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Marx: „Mit Dorferneuerung aktiv den demografischen Wandel gestalten“ - Erweiterung des DGH - Landrat überreicht in Vockenrod Bescheid über 160.000 Euro an Bürgermeister Averdung - DE brachte seit 1985 rund 55 Milllionen Euro in den Vogelsbergkreis

07.05.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Mit Dorferneuerung aktiv den demografischen Wandel gestalten“

Erweiterung des DGH - Landrat überreicht in Vockenrod Bescheid über 160.000 Euro an Bürgermeister Averdung

VOGELSBERGKREIS. 7. Mai 2007.
 
Jetzt kann die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses in Vockenrod beginnen. Denn am vergangenen Freitag überreichte Landrat Rudolf Marx einen Bewilligungsbescheid des Dorferneuerungsprogramms des Landes (DE) in Höhe von 160.000 Euro an Bürgermeister Johannes Averdung. Marx bezeichnete den nun bevorstehenden Um- und Anbau des Gemeinschaftszentrums als „wichtigen Meilenstein in der Dorferneuerung des Antrifttaler Ortsteils, das seit 2003 im DE-Programm ist. Die Gemeinde wird einschließlich der Planung insgesamt rund 214.000 Euro investieren.


 
Bürgermeister Johannes Averdung bedankte sich beim Landrat im Namen der Bürgerschaft Vockenrods. Nun werde könne man zügig an die Umsetzung gehen, damit gerade auch der sehr erfolgreiche Tischtennis-Sport in Vockenrod bessere Rahmenbedingungen erhalte. Averdung dankte „DE-Chefin“ Margit Wagner im Amt für den Ländlichen Raum für die „hervorragende Zusammenarbeit“. Auch Ortsvorsteher Berthold Kurz dankte der DE-Behörde für die „immer verlässliche Unterstützung“.
 
„Die funktionale Verbesserung des DGH hat aus guten Gründen hohe Priorität für die Bürgerinnen und Bürger Vockenrod. Das Kultur- und Gemeinschaftsleben im Dorf kann nun einen neuen Schub erhalten“, freute sich Landrat Marx und betonte: „Für uns Vogelsberger leistet das DE-Programm einen entscheidenden Beitrag, die Herausforderