur Demokratieförderung und Stärkung der Zivilcourage, Demo-kratiearbeit mit männlichen jugendlichen Migranten, eine kreisweite Plakataktion für Vielfalt, eine Doku-mentation rechtsextremistischer Tendenzen im Vogelsbergkreis, den Besuch der Gedenkstätten Bu-chenwald und Mittelbau-Dora und Kultur- und Netzwerkveranstaltungen.

Berlin unterstützt das Demokratie-Projekt mit über 300.000 Euro

Das Bundesprogramm des Bundesministerium für Frauen, Familien, Senioren und Jugend „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – Gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitis-mus“ – kurz „Vielfalt tut gut“ ist zunächst auf 3 Jahre ausgelegt und fördert in den alten Bundesländern 3 Projekte pro Bundesland mit einer maximalen Fördersumme von 100.000 € pro Jahr. Nach Einrei-chung der Interessenbekundung im Dezember 2006 wurde der Vogelsbergkreis im Frühjahr 2007 durch die Auswahlkommission auf Platz 1 der Prioritätenliste für das Land Hessen gesetzt. Nach Aussagen des Ministeriums ist diese Entscheidung nicht in Handlungsdefiziten der verantwortlichen Akteure im Vogelsbergkreis in Sachen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus begründet, sondern ganz im Gegenteil darin, dass in der Interessenbekundung überzeugend habe dargelegt werden können, dass das Problem Rechtsextremismus sowohl von Politik, Polizei, Kreisverwaltung und Akteuren der Zivilge-sellschaft deutlich erkannt wurde und wird und vernetzte, wirkungsvolle Gegenstrategien dazu bereits entstanden sind. Diese sollen nun durch das Bundesprogramm unterstützt, effektiviert und weiterentwi-ckelt werden. 

Auf der Ebene der Kreisverwaltung wurden ein Ämternetzwerk und eine lokale Koordinierungsstelle bestehend aus Jugendförderung und Jugendbildungswerk des Vogelsbergkreises zur Steuerung des Projektes installiert. Dafür sind keine Fördermittel vorgesehen. „Voraussetzung für die Förderung ist die Erbringung von Eigenanteilen durch die Landkreise. Eigenanteile sind die Bereitstellung von kommuna-lem Personal sowie von Sachmitteln in der Kommunalverwaltung  zur Durchführung und Abrechnung des lokalen Aktionsplanes.“

Begleitausschuss entscheidet über die Verwendung der Mittel aus Berlin

Gleichzeitig wurde ein Begleitausschuss eingerichtet, der über die Förderung einzelner Projekte ent-scheidet. Er setzt sich aus Vertretern des Arbeitskreises Jugend, des Kinder- und Jugendparlaments, der Kreisschülervertretung, des Kreisjugendrings, des Netzwerkes gegen Rechtsextremismus, des Ju-gendhilfeausschusses, der Kirchen, der Kreisvolkshochschule, des Amtes für Jugend, Familie und Sport und Landrat Marx als beratendes Mitglied zusammen.
   
Mit Hilfe der bewilligten Fördermittel können im Fördergebiet Einzelprojekte freier Träger zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplans mit jeweils bis zu 20.000 € unterstützt werden. Eine Kofinanzierung der Ein-zelprojekte ist erwünscht, aber nicht Bedingung. Als Zuwendungsempfänger für die Einzelprojekte zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplans kommen grundsätzlich nichtstaatliche Organisationen in Betracht. Bei Gruppen und Netzwerken, die selbst nicht rechtsfähige Organisationen sind, muss eine dieser Or-ganisationen den Antrag für das Einzelprojekt stellen und somit die Verantwortung übernehmen. An allen Phasen des Projektes werden sowohl die Zielgruppen als auch Akteure der Zivilgesellschaft, Poli-tik und Verwaltung aktiv beteiligt.

 

Nähere Informationen sind bei der lokalen Koordinierungsstelle
„Vielfalt tut gut“, Goldhelg 20,
36341 Lauterbach unter den Telefonnummern
06641/ 977-426, 977-431 und 977-443
erhältlich.