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Mit "Empowerment" heraus aus der Arbeitslosigkeit - Statt Passivität schlummerndes Potenzial anstoßen und nutzen - Verein „IDESA“ veranstaltete Kreativ-Workshop - Hoffen auf Fortführung des EU-geförderten Projekts (Tandem / Equal) - Gute Zusammenarbeit mit der KVA

25.07.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Statt Passivität schlummerndes
Potenzial anstoßen und nutzen

Verein „IDESA“ veranstaltete Kreativ-Workshop –
Erster Stadtrat Hennenberg hofft auf Fortsetzung

25. Juli 2007 – VOGELSBERGKREIS.

Ralf Seibert, Vorsitzender von IDESA, erhofft sich mehr Chancen für Jobsuchende durch ein vergrößertes Selbstwertgefühl. Und er hofft gleichzeitig, dass sein bisher EU-gefördertes zweijähriges Projekt auch nach dem Herbst 2007 weitergeführt werden kann. „Wenn Menschen länger ohne Arbeit sind, ist es wichtig, der Isolation und der Passivität entgegen zu wirken“, sagt Diplom-Ingenieur Seibert. Aus diesem Grund veranstaltete der Verein IDESA (Ideen schaffen Arbeit) e.V. vor wenigen Tagen in seinen Räumen in der Rimloser Straße in Lauterbach einen Kreativ-Workshop. In künstlerischen Gestaltungen ging es darum, gemeinsam etwas zu unternehmen, eigene Fähigkeiten zu entdecken oder wiederzuentdecken.

Hoffen auf Fortführung des EU-Projekts: Erster Stadtrat Hennenberg, Vereinsgründer Seibert und Wilfert, Pädagogin Bodenmüller

Diplom-Pädagogin Martina Bodenmüller beschrieb, um was es geht: „Sich wertvoll und nützlich fühlen, den Zugang zur eigenen Kreativität spüren.“ Daraus könne häufig eine neue Sichtweise auf sich selbst entstehen mit dem Ergebnis: mehr Optimismus, mehr Energie. „Empowerment“ nennen das die Fachleute: Selbstbestimmung erlebbar machen, das Gefühl der Selbstwirksamkeit spüren und zielgerichtetes Handeln fördern. Dabei kommt dem „Stiften von Zusammenhängen und Netzwerken“ eine besondere Rolle zu. Denn Empowerment ist das gemeinschaftliche Produkt von Menschen, die sich zusammenfinden, ihre Kräfte bündeln und aus einer Situation der Machtlosigkeit oder Resignation heraus gemeinsam beginnen, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Der Verein IDESA bietet seit Mitte 2005 zwar keine Arbeitsplätze, doch unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" will er Betroffene motivieren, über andere Perspektiven nachzudenken, um selbst etwas an ihrer Situation zu ändern. Aber es soll nicht nur „nachgedacht“ werden – der Workshop lud zum aktiven Tun ein. Es wurde gemalt und gestaltet – und die Akteure werden überlegen, wo sie demnächst ihre Werke ausstellen. „So können auch neue Kontakte geknüpft werden, die indirekt durchaus zu einer neuen Beschäftigung führen können“, sagte Ralf Seibert. Der Kreativ-Workshop war der achte in einer Reihe gut besuchter Veranstaltungen, in denen es unter anderem um alternative Bewerbungsstrategien, die Förderung sozialer Kontakte, um lebenslanges Lernen und um Gesundheitsförderung ging.

„IDESA“ bietet unter anderem praktische Hilfe bei der Erstellung oder Aktualisierung von zeitgemäßen Bewerbungsunterlagen oder Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Vorhanden sind Arbeitsräume, PC-Arbeitsplätze, zum Beispiel für die Jobsuche im Internet oder zum Erwerb von Computer-Grundkenntnissen. Der Verein arbeitet eng mit der Kommunalen Vermittlungsagentur des Kreises (KVA) zusammen. Besonders im Bereich Computerkurse und Bewerbungstraining leiste der Verein IDESA wertvolle Dienste, berichtete Diplom-Sozialpädagogin Doris Haberzettl von der KVA. Ein besonderes Angebot für Arbeitsuchende über 50 Jahre („PC 50 plus“) werde sehr erfolgreich und fachkompetent durchgeführt, erläuterte Vereinsmitgründer Wolfgang Wilfert. Haberzettl bewertete den Workshop sehr positiv, denn er stoße die Bereitschaft an, „bewusst nach Nischen zu suchen“.

