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Marx besucht internationales Workcamp in Schotten

13.07.1999 Von: Pressestelle Landratsamt

„Sinnesgarten“ - Kreis unterstützt

internationales Workcamp

Erster Kreisbeigeordneter Marx besucht junge

Leute aus neun Ländern bei der REHA in Schotten

VOGELSBERGKREIS ( ). „Es ist ein Glücksfall, wenn aus so vielen Nationen junge Menschen zusammengebracht werden und ihnen Gelegenheit gegeben wird, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln.“ Dies sagte Erster Kreisbeigeordneter Rudolf Marx als er vor wenigen Tagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines dreiwöchigen Sommer-Workcamps in Schotten besuchte. Ernst Castor, bei der Schottener REHA ansonsten zuständig für die Integrationsarbeit, hat durch gute Kontakte zur UNESCO dieses Camp erstmals auf den Weg gebracht und organisiert, an dem noch bis 31. Juli 15 junge Leute im Alter von 18 bis 23 Jahren aus neun Ländern teilnehmen. Von nun an soll jedes Jahr ein solches Camp stattfinden. „Peacing the world together“ steht auf dem Plakat, das auf die Aktivität in Schotten hinweist. Die Welt friedlich zusammenführen - ein gutes Motto, wie der stellvertretende Chef der Kreisverwaltung meinte.

Die drei jungen Männer und 12 jungen Frauen aus Russland, Frankreich, Belgien, Kanada, USA, Spanien, Polen, Tschechien und Deutschland haben nicht nur die Möglichkeit, ganz natürlich mit behinderten Menschen in der REHA in Schotten umzugehen. Wie der Name „Work-Camp“ schon verrät, sind die Studenten vor allem nach Schotten gekommen, um zu arbeiten, und zwar an einem sehr interessanten Projekt: dem „Sinnesgarten“.

Was sich Ernst Castor da vorgenommen hat, fand das Gefallen auch des Vogelsbergkreises. Der langfristig öffentlich zugängliche Sinnesgarten erweitere abermals das touristische Angebot der Region, meinte Marx. Er dankte Castor für die „mutige und zupackende Umsetzung einer im wahren Wortsinn reizvollen Idee.“ Der Organisator freute sich über eine Spende des Kreises, während der Erste Kreisbeigeordnete mit Interesse hörte, dass die Unterstützung unter anderem für Ausflüge genutzt werden soll, um der Gruppe die gesamte Vogelsbergregion zu zeigen. Castor dankte Marx und machte zugleich deutlich, dass er sehr an einer Zusammenarbeit mit regionalen Firmen interessiert sind, die das internationale Projekt unterstützen wollen.

Der Sinnesgarten, der Stück für Stück im Laufe der kommenden sechs Jahre angegliedert am Vogelpark - eine Einrichtung der Schottener REHA - entstehen soll, wird in schweißtreibender Handarbeit von der multinationalen Jugendgruppe hergestellt. Von morgens acht bis mittags um zwei wird gehämmert, gesägt, gefeilt, gegraben, geschraubt und geschleppt. Ziel der gesamten Anlage ist es, den späteren Nutzern die Erlebnisvielfalt ihrer Sinne - Fühlen, Tasten, Hören usw. - gewissermaßen „vor Augen zu führen“. Hierfür wird ein Barfußweg mit unterschiedlichen Materialien angelegt, mittels einer langen Holzröhre wird ein „Telefon“ hergestellt, eine Brücke wird gebaut, aus Eisen ein Tor geschmiedet, ein ausgedienter Bauwagen wird umgebaut und für unterschiedliche Tasterlebnisse vorbereitet. Besonders aufwendig gestaltet sich der Bau von Klangspielen in unterschiedlicher Größe - bis zu mehrere Meter groß. Pyramidengerüste aus Holz dienen als Aufhängevorrichtung für unterschiedliche Materialien wie Glas und Metall, aber auch „frisch gehauenes Vogelsberger Urgestein“ - Basaltsäulen, die ebenfalls zur Klangerzeugung genutzt werden sollen.

Rudolf Marx zeigte sich sowohl vom Fleiß der jungen Leute als auch vom Vorhaben selbst beeindruckt. Er hält darüber hinaus die Anlage des Vogelparks in Schotten für ein „höchst attraktives Ausflugsziel“ im Vogelsberg. Wer jetzt dorthin fahre, könne zugleich das Wachsen des Sinnesgartens in Augenschein nehmen.