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Landrat Marx: "Hohe Lebensqualität für unsere Dörfer durch Dorferneuerung" - Sanierung Backhaus und Außenanlage Totenköppel - Landrat überreicht in Meiches 29.000 Euro an Bürgermeister Stock

23.05.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Hohe Lebensqualität für
unsere Dörfer durch Dorferneuerung“
 
Sanierung Backhaus und Außenanlage Totenköppel - Landrat überreicht in Meiches 29.000 Euro an Bürgermeister Stock

VOGELSBERGKREIS.     23. Mai 2007.
 
Die Dorferneuerung in Meiches macht weitere Fortschritte. Jetzt kann die Sanierung der Außenanlage am Totenköppel und des Backhauses in der Appenstrut beginnen. Landrat Rudolf Marx überreichte zwei Bewilligungsbescheide des Dorferneuerungsprogramms des Landes (DE) in einem Gesamtvolumen von knapp 29.000 Euro an Bürgermeister Heiko Stock. 15.000 Euro hiervon werden für das Backhaus, 13.700 Euro für die Außenanlage eingesetzt.


 
„Die Fördermittel schaffen eine stabile Grundlage für die Weiterentwicklung der Dörfer mit ihrer hohen Lebensqualität“, sagte Rudolf Marx. „Die Kommunen erhalten über einen Zeitraum von neun Jahren die Chance, investitionsträchtige Themenfelder mit der finanziellen Hilfe des Landes Hessen anzupacken. Die Motivation zur Eigeninitiative und damit zur Verwirklichung von Projekten für das Gemeinwesen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Dorferneuerung. Daneben wird das regionale Handwerk und Gewerbe gestärkt. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eingesetzte Fördergelder ein Mehrfaches an Investitionen auslösen“. Für kommunale und private Vorhaben wurden in Meiches bisher Zuschüsse von  etwa 218.000 Euro gewährt, dazu zählen 17 private Maßnahmen mit einer Zuwendung von über 134.000 Euro.
 
Etwa 1,5 Kilometer südlich von Meiches liegt auf dem Totenköppel der einzigartige denkmalgeschützte Sippenfriedhof mit Totenkirche. Aufgrund der historischen und kulturellen Bedeutung für die Meicheser und für Besucher der Region Vogelsberg wurde dieser Ort außerhalb des Dorfes in das Fördergebiet einbezogen. Nach den Worten des Landrats, des Bürgermeisters und des Ortsvorstehers ist dieser Friedhof einzigartig in Deutschland. Ortsvorsteher Rudolf Wolf sagte: „Für die Meicheser Bürger hat der Friedhof einen sehr hohen Stellenwert. Und auch viele Touristen kommen, um diese Besonderheit in der Region Vogelsberg zu besichtigen.“ Der Ortsvorsteher erläuterte dem Landrat die Besonderheit der Verknüpfung von Hausnamen des Ortes mit dem Anrecht auf eine bestimmte Ruhestätte auf dem Friedhof.
 
Mit der Restaurierung der Kirche konnte bereits begonnen werden – beim Besuch des Landrats wurde gerade das Außengerüst abgebaut. Für die Maßnahmen an der Außenanlage überbrachte Landrat Marx nunmehr weiteres zugesagtes Fördergeld in Höhe von rund 13.700 Euro. Somit stehen für das gesamte Vorhaben inklusive Planungsleistungen knapp 60.000 Euro Dorferneuerungsmittel des Landes Hessen zur Verfügung. Ziel dieses besonderen Projektes ist es, die Nutzungsfähigkeit der Totenkirche zu verbessern und gleichzeitig die Ursprünglichkeit und Ausstrahlung des Raumes zu betonen. Die Maßnahmen im Außenbereich erhöhen die Aufenthaltsqualität und die Sicherheit der Besucher.
 
