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Der Vulkan wird erforscht: Auf den Spuren der feurigen Vergangenheit des Vogelsbergs - Öffentlicher Termin mit dem Landes-Geologen Dr. Nesbor am Donnerstag, 26. Juli 2007, 17 Uhr am Rehberg bei Breungeshain

24.07.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Auf den Spuren der feurigen Vergangenheit des Vogelsbergs

Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) führt zur Zeit eine südöstlich des Hoherodskopfs gelegene Kernbohrung durch. Nach der Vorstellung des Projektes in der letzten Woche durch den Präsidenten des HLUG, Dr. Thomas Schmid, lädt der zuständige Landesgeologe, Dr. Dieter Nesbor, alle Intressierten in der Vogelsberg Region zu einem weiteren öffentlichen Termin am

Donnerstag, den 26. Juli 2007, um 17:00 Uhr

ein. Die Bohrstelle ist in der Nähe des Rehbergs. Die Zufahrt ist über einen Forstweg abzweigend von der L3338 zwischen Breungeshain und Sichenhausen möglich und ab dort ausgeschildert.

Weitere Informationen und eine Karte mit der Lage der Bohrstelle zum Runterladen sind im Internet unter

www.vogelsberg-touristik.de verfügbar oder telefonisch unter

(0 60 44) 96 48 48 zu erfragen.

Ziel der Bohrung ist die Erforschung des inneren Aufbaus des größten geschlossenen Vulkangebietes in Mitteleuropa, das vor 14 bis 17 Millionen Jahren aktiv war, so die Mitteilung des HLUG. An dem Termin wird ein Bohrkern gezogen und Dr. Nesbor gibt Erläuterungen, Hintergrundinformationen und steht für Fragen zur Verfügung. Die Bohrung wird in Kürze bei 150 Meter Tiefe beendet.

Hintergrund:

Die Bohrung setzt in einer im Vogelsberg bisher unbekannten vulkanischen Gesteinsabfolge an. „Diese sog. trachytischen Tuffablagerungen sind das Produkt hochexplosiver
Vulkanausbrüche, die verheerende Glutlawinen (Block- und Aschenströme) zur Folge hatten“, so Dr. Nesbor vom HLUG. Vergleichbare Vorgänge haben in historischer Zeit bis hin zur
Gegenwart weltweit immer wieder stattgefunden, so z. B. auf verschiedenen Karibikinseln oder in Japan.

Vor dem damaligen Ausbruch stieg aus einer Magmakammer unter dem Vogelsberg eine über 700 Grad heiße Gesteinsschmelze an die Erdoberfläche auf. Dieses Trachyt-Magma war wegen
seines hohen Kieselsäuregehalts extrem zähflüssig und bildete im Vulkankrater einen Lavadom, eine sogenannten Staukuppe. Durch nachströmende Gesteinsschmelze füllte diese den
Krater langsam auf und schob sich über den Kraterrand hinaus, bis die überhängenden Teile abbrachen. Glutlawinen aus heißer Asche und bis zu mehrere Kubikmeter großen
glühenden Gesteinsblöcken flossen mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h die Hänge des Vulkans hinunter. Bevorzugt folgten sie dem Verlauf von Tälern und füllten diese auf –
wie hier südöstlich des heutigen Hoherodskopfs.

Unter dem damaligen subtropischen Klima verwitterten die Aschenanteile der Tuffablagerungen zu hellgrauem Ton. Wegen seiner Undurchlässigkeit fungiert dieser als Wasserstauer
und ist daher für die Beurteilung der hydrogeologischen Verhältnisse in diesem Raum von besonderem Interesse – zumal das Grundwasser des Vogelsbergs einen wichtigen Beitrag
sowohl zur regionalen als auch zur überregionalen Wasserversorgung leistet.


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