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Erstmals in Deutschland: mit einer Online-Lernplattform zum Realschul-Abschluss - Vogelsberger VHS kooperiert mit Kollegen in Frankfurt - Landrat Marx und Erster Kreisbeigeordneter Ruhl hoffen auf Unterstützung durch die Landesregierung zur Fortsetzung des innovativen Projekts

23.07.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Erstmals in Deutschland: mit einer Online-Lernplattform zum Realschul-Abschluss
 
Vogelsberger VHS kooperiert mit Kollegen in Frankfurt –
Erster Kreisbeigeordneter Ruhl: „Das Projekt fortsetzen“

VOGELSBERGKREIS.   23. Juli 2007.

Der Unterricht findet „live“ statt – wie gewohnt. Der Lehrer ist Ansprechpartner, beantwortet Fragen, erklärt, vertieft den Stoff. Doch in einem bundesweit bisher einmaligen Projekt ist eines deutlich anders: Der Lehrer sitzt in Frankfurt am Main, seine Schüler, die mit Unterstützung der Vogelsberger Kommunalen Vermittlungsagentur den Realschul-Abschluss erwerben wollen, sitzen zu Hause im Vogelsbergkreis vor ihrem PC, sozusagen in einem „virtuellen Klassenraum“. Lehrer und Schüler kommunizieren „in Echtzeit“ per Online-Lernplattform miteinander.

Die ersten fünf Schüler haben nun vor dem Staatlichen Schulamt in Frankfurt in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Gesellschaftslehre und Naturwissenschaften ihre Prüfung abgelegt. Mit Erfolg. Der Vogelsberger Vizelandrat Gerhard Ruhl und VHS-Leiter Hans-Günter Oer gratulierten herzlich. Die nächsten fünf Schülerinnen und Schüler, ebenfalls Klienten der KVA, werden im Dezember in Frankfurt ihre Prüfung ablegen. Die Lernenden sind bzw. waren zwischen 18 und 34 Jahre alt.
 
Im Projekt „Realschule Online“ kooperieren die Volkshochschulen im Vogelsberg und in Frankfurt seit etwa zwei Jahren. Mit Oer, der vor zwei Jahren auf die Frankfurter Kollegen zugegangen war, freut sich Lehrer Jaroslav Baudis von der VHS Frankfurt sehr über den Erfolg, sowohl seiner Schüler als auch des Projekts selbst. Baudis hat seit fünf Jahren bereits Erfahrung mit Fern-Unterricht per PC. Neu ist: jetzt geht es vom Off-Line zum On-Line, zur direkten Kommunikation. Wie bei ICQ oder im Chat sieht der Lehrer, wer anwesend ist, wer den Finger für eine Frage hebt, „wer kurz mal weg ist“. Zusätzlich gibt es ein Forum für offene Fragen.
 
Oer und Baudis halten die neue Lernmethode für wegweisend, vor allem auch vor dem Hintergrund der Mobilitätsprobleme im großflächigen Vogelsbergkreis. RESA Online sei beispielgebend für „selbstgesteuertes hochmotiviertes und diszipliniertes Lernen“ bei gleichzeitiger Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie. Ein Projekt wie RESA online helfe mit, den Bildungsauftrag auch im ländlichen Raum zu sichern, sagte Oer.
 
Für die Kommunale Vermittlungsagentur, die KVA, ist das Problem „wie komme ich in einem 1500 Quadratkilometer großen Kreis ohne dichte Verkehrsanbindungen von A nach B“ immens. Ulrich Schäfer hält daher RESA Online für „einen wichtigen Schritt auf einem richtigem Weg“. Gute Schulabschlüsse führten oft direkt zur Vermittlungsfähigkeit auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt.
 
Neben der KVA als Partner für die Finanzierung der Lehrerstelle hatte die VHS auch die Europäische Union als Mitfinancier an ihrer Seite bei den Lehrgangskosten. RESA Online gehörte zu einem Teilprojekt von Tandem (wir berichteten) aus dem EU-Equal-Programm, das bis Ende dieses Jahres ausläuft, und das unter anderem die Chancen von Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt verbessern will.

Erster Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl sagte bei der ersten Zeugnisübergabe in Alsfeld: „Ich hoffe, dass es weiter geht.“ Landrat Rudolf Marx hatte bereits vor einigen Wochen ein intensives Gespräch mit Ministerialdirigent Dr. Berthold vom Hessischen Kultusministerium, der das Vogelsberger RESA Online Projekt sehr lobte. Marx hatte zu Dr. Berthold gesagt: „Unser Vogelsberg will attraktiv sein, auch durch eine gute Bildungslandschaft. Wir wollen Perspektiven zeigen. Die Menschen erwarten das von uns.“

Dr. Berthold hatte vor allem die „Vogelsberger Kreativität und die Kooperationsfähigkeit“ herausgestellt. Marx geht von einer Unterstützung durch die Kultusministerin und durch den Ministerpräsidenten bei der Sicherung des innovativen Projekts aus.