IDESA ist eines von sieben Teilprojekten des Vogelsberger Projekts Tandem unter der Regie von Vogelsberg Consult, das mit Hilfe von EU-Geldern (Equal) die Wettbewerbsfähigkeit sowohl von Unternehmen als auch von Arbeitnehmern und Arbeitssuchenden erhöhen will (wir berichteten). Das Projekt läuft zum Jahresende aus.

Die Projektverantwortlichen und auch Horst Hennenberg, Erster Stadtrat in Lauterbach, der dem Workshop einen Besuch abstattete und intensive Gespräche mit den Vereinsgründern Ralf Seibert und Wolfgang Wilfert führte, hofft auf eine Fortführung mit anderer Finanzierung. Aus Sicht von Hennenberg ist es sowohl sozialpolitisch als auch volkswirtschaftlich unverzichtbar, gerade auch älteren Arbeitssuchenden wieder eine Chance zu geben. Lebenserfahrung sei in einem Unternehmen ein Produktivitätsfaktor. Der Verein sei in der Rimloser Straße in guten Räumlichkeiten untergebracht, die technische Ausstattung sei optimal und es finde eine fachlich fundierte auf Entwicklung ausgelegte Betreuung der Arbeitsuchenden statt, betonte Hennenberg.

Kontakt „Ideen schaffen Arbeit e.V.“:

Lauterbach, Rimloser Straße 18, Telefon 06641/ 911312.

info(at)idesa.de, www.idesa.de.

FOTO:

Kreativ-Workshop beim Verein „Ideen schaffen Arbeit“. Unser Foto zeigt (von links) Ersten Stadtrat Horst Hennenberg (Lauterbach) im Gespräch mit Vereinsvorsitzendem Diplom-Ingenieur Ralf Seibert, Diplom-Ingenieur Wolfgang Wilfert und Diplom-Pädagogin Martin Bodenmüller.
Bild: Vogelsbergkreis

 

 

Informationen zum Vogelsberger Tandem-Projekt:

Tandem gehört zur Gemeinschaftsinitiative „Equal“, die sich aus Mitteln der Europäischen Union und des Bundesarbeitsministeriums speist. Von 2005 bis 2007 fließen aufgrund eines entsprechenden Antrags der Vogelsberg Consult über 2,1 Millionen Euro in den Vogelsbergkreis mit dem doppelten Ziel, sowohl die Unternehmen als auch die Arbeitnehmer zu stärken.

Die Vogelsberg Consult GmbH (VBC) ist Dreh- und Angelpunkt in der Projektumsetzung. Die „Zauberworte“ sind „Passgenauigkeit“ und „Praxistauglichkeit“. Zur Erreichung der Ziele arbeitet VBC mit sechs weiteren Institutionen zusammen, die jeweils für bestimmte Teil-Projekte verantwortlich zeichnen. Um die gewünschte Nachhaltigkeit in der regionalen Entwicklung auch wirklich zu erzielen, geht es nicht vordergründig um die Finanzierung der Teilprojekte, sondern um den Aufbau einer nachhaltigen „Entwicklungspartnerschaft“, die im Vogelsbergkreis bis Ende 2007 unter dem Motto „Tandem“ steht. Tandem steht für die Dualität in der Zielausrichtung – nämlich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer stärken. Da geht es beispielsweise um Personalentwicklung in den Unternehmen ebenso wie um individuelle Weiterbildung, um die Stabilisierung von Existenzgründern ebenso wie um neue Chancen für Langzeitarbeitslose.

Neben den sieben Teilprojekt-Trägern – die Vogelsberg Consult, die Kombi GmbH, der Verein „Ideen schaffen Arbeit“ (IDESA), die Kreishandwerkerschaft, die Neue Arbeit Vogelsberg, die Volkshochschule, der Verein Wirtschaftsförderung Vogelsberg – sind als strategische Partner auch das Amt für Soziale Sicherung der Kreisverwaltung (Kommunale Vermittlungsagentur) und die Agentur für Arbeit einbezogen. Die Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sowie die Erhöhung des Praxisbezugs sind ebenso Leitbilder des Projekts wie die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit (Gender Mainstream).

Die Gemeinschaftsinitiative EQUAL will Innovationen fördern. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund: Wohin soll sich berufliche Bildung, Aus- und Weiterbildung entwickeln? Wie müssen die zukünftigen Qualifikationsprofile von Arbeitnehmern aussehen? Wie lassen sich neue Methoden entwickeln? Wie lassen sich Netzwerke und Entwicklungspartnerschaften nachhaltig aufbauen? EQUAL hat unter anderem folgende Schwerpunkte: Beschäftigungsfähigkeit erhöhen, Anpassungsfähigkeit verbessern und Unternehmergeist wecken.