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„Die Dorferneuerung muss die Initiativen verstärkt in die Mitte lenken" - Sanierung des historischen Rathauses in Nieder-Gemünden - Landrat Marx überreicht 320.000 Euro an Bürgermeister Bott

12.07.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Die Dorferneuerung muss die Initiativen verstärkt in die Mitte lenken"

Sanierung des historischen Rathauses in Nieder-Gemünden - Landrat Marx überreicht 320.000 Euro an Bürgermeister Bott

VOGELSBERGKREIS. 12. Juli 2007.

 

„Wir haben gemeinsam die Verpflichtung, unserer Jugend und unseren Familien langfristig eine lebens- und liebenswerte Infrastruktur zu schaffen" - bei einem Besuch in Gemünden betonte Landrat Rudolf Marx die Notwendigkeit des Landesprogramms Dorferneuerung, das noch mehr als bisher „die Initiativen verstärkt in die Mitte lenken" müsse. Marx überreichte an Bürgermeister Lothar Bott einen Bewilligungsbescheid in Höhe von knapp 320.000 Euro. Mit dem Geld des Landes soll ein zentrales Projekt gefördert werden: die Sanierung des historischen Rathauses in Nieder-Gemünden. Die Baukosten belaufen sich auf voraussichtlich rund 850.000 Euro.

 

Bürgermeister Lothar Bott und Ortsvorsteher Norbert Fischer bedankten sich für die Unterstützung aus dem Landesprogramm. Die Kommunalpolitik habe nach „umfangreichen Diskussionen eine wichtige und richtige Entscheidung für die den Ortskern getroffen", unterstrich Bott. Es gelte, das „wunderschöne Ensemble mit der Kirche im Umfeld langfristig zu sichern".

 

Das Rathaus, sein Umfeld und die Kirche bilden den Ortsmittelpunkt von Nieder-Gemünden. Im Rahmen der Dorferneuerung (DE) wird das stolze Fachwerkgebäude und Kulturdenkmal aus dem Jahre 1817 saniert und zur modernen bürgerorientierten Verwaltung umgebaut. Aufgrund der hohen städtebaulichen Bedeutung und der zentralen Funktion für das Dorfzentrum wird das Vorhaben gefördert, obwohl die Dorferneuerung in Nieder-Gemünden bereits im Jahr 2000 ausgelaufen war. Eine wichtige Rolle bei dieser Einzelfall-Lösung spielen die engen Verknüpfungen zum Dorfentwicklungsverfahren in Burg-Gemünden, das noch bis 2009 andauert.

 

Die bisherige DE-Bilanz für Nieder- und Burg-Gemünden: Insgesamt flossen für kommunale Projekte in den beiden Ortsteilen bisher rund 1,2 Millionen Euro aus der Dorferneuerung. Hinzu kommen für über 100 private Baumaßnahmen weitere Fördergelder in Höhe von 565.000 Euro, ingesamt also rund 1,8 Millionen Euro. Landrat Marx geht mindestens von einem „Faktor drei" bei den ausgelösten Investitionen aus, also rund 5,4 Millionen Euro.

 

Landrat Marx lobte die Entscheidung der Gemeindepolitik zur Sanierung des historischen Rathauses: „Das ist zukunftsweisend und entspricht der Herausforderung, den Veränderungen durch den demographischen Wandel zu begegnen." Einer „Entleerung" des alten Ortskerns werde mit dem Projekt deutlich entgegengewirkt. Dies entspreche in besonderem Maße der Zielsetzung des hessischen Dorferneuerungsprogramms. Die Innenentwicklung der Dörfer müsse aktiv unterstützt werden, denn dies sichere die nachhaltige Nutzung der kulturhistorisch wertvollen Bausubstanz. Das Rathaus-Projekt entspreche den neuen Herausforderungen.

 

Hauptthema einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung, so Margit Wagner, Leiterin des Bereichs Dorf- und Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung, sei der demographische Wandel und dessen Auswirkungen auf die jeweilige Gemeinde mit ihren Ortsteilen. „Kommunale Gesamtstrategien für angepasste und überörtliche Gemeinbedarfs- und Versorgungseinrichtungen werden an Bedeutung zunehmen", sagte Wagner.

 

Künftig werde zudem verstärkt darauf gesetzt werden, durch geeignete Vorleistungen der Kommune in Kooperation mit den Bürgern bereits zu Beginn im Dorferneuerungsprozess Ideen und Handlungsansätze zu entwickeln, damit besonders erhaltenswerte Bausubstanz, auch die zunehmenden Leerstände, gleich wie bebaubare Flächen im Kernbereich für Eigentümer und private Investoren attraktiver werden. Dies setze voraus, dass kommunales Flächenmanagement mit dem Ziel der Stärkung der Innenentwicklung und im Einklang mit der Ausweisung von Neubaugebieten Vorrang hat. Das DE-Programm trage dem Rechnung mit dem neu aufgenommenen Förderinstrument für ein Flächenmanagement zur nachhaltigen Verbesserung der Wohnqualität der Kerngebiete unter Wahrung der kulturhistorischen Werte.

 

Die Umbaumaßnahmen am Rathaus erfolgen unter weitestgehender Erhaltung der Konstruktion. Die äußere Gliederung der Fassade bleibt bis auf wenige Änderungen erhalten. Auf die energetische Verbesserung des Gebäudes durch entsprechende Dämmmaßnahmen wird besonderer Wert gelegt. Das Erdgeschoss soll barrierefrei und somit Behinderten gerecht werden. Gefördert werden hauptsächlich konstruktive Bauteile, wie Fassade und Dach.

 

Margit Wagner wies darauf hin, dass in Burg-Gemünden für Bauherren weiterhin von ihrem Amt eine kostenlose Beratung angeboten werde als Voraussetzung einer möglichen Förderung. Zuwendungen gewährt das Land Hessen für Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung und Gestaltung erhaltenswerter Bausubstanz im alten Ortskern. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse für die Neuanlage von Gebäuden, die sich unter Beachtung baugestalterischer und denkmalpflegerischer Kriterien in die örtliche Siedlungsstruktur einfügen sowie für betriebliche Investitionen.

FOTO:
Das Rathaus in Nieder-Gemünden wird von Grund auf saniert. Unser Foto zeigt von links Sachgebietsleiterin Dorferneuerung, Margit Wagner, Ortsvorsteher Norbert Fischer, Landrat Rudolf Marx, Bürgermeister Lothar Bott und Martin Müller vom Ortsbeirat.

Foto: Pressestelle Vogelsbergkreis