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Schüler sollten sehr frühzeitig klären, welchen Beruf sie ergreifen wollen - Marktplatz Ausbildung: Diskussion auf Einladung der KVA – Thema: „Übergang Schule / Beruf – läuft’s rund?“

09.11.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

 

Schüler sollten sehr frühzeitig klären,
welchen Beruf sie ergreifen wollen

Marktplatz Ausbildung:
Diskussion auf Einladung der KVA

Thema: „Übergang Schule / Beruf – läuft’s rund?“

VOGELSBERGKREIS.   9. November 2007.

Auf Einladung der Kommunalen Vermittlungsagentur fand im Rahmen des Marktplatzes Ausbildung (wir berichteten) eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten statt, die den Übergang von der Schule in den Beruf zum Inhalt hatte. Die Wahl eines guten und passenden Berufs ist nach wie vor eine prägende Lebensentscheidung – auch wenn man heute in der Regel nicht mehr 45 Jahre in ein und demselben Beruf bleibt.

Bei der Entscheidungsfindung haben Eltern, Lehrer aber auch die Firmen, die ihre späteren Fachkräfte ausbilden wollen, eine hohe Verantwortung. Und: Die Anforderungen in der Wirtschaft wachsen rasant. Aber entscheidend ist, was die jungen Leute selbst unternehmen, wie sie selbst für sich Verantwortung übernehmen, damit es für sie „passt“. Dies wurde sehr deutlich in der Podiumsdiskussion sehr deutlich. Die Moderation hatte Diplom-Volkswirt Harald Finke von der Vogelsberg Consult übernommen.

 

Selbst aktiv werden, Fragen stellen, sich interessieren,
sich informieren, mutig zu Betrieben hingehen,
Praktika vereinbaren und damit wahrnehmbares Interesse bekunden (auch über die schulischen Praktika hinaus)
das Gehörte und Erlebte vergleichen und sich Rat holen –
damit klappt Berufsorientierung am besten.

Und das alles so frühzeitig wie möglich –
also bereits deutlich mehr als ein Jahr vor dem
angestrebten Schulabschluss.
Darüber bestand auf dem Podium große Einigkeit.

„An der Wascherdeschule haben im vergangenen Jahr von 140 Abgängern der Haupt- und Realschule nur 27 eine Ausbildung begonnen“, berichtete Schulleiterin Karin Zeuch. Aufgrund der Knappheit an Ausbildungsplätzen der vergangenen Jahre sei der Besuch einer weiterführenden Schule dann in vielen Fällen nicht der eigentliche Plan der Jugendlichen, sondern eher eine „Notlösung“.

Cornelia Philipp, Geschäftsführerin der Firma Philipp-Bau, machte Hauptschülern Mut: „Bei uns kann ein guter Hauptschüler bis zum Meister aufsteigen. Wichtig sind mir die Zeugnisnoten nur in bestimmten Fächern, wir schauen uns nicht nur Noten sondern den ganzen Menschen an“, erklärt sie weiter. Ausschlag gebend seien besonders die Beurteilungen des Arbeits- und Sozialverhaltens wie auch die Fehlzeiten – dies sage oft mehr über einen Bewerber aus.

Schulleiter Heinz Horst berichtete von seinen guten Erfahrungen, Hauptschüler über den „Zwischenschritt“ Berufsfachschule in den Beruf überzuleiten. Bettina Lorenz, Fachbereichsleiterin Arbeitslehre der Schule an der Wascherde, wünschte sich von den Betrieben mehr Präsenz in den Schulen, um sich dort mit den möglichen Ausbildungsberufen bekannt zu machen. Den Jugendlichen könnten dadurch wichtige Orientierungshilfen und die nötige Motivation gegeben werden.

Sabine Kreis, Ausbildungsleiterin der STI-Unternehmensgruppe, berichtete von einem großen „Run“ auf Ausbildungsplätze bei STI. „Wir sind aufgrund unserer Bekanntheit in der luxuriösen Situation unsere Nachwuchskräfte aus unzähligen Bewerbern aussuchen zu können. Trotzdem sind wir präsent, so wie hier auf der Ausbildungsmesse“, sagte sie, „ und wir sind offen für Gespräche mit Jugendlichen und bieten Praktika an“.

Stefanie Trabandt, Vermittlerin für Jugendliche bei der Kommunalen Vermittlungs-agentur, und Bernd Wojack von der Kompetenzagentur Vogelsbergkreis (Beratungsstelle B:24), beleuchteten die Probleme von Jugendlichen, die nur sehr schwer in den Ausbildungsmarkt vermittelt werden können. Hier sei Begleitung und Unterstützung unerlässlich, bis das „Stehen auf eigenen Füßen“ sicher funktioniere.

    Harald Finke von der
Vogelsberg Consult moderierte die lebendige Diskussion. 



Im Gespräch (von links): Bernd Wojack (Kompetenzagentur Vogelsbergkreis/B:24),
Stefanie Trabandt (KVA) und Cornelia Philipp (Philipp-Bau).
Auf der Suche nach guten Lösungen für junge Menschen (von links): Silvia Lucas (Jugendförderung), Bettina Lorenz (Fachbereichsleiterin Arbeitslehre, Schule an der Wascherde), Sabine Kreis (STI-Unternehmensgruppe), Heinrich Horst (Schulleiter Vogelsbergschule).
Fotos: Vogelsbergkreis