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Algenteppich auf dem Teich? Besser nicht baden gehen!

09.07.1999 Von: Pressestelle Landratsamt

Bei Algenteppichen aufs Baden

in freien Gewässern verzichten

Gesundheitsamt gibt Ratschläge -

Cyano-Bakterien können gefährlich sein

VOGELSBERGKREIS ( ). In den warmen Sommermonaten kann es vorübergehend in den freien Badegewässern - zum Beispiel im Pfordter See, im Nieder-Mooser See oder im Nidda-Stausee - zu einer Massenentwicklung von Algen kommen, die die Seen besonders in Ufernähe mit einem dichten, blaugrünen oder grünen „Teppich“ bedecken und die Sichttiefe damit deutlich herabsetzen. Der Sommer ist die Zeit der Wasser- oder Algenblüte, die durch das Vorkommen von Pflanzennährstoffen wie Phosphat oder Stickstoff im Wasser hervorgerufen wird und das Baden beeinträchtigen kann. Vorsorglich weist das Kreisgesundheitsamt auf mögliche Gefahren hin. Zur Zeit - auch das betont die Behörde - erfüllen jedoch alle drei genannten Badeseen die Anforderungen der Badegewässer-Verordnung, was die bakteriologischen und chemischen Werte angeht.

Was ist gesundheitlich bedenklich beim Baden in stark mit Algen bedeckten Gewässern? Schon beim Schlucken vom 20 bis 100 Milliliter stark mit Cyanobakterien (Blaualgenart) belasteten Wassers ist eine akute toxische Wirkung möglich, allerdings nur, wenn zwei eher seltene Bedingungen zusammentreffen: eine ungewöhnlich extreme Anreicherung der Cyanobakterien und ein ungewöhnlich hoher Toxingehalt derselben. Erkrankungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, allergische Reaktionen bis hin zu Leberschädigungen sind besonders bei wiederholter Belastung mit subtoxischen Mengen möglich, z. B. bei häufigem Schwimmen und Baden im Urlaub. Kleinkinder und Kinder sind als besondere Risikogruppe anzusehen, da sie beim Spielen und Toben mehr Wasser schlucken als Erwachsene beim Schwimmen. Aufgrund des derzeitigen Kenntnisstandes muss also davon ausgegangen werden, dass Baden in eutrophen, stark mit Cyanobakterien belasteten Gewässern ein Gesundheitsrisiko darstellt, insbesondere bei wiederholter Exposition innerhalb weniger Tage bis Wochen.

 

Desweiteren trüben Algen das Wasser, die verminderte Sichttiefe erschwert eventuell notwendige Rettungsmaßnahmen.

Durch Wind- und Witterungsverhältnisse kann sich die Situation an Badestellen schnell ändern. Die Seen werden zwar regelmäßig beprobt und kontrolliert, da jedoch das Algenproblem kurzfristig auftreten kann, ist es möglich, dass nicht jede Veränderung des Wassers erfasst wird.

 

Aus Vorsorgegründen wird beim Baden

in freien Badegewässern deshalb empfohlen:

 

· Wenn an der Badestelle eine intensive Grünfärbung oder gar ein schwimmender „Algenteppich“ festgestellt wird, sollte auf das Baden verzichtet werden.

· Faustregel: Im knietiefen Wasser sollten die Füße noch sichtbar sein.

· Sofern sich eine starke Algenbildung zeigt, sollte darauf geachtet werden, dass Kinder in diesem Wasser nicht plantschen oder spielen.

· Falls nach dem Baden eines oder mehrere der genannten Krankheitssymptome auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Blaualgen-Massenansammlungen sind sehr wind- und wetterabhängig und können sich innerhalb kurzer Zeit wieder auflösen, so dass anschließend wieder ein gefahrloser Badebetrieb möglich ist.

Nähere Informationen: Gesundheitsamt, Telefon 06641 / 977-401.