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Landrat Marx verleiht Sportehrenpreis 2007 an Cornelia Gambetta und Armin Keller - Rede im Kreistag am 2. Juli 2007 in Freiensteinau

03.07.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Verleihung des Sportehrenpreises in der Kreistagssitzung am 2. Juli 2007 im Bürgerhaus in Freiensteinau

Rede von Landrat Rudolf Marx

Sehr geehrte Frau Gambetta,
sehr geehrter Herr Keller,
meine Damen und Herren Kreistagsabgeordneten und Kreisbeigeordnete,
liebe Gäste,

Sport bewegt Menschen. Sport steht im Spannungsfeld der öffentlichen Meinung. Er nimmt breiten Raum in der Medienberichterstattung ein. Millionen Menschen lassen sich von ihm in den Bann ziehen, als aktive Leistungssportler, in der Freizeitgestaltung oder aber einfach als sportliche Interessierte und Bewunderer sportlicher Leistungen.

Sport bewegt auch viele Menschen im Vogelsbergkreis.
Eine große Zahl ehrenamtlich tätiger Menschen in über 200 Sportvereinen ermöglicht in unserem Heimatkreis ein facettenreiches Sportangebot, das allen Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht – und das zum fairen Miteinander, zum Zusammenhalt und zur Integration beiträgt.

 

Landrat Rudolf Marx, Armin Keller, Cornelia Gambetta, Kreistagsvorsitzender Ulrich Künz

Eine freiheitliche Gesellschaft braucht das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Wer aus eigener Initiative Verantwortung für andere, für die Gemeinschaft, für den Staat übernimmt, ist der beste Garant für unsere freiheitliche Demokratie. Und wo findet man diese Menschen besser als in unseren Vereinen, beispielsweise in den Sportvereinen, in denen sich bürgerschaftliches Engagement in so vielfältiger Weise entfaltet, sei es durch die aktiven Sportlerinnen und Sportler oder durch im Verein ehrenamtlich Tätige, die im Vorstand, als Trainer und Betreuer Verantwortung tragen. Ohne ihr Wirken im Hintergrund wären die sportlichen Leistungen der Aktiven gar nicht möglich.

Meine Damen und Herren,
ich freue mich sehr, heute im Rahmen dieser Kreistagssitzung zwei Persönlichkeiten mit dem Sportehrenpreis 2007 des Vogelsbergkreises auszeichnen zu können, die sich um den Sport in unserem Heimatkreis in besonderer Weise verdient gemacht haben. Es sind Frau Cornelia Gambetta aus Schlitz und Herr Armin Keller aus Mücke-Merlau. Ihnen darf ich heute den Sportehrenpreis des Vogelsbergkreises, der 1988 zum ersten Mal verliehen wurde, überreichen.

Bevor ich die Urkunden verlese, möchte ich Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Geehrten kurz vorstellen:

Frau Gambetta ist Sportlerin mit Leib und Seele. Die Leichtathletik hat ihr Leben geprägt. Die Freude am Mehrkampf zieht sich als roter Faden durch ihre Biografie. Ungezählte Urkunden – es sind weit über 1.000, darunter 27 Hessentitel - dokumentieren die bemerkenswerten Sporterfolge der Schlitzerin im Mehrkampf und kennzeichnen Sie als außergewöhnliche Spitzensportlerin, die bis heute ihr Wissen und ihre Erfahrungen als Trainerin an die nachwachsende Generation weitergibt.

Frau Gambetta hat nach dem Abitur am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach zunächst 2 Semester Sport in Gießen studiert. Auf einer ihrer vielen Trainingsfahrten nach Mainz oder Hannover zum Stützpunkttraining der 7-Kämpfer der A/B-Nationalmannschaft lernte Frau Gambetta eine chilenische Trainerin kennen, die ihr half, ihren größten Wunsch zu erfüllen, das Studium in den USA fortzusetzen. An der Washington State University studierte Frau Gambetta Diplomsport und legte dort auch in 1990 ihr Examen mit Auszeichnung ab.

In der Zwischenzeit lernte Frau Gambetta ihren Mann kennen, einen Argentinier, 10-Kämpfer und Diplom-Sportlehrer wie sie selbst. Mit ihm hat sie zwei Töchter.

Seit 1993 ist Frau Gambetta auch wieder dort sportlich tätig, wo ihre erfolgreich Sportkarriere begann, bei der TSG Schlitz. Fest verwurzelt in der Burgenstadt trainiert sie Schülerinnen und Schüler, Jugend und Erwachsene im Alter von 10 bis 46 Jahren, ihre eigenen Töchter sind auch dabei, mit Talent für die Leichtathletik, was bei der Sportbegeisterung der Eltern nicht weiter verwundert.

Wenn Frau Gambetta ihren geliebten 7-Kampf auch nicht mehr ausübt, so ist doch bis heute selbst sportlich aktiv. Dabei beschränkt sie sich auf die technischen Disziplinen und auf die Staffeln.

Wer sich mit der Sportorganisation beschäftigt, vermag zu ermessen, welche Gemeinschaftsleistung hinter den Erfolgen einzelner Sportler steht. Da ist der Verein mit seinen Mitgliedern, den Funktionären, Vorständen und den betreuenden Übungsleitern. Erfolgreicher Breiten- und Spitzensport wäre heute nicht denkbar ohne die Sportverbände auf den verschiedenen Ebenen.

Deswegen freue ich mich als Landrat, neben einer erfolgreichen Leichtathletin und Trainerin heute auch einen Sportfunktionär ehren zu dürfen, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den Sport engagiert, im Laufe seiner sportlichen Vita alle Ebenen durchlaufen hat und heute der ranghöchste hessische Fußballfunktionär ist.

Herr Armin Keller, meine Damen und Herren, steht als Verbandsfußballwart und Mitglied des Vorstandes des Hessischen Fußballverbandes seit 1996 an der Spitze. Herr Keller leitet die höchste Spielklasse in Hessen, die Oberliga. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und einen Blick ins Internet geworfen. 230 mögliche Klicks allein auf den Namen des engagierten Verbandsfußballwarts unterstreichen bereits den hohen Bekanntheitsgrad des Geehrten.

Herr Keller kann auf eine eindrucksvolle Liste ehrenamtlicher Tätigkeiten zurückblicken. Als Gründungsmitglied der TSG Merlau schreibt er seit über 50 Jahren mit an der Vereinsgeschichte. Viele Ämter hat er in seinem Heimatverein inne gehabt. Er war Kassierer, Mitglied im Spielausschuss Handball, Geschäftsführer, Jugendleiter, Pressewart, Abteilungsleiter Damengymnastik, Schatzmeister und schließlich von 1974 bis 2000 1. Vorsitzender. Heute ist er Ehrenvorsitzender seines Sportvereins.

Außerdem kann auf eine jahrzehntelange ehrenamtliche Verbandstätigkeit im Hessischen Fußballverband zurückschauen. 1966 begann er seine Funktionärskarriere als Beisitzer im Kreisjugendfußballausschuss Alsfeld. Er war Klassenleiter der B-Klasse „West“ im Kreis Alsfeld und Kreisfußballwart im Kreis Alsfeld. Von 1980 bis 1996 war Herr Keller Bezirksfußballwart. Seit 1996 bekleidet er das Amt des Verbandsfußballwartes im Hessischen Fußballverband.

Herr Keller ist ein bescheidener, zurückhaltender Mann, einer, der seine Leistungen nicht an „die große Glocke“ hängt. Dass er für seinen verdienstvollen Einsatz eine ganze Zahl herausragender Verbandsehrungen erhalten hat, werden viele Sportfreunde wahrscheinlich erst morgen aus der Zeitung erfahren: Schon 1972 wurde Herr Keller mit dem Ehrenbrief des Hessischen Fußballverbandes ausgezeichnet. Er hat die Große Verdienstnadel des Hessischen Fußballverbandes (1976), die Ehrennadel in Silber (1984) und die Ehrennadel in Gold (1993) des Hessischen Fußballverbandes erhalten. 1990 konnte er die DFB Verdienstnadel des Deutschen Fußballbundes in Empfang nehmen.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch, dass Herr Keller in 1996 mit dem Großen Ehrenbecher der Gemeinde Mücke ausgezeichnet worden ist - eine Auszeichnung, die dokumentiert, dass die Gemeinde auf ihren berühmten Mitbürger stolz ist und seine herausragenden Leistungen für das Gemeinwohl und die Sache des Sports auch öffentlich sichtbar würdigt.

Meine Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Gambetta,
sehr geehrter Herr Keller,

Sie waren beide über Jahrzehnte ehrenamtlich sehr erfolgreich für den Sport unterwegs und können heute mit Stolz und Freude auf herausragende Leistungen blicken. Zu Ihren Erfolgen darf ich Sie als Landrat von Herzen beglückwünschen. Zugleich danke ich Ihnen für Ihr beispielhaftes Engagement für den Sport, das dazu beiträgt, auch im Vogelsbergkreis ein attraktives und zeitgemäßes sportliches Angebot zu sichern.

Ihre Leistungen verdienen Lob und Anerkennung. Für die Politik mögen Ihre Erfolge Ansporn sein, den Sport auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen, damit das so wichtige ehrenamtliche Engagement im Breitensport trotz knapper öffentlicher Mittel auch in Zukunft eine verlässliche Unterstützung erfährt.

Meine Damen und Herren,
der Kreisausschuss und die Sportkommission haben es beschlossen – und es ist ein guter Beschluss.

 

Der Sportehrenpreis des Vogelsbergkreises

Sehr geehrte Frau Gambetta, sehr geehrter Herr Keller, ich freue mich, dass ich Ihnen jetzt die Urkunden und die Pokale des Sportehrenpreises 2006 des Vogelsbergkreises überreichen darf . Ich gratuliere aufs Herzlichste.