Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Frauendezernentin und Polizei: Nein zu Gewalt an Frauen - Am 25. November ist "Internationaler Gewaltschutztag" - Fahne weht an den Landratsämtern in Alsfeld und Lauterbach

22.11.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Frauendezernentin und Polizei:
Nein zu Gewalt an Frauen

Emmermann, Bartel und Bichl hissen eine Fahne von Terre des Femmes. Foto: Pressestelle Vogelsbergkreis

Emmermann, Bartel und Bichl hissen Fahne am Kreishaus –
Am 25. November ist internationaler Gewaltschutztag

VOGELSBERGKREIS.    22. November 2007.

Am 25. November ist der „Internationale Gewaltschutztag“. Für die Öffentlichkeit deutlich sichtbar unterstützen die Vogelsberger Frauendezernentin Sylke Emmermann und die Polizeichefs aus Lauterbach und Alsfeld, Hartmut Bartel und Horst W. Bichl, eine internationale Aktion von „Terre des Femmes“ und der Vereinten Nationen: sie hissten am Donnerstag Nachmittag vor dem Kreishaus in Lauterbach eine Fahne. Auf ihr steht: „Nein zu Gewalt an Frauen – Frei leben ohne Gewalt“. Damit wollen sich Politik und Polizei mit der Aktion solidarisch erklären und gleichzeitig Frauen ermutigen, Gewalt „nicht als normal hinzunehmen“. Horst W. Bichl ist auch Vizepräsident der Deutschen Sektion der International Police Association (IPA), die sich in breit angelegten Kampagnen um Gewaltprävention kümmert.

Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung von Frauen seien nach wie vor an der Tagesordnung - auch in unserer aufgeklärten, modernen Gesellschaft, schreibt Frauendezernentin Sylke Emmermann in einer Erklärung zum Anti-Gewalt-Tag, der weltweit am 25. November begangen wird. Die Vereinten Nationen haben im Jahr 1999 den 25. November zum „Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ erklärt.

40.000 Frauen flüchten in Frauenhäuser

„Es ist schwer sich vorzustellen, dass das Thema auch im Jahr 2007 noch immer relevant ist und dennoch ist es in jedem Jahr neu ein Thema, dem man sich widmen muss“, betont Emmermann. Sie nennt Zahlen: allein in Deutschland fliehen jährlich 40.000 Frauen vor ihren gewalttätigen Männern in ein Frauenhaus. Die Dunkelziffer ist hoch. Verbrechen, die im sogenannten „Namen der Ehre“ gegenüber Frauen und Mädchen verübt werden, sind laut einer UN-Studie pro Jahr mit 5000 Frauen und Mädchen zu beziffern.

Die Problematik, die sich hinter dem Thema Frauenhandel und Zwangsprostitution auch in unserem Land verbirgt, gelte es zu benennen und zu bekämpfen. Sylke Emmermann weist im Zusammenhang mit dem diesjährigen Gewaltschutztag auch auf die Problematik von Gewalt am Arbeitsplatz hin, die oft unterschätzt werde. Hier gehe es um die Tatbestände von Übergriffen durch männliche Kollegen bis hin zum Mobbing.

„Missachtendes Frauenbild“

Die Kampagne von Terre des Femmes rufe deshalb auch deutsche Unternehmen zu einer „Allianz gegen Gewalt“ auf. Der Gewalt gegen Frauen - das zeige die Bandbreite des Themas – liege trotz jahrzehntelanger Gleichstellungsarbeit, Qualifikationen und gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen noch immer ein missachtendes Frauenbild zugrunde, so Familiendezernentin Sylke Emmermann. Deutlich werde das auch an den Fällen von Gewalt, die ihr in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich bekannt werden. Es sei teilweise erschreckend, was Frauen berichten, wenn sie sich an die Fachstelle für Frauen und Kinder in Not der Kreisverwaltung wenden und hier Rat und Hilfe ersuchen und erhalten.

 

Frauen-Notruf der Kreisverwaltung: 06641 / 977-244
E-Mail: fachberatung.frauen(at)vogelsbergkreis.de

Dank an die Polizei

Auch die Hilfeersuchen, die bei den Polizeistationen eingehen, zeigten deutlich die Brisanz des Problems. In diesem Zusammenhang dankt Sylke Emmermann ausdrücklich der Polizeidirektion Vogelsberg mit den beiden Polizeistationen Alsfeld und Lauterbach – den beiden Ersten Polizeihauptkommissaren Hartmut Bartel und Horst W. Bichl und den sich in diesem Themenfeld engagierten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesem sensiblen Arbeitsfeld.

Frauensolidarität

Dezernentin Sylke Emmermann ruft anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ zu Frauensolidarität  in allen gesellschaftlichen Bereichen und Schichten auf. Als sichtbares Zeichen der Solidarität haben die Leiter der Polizeistationen Lauterbach Hartmut Bartel und Alsfeld Horst W. Bichl gemeinsam mit Sylke Emmermann Fahnen gehisst unter dem Motto: „Frei leben“ – ohne Gewalt   - Nein zu Gewalt“. Diese Fahnenaktion wurde anlässlich des 25. November 2001 von Terre des Femmes ins Leben gerufen und auch damals  schon von vielen Städten, Gemeinden und Landkreisen unterstützt. Mehr als 3000 Fahnen und Banner an über 800 Standorten wurden allein im Jahr 2006 gehisst. Im Vogelsbergkreis wehen die Fahnen von Terre de Femmes an den Landratsämtern in Lauterbach und Alsfeld.

„Nehmen wir das Problem ernst und ächten wir jedwede Form von Gewalt und besonders die Gewalt an Frauen und Mädchen in Deutschland und in der Welt“, schließt die Frauendezernentin ihre Erklärung zum Gewaltschutztag ab.

Informationen zu der Aktion: Terre des Femmes, Menschenrechte für die Frau e.V., Postfach 2565, 72015 Tübingen. www.frauenrechte.de (Aktionen).

 


FOTO:
„Nein zu Gewalt an Frauen“: Frauendezernentin Sylke Emmermann und die Polizeichefs aus Lauterbach und Alsfeld, EPHK Hartmut Bartel und EPHK Horst W. Bichl, hissen am Lauterbacher Kreishaus eine Fahne, um die Kampagne der Vereinten Nationen und von Terre des Femmes zu unterstützen.
Foto: Pressestelle Vogelsbergkreis