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Schülerzahlen gehen weiter zurück - Zuwächse bei den Berufsschulen - Jahresbericht 2007 des Schulverwaltungsamts – Zurzeit gibt es im Kreis etwa 16.400 Schüler

03.03.2008 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Schülerzahlen gehen weiter zurück -
Zuwächse bei den Berufsschulen

Jahresbericht des Schulverwaltungsamts –
Zurzeit gibt es im Kreis etwa 16.400 Schüler

VOGELSBERGKREIS.   3. März 2008.

Nachdem die Schülerzahlen an den Vogelsberger Schulen 1988, also vor der Wiedervereinigung Deutschlands, von 14.600 auf einen Höchstwert von 18.086 im Jahre 2001 angestiegen waren, gehen die Zahlen im Bereich der allgemein bildenden Schulen seit 2002 kontinuierlich zurück. Darauf macht Schuldezernent Hanns Michael Diening (FDP) im Jahresbericht des Schulverwaltungsamts aufmerksam. Gegenüber dem Jahr 2006 betrug der Schülerrückgang rund 600 Schüler, das ist die Größenordnung einer ganzen Schule. Gegenwärtig werden rund 16.400 Schülerinnen und Schüler in den 38 Vogelsberger Schulen unterrichtet.

Die Situation bei den Berufsschulen ist – noch – gegenläufig: hier steigen die Zahlen seit vielen Jahren an. So werden im Schuljahr 2007/2008 rund 4300 Schüler an den beiden Berufsschulen unterrichtet, das sind etwa 120 mehr als im Vorjahr. Der Grund für diesen Anstieg sind einmal die starken Geburtenjahrgänge, die sich jetzt in der Berufsschule befinden, zum anderen aber auch der nach wie vor starke Andrang zu den Vollzeitangeboten, „weil immer noch Ausbildungsplätze fehlen und dadurch die Vollzeitangebote der Berufschulen als Warteschleife genutzt werden“, so Schuldezernent Diening. Der Kreis rechnet auch in den kommenden zwei Jahren bei den Berufsschulen noch mit ansteigenden Zahlen. Kreisbeigeordneter Diening geht aber davon aus, dass etwa ab dem Schuljahr 2010/2011 die Schülerzahlen auch an den Berufsschulen zurückgehen werden, der demografischen Entwicklung folgend.

Berufliche Schulen: Einige Berufsfelder werden nicht mehr angeboten –
Neue Wege zur Sicherung des Angebots im Bereich Gastronomie

Bei den Berufsschulen muss man zwischen Vollzeit- und Teilzeitbereich unterscheiden. Die Schülerzahlen im Vollzeitbereich steigen seit Jahren kontinuierlich an, im Teilzeitbereich hingegen gehen sie ständig zurück, so dass schwache Berufsfelder aufgegeben werden mussten. Die Vogelsbergschule Lauterbach ist stärker als die Max-Eyth-Schule Alsfeld davon betroffen; ab dem Schuljahr 2007/08 musste die Grund- und Fachstufe der Frisöre wegen zu geringer Ausbildungszahlen aufgegeben werden; die Auszubildenden werden jetzt in Fulda oder Gießen unterrichtet.

Auch die Fachstufe für Fleischereifachverkäuferinnen und die Fachstufe für Fleischer musste an der Vogelsbergschule Lauterbach geschlossen werden. Voraussichtlich wird auch die Grundstufe für Fleischer nicht mehr lange aufrechterhalten werden können, so dass dieser gesamte Ausbildungsbereich künftig nicht mehr im Vogelsbergkreis angeboten werden kann. Darüber hinaus zeichnet sich die Gefährdung weiterer Berufsfelder am Berufsschulstandort Lauterbach, aber auch am Berufsschulstandort Alsfeld ab.

Zusammen mit dem Staatlichen Schulamt und dem Hessischen Kultusministerium wird deshalb jetzt nach Lösungen gesucht, wie Berufsfelder mit geringen Ausbildungszahlen in Flächenkreisen erhalten werden können, erläutert Hanns Michael Diening. Ziel sei es, weite Schulwege in die Nachbarkreise und dadurch entstehende Belastungen für die Auszubildenden und die Ausbildungsbetriebe zu vermeiden.

Zu diesem Zweck läuft an der Vogelsbergschule in Lauterbach ein Schulversuch in den gastgewerblichen Berufen mit Koch/Köchin, Hotelfachfrau/Fachmann, Restaurantfrau/Fachmann, Fachkraft im Gastgewerbe und Systemgastronom, die sowohl in der Grund- als auch in der Fachstufe gemeinsam unterrichtet werden und nur noch in den speziellen Ausbildungszielen getrennt werden. Wenn dieser Schulversuch erfolgreich verläuft, könnte dies ein Weg zum Erhalt des vielfältigen Grund- und Fachstufenangebotes an unseren Berufsschulen sein.