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Naturschutzgroßprojekt „Vulkan Vogelsberg“ in der Antragsphase - Erwartetes Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro - Vereinsvorsitzender Karl-Peter Mütze erläutert die Schwerpunkte

18.07.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Naturschutzgroßprojekt „Vulkan Vogelsberg“
in der Antragsphase -
Erwartetes Investitionsvolumen 13 Millionen Euro

Von Dieter Graulich
 
Vogelsbergkreis (dg). Erfreut über einstimmige Ergebnis des Vogelsberger Kreistages zur finanziellen Anteilsförderung des geplanten Naturschutzgroßprojektes „Vulkan Vogelsberg“ zeigt sich in Vorsitzende des Verein „Natur- und Lebensraum Vogelsberg“ Karl-Peter Mütze. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Amt für den ländlichen Raum in Lauterbach, betonte er, dass mit dieser politischen Willenserklärung ein wichtiger Bestandteil für die Antragstellung beim Bundesamt für Naturschutz erfolgt sei. Da die Projektskizze dem Bundesamt bereits vorliegt könnte Ende des Jahres mit einer Zustimmung gerechnet werden.

Zu dem Projekt selbst erläuterte Mütze, dass unter den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines globalisierten Agrarmarktes, die Landnutzung in den Mittelgebirgen heute mit ihren vielerorts erhaltenen traditionellen Bewirtschaftungsformen zunehmend unter Anpassungsdruck geraten. Diese neuen Entwicklungen führen dazu, dass der Vogelsberg nur noch schwer und lediglich auf Teilflächen konkurrenzfähig sei, so dass vielerorts die Gefahr einer Nutzungsaufgabe bestehe.

Aus diesem Grunde sei dringender Handlungsbedarf erforderlich. Das Bundesamt für Naturschutz habe ein Naturschutzgroßprojekt in Aussicht gestellt, um die gefährdeten, naturschutzfachlich hochwertigen Lebensräume mit ihrer reichen Artenvielfalt zu erhalten und zu verbessern.
Innerhalb der geplanten Gebietskulisse von rund 104.000 ha könnten verschiedene Maßnahmen finanziell gefördert und durchgeführt werden, die sowohl dem Naturschutz, der Land- und Forstwirtschaft als auch dem Tourismus dienten. Mütze bedauerte in diesem Zusammenhang, dass das Projekt, das allen Bürgern dienen solle, inzwischen zu Wahlkampfzwecken missbraucht werde. In Bezug auf eventuell geplante Landankäufe betonte er, dass alle Maßnahmen freiwilliger Art seien. Das bedeute, dass nur Maßnahmen innerhalb der Gebietskulisse umgesetzt würden, die auch von den Eigentümern, Bewirtschaftern und der Bevölkerung mitgetragen würden.

Scharf verwehrte sich Mütze gegen die Unterstellung, dass das Naturschutzgroßprojekt als finanzieller Ausgleich für die auslaufenden Extensivierungsprogramme HEKUL und HELP gedacht sei. Für diesen Vertragsnaturschutz gebe es das Hessische integrierte Agrarumweltprogramm (HIAP) womit weiterhin überproportional mehr  Geld in den Vogelsberg fließe.

Kreislandwirt Norbert Reinhard zeigte sich verwundert, dass in Presseberichten der Landwirtschaft schnelle Gewinne durch Monokulturen unterstellt würden: Die einzige Monokultur, und dies seit hunderten von Jahren ist im Vogelsberg das Grünland. Die Landwirtschaft bezeichnete er für das Naturschutzgroßprojekt als Dienstleister für die Region und nicht als billiger Landschaftspfleger. Die gesamte Fördersumme wird nach jetzigem Kenntnisstand rund 13 Millionen Euro  betragen. Von dieser Summe trägt der Bund 65-, das Land 25- und die Region 10 Prozent.

Hauptziel des geplanten Naturschutzgroßprojektes “Vulkan Vogelsberg“ sei es über den Projektzeitraum hinaus, tragfähige Grünlandbewirtschaftungsformen für unsere Mittelgebirgsregion zu  entwickeln.  Innovative und beschäftigungswirksame Maßnahmen sollen den naturnahen Lebensraum Vogelsberg im Einvernehmen mit den Landnutzern, wie Land-, Wasser- und Forstwirtschaft langfristig erhalten und gestalten. Besonders gelte es, die Arbeitsplätze zu sichern und die Wertschöpfung in der Region zu steigern. Der Verein Natur und Lebensraum Vogelsberg e.V. werde nach der überzeugenden politischen Willensbekundung durch den Vogelsberger Kreistag auch nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten suchen, um den Kreishaushalt zu entlasten, ohne die Finanzierung dieses Projektes zu gefährden.

Karl-Peter Mütze (3.v.links) informierte mit Joachim Schönfeld (Amt für den ländlichen Raum), Walter Kreß (NABU) und Kreislandwirt Norbert Reinhardt (v.links) über den Stand des Naturschutzgroßprojektes „Vulkan Vogelsberg“.
Foto: Dieter Graulich