Im Einzelnen ist folgendes vorgesehen: Die Sanierung der Kirche in ihrem äußerem Erscheinungsbild, der Innenraum wird nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und in der ursprünglichen Farbgebung mit seinen schmückenden Profilen im Bereich der Empore und Sakristei restauriert, im Umfeld der Kirche sollen die historischen Grabsteine besser sichtbar in Wert gesetzt werden, die Sanierung des Kriegerdenkmals und der historischen Ringmauer aus aufgeschichteten Feldsteinen, zudem wird die Wegeführung verbessert und die Eingangstore zum Friedhof sollen überarbeitet werden.
 
Für das Backhaus am Rande des alten Dorfkerns gibt es 15.000 Euro aus der Dorferneuerung bei Gesamtkosten von 20.000 Euro. Das Kulturdenkmal aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wird noch rege genutzt und kann jetzt außen und innen fachgerecht saniert werden. Das umfasst beispielsweise die Ausbesserung und den Austausch von Fenstern sowie der verzogenen Eingangstür, die Sanierung der Holzschindelfassade, neue naturrote Ziegel für das stark mit Moos überzogene Dach, die Ausbesserung der Sandsteinbänke im Innenraum, einen Kalkanstrich für die Wände sowie neue Türen in Stahlblech für den Backofen.
 
Während der Laufzeit der Dorferneuerung bis 2012 stehen weitere wichtige Vorhaben auf der kommunalen Agenda, beispielsweise die räumliche Verknüpfung und Gestaltung der alten Mitte um das DGH und der neuen Mitte mit dem alten Bauhof, geplant als Vereinstreff, und dem Festplatz, die Einrichtung eines Jugendraumes im DGH. Im Rahmen der neunjährigen Laufzeit haben die Kommune und die Bürger die Möglichkeit, die Zukunft ihres Dorfes fachlich begleitet zu diskutieren und mit Hilfe der Förderung in die Hand zu nehmen. Fördergelder gibt es für öffentliche und private Maßnahmen. Besonders wichtig sind die Motivation und Eigeninitiative der Kommune und der Bürgerschaft vor Ort, damit die Vorstellungen über eine nachhaltige Entwicklung Ziel gerichtet umgesetzt werden können.
 
Zentrale Themen einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung sind, so Margit Wagner, Leiterin des Sachgebiets Dorferneuerung in der Kreisverwaltung: Das „Sich-fit-Machen“ der Kommunen für den demographischen Wandel und die Diskussion der zu erwartenden Auswirkungen auf die Dörfer. Es gehe künftig um die Bandbreite vom bürgerschaftlichen Engagement, das besonders wichtig sei für die Erhaltung der Lebensqualität im ländlichen Raum bis hin zu Infrastruktureinrichtungen mit angepassten und auch überörtlichen Nutzungsmöglichkeiten unter Betrachtung der jährlichen Folgekosten und gegebenenfalls mit neuen Trägermodellen.
 
In Anbetracht der zunehmenden Leerstandsproblematik sei die Erhaltung, Belebung und Entwicklung der alten Ortskerne durch ein aktives Flächen- und Gebäudemanagement eine wichtige und dringliche Aufgabe, sowie die fachgerechte Gestaltung und Sanierung der ortsprägenden Bausubstanz unter Energie einsparenden Aspekten.
 
Für private Bauherren wird weiterhin eine kostenlose Beratung angeboten als Grundlage einer möglichen Förderung durch das Dorferneuerungsprogramm.
 
Zuschüsse gewährt das Land Hessen für Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung und Gestaltung erhaltenswerter Bausubstanz im alten Ortskern. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse für die Neuanlage von Gebäuden, die sich unter Beachtung baugestalterischer und denkmalpflegerischer Kriterien in die örtliche Baustruktur einfügen und für betriebliche Investitionen von Kleinunternehmen.

FOTO:

Geld aus der Dorferneuerung für die Außenanlage am einzigartigen Friedhof am Totenköppel in Meiches – das Foto zeigt (von links) Margit Wagner, Leiterin des Bereichs Dorf- und Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung, Architekt Michael Ruhl, Lautertals Bürgermeister Heiko Stock, Ortsvorsteher Rudolf Wolf und Landrat Rudolf Marx.
Foto: Vogelsbergkreis