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Gesundheitsamt: Keine Bedenken bei Fluor im Speisesalz

07.07.1999 Von: Pressestelle Landratsamt

Keine Bedenken bei fluoridiertem Speisesalz

Gesundheitsamt weist auf Vorbeugung vor Karies hin

VOGELSBERGKREIS ( ). „Der Einsatz von fluoridiertem Speisesalz zur Kariesprophylaxe führt bei sachgemäßer Verwendung zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung.“ Mit dieser Aussage widerspricht die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Hildegard Schulte, Berichten in in einigen Zeitschriften, die auf behauptete Gefahren hinweisen, die angeblich von fluoridiertem Speisesalz ausgehen. Bei 0,25 Milligramm Fluorid je Gramm Salz drohe bei normalen Salzverzehr keine Gefahr.

Neben Jod wird mitunter auch Fluor dem Speisesalz zugesetzt. Der Grund: Fluor stärkt den Zahnschmelz und beugt der Karies wirksam vor. Dr. Schulte erklärt, dass Karies trotz aller Aufklärung nach wie vor ein großes Problem in Deutschland ist. Es wird daher ausdrücklich die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz als einer zusätzlichen Maßnahme im Rahmen der Kariesbekämpfung empfohlen.

Generell sollte die Kariesprophylaxe auf drei Wegen erfolgen: Konsequente Mundhygiene, Einschränkung des Zuckerverzehrs - insbesondere in der Form „klebriger Zwischenmahlzeiten“, Anwendung von Fluorid. Hierfür kommen Zahnpasta mit Fluor in Betracht aber auch Mineralwasser mit 0,7 Milligramm Fluorid pro Liter.

 

Fluorid ist ein normaler Bestandteil des Organismus und auch von Lebensmitteln und Trinkwasser. Es begünstigt im Körper die Festigung des Zahnschmelzes. Da in Deutschland, von einigen Ausnahmen abgesehen, der Gehalt an Fluorid im Trinkwasser und im Boden relativ niedrig ist, liegt die tägliche Fluoridaufnahme über Trinkwasser und Lebensmittel deutlich unter der von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Menge für die einzelnen Bevölkerungsgruppen.

Die teilweise Deckung des Fluoridbedarfs über fluoridiertes Speisesalz ist besonders vorteilhaft, weil das Fluorid gleichmäßig in geringer Konzentration über den Tag verteilt dem Körper zugeführt wird. Bei der gewählten Konzentration des Fluorids im Salz ist eine Überdosierung bei üblicher häuslicher Salzverwendung ausgeschlossen.

Eine ständige Fluoridaufnahme bei Kindern bis zum Alter von 6 - 8 Jahren, die mehr als das Doppelte der angemessenen Zufuhr beträgt, kann zu geringfügigen weißlichen Schmelzflecken (Zahnfluorose) führen, die nicht mit gesundheitlichen Nachteilen verbunden sind. Bei stärkerer Überdosierung kann es zu deutlich braunen Zahnverfärbungen kommen. Eine Fluoridzufuhr, die zur Skelettfluorose führt (10 - 25 mg Fluorid pro Tag über mindestens 10 Jahre) kann durch die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz nicht auftreten (sie würde einen Salzverzehr von 40 - 100 g Salz pro Tag erfordern).

Da Deutschland ein Jodmangelgebiet ist, empfiehlt es sich, im Rahmen der

Kariesprophylaxe auf fluoridiertes und jodiertes Speisesalz zurückzugreifen.

Nähere Informationen: Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises, Telefon 06641 / 977-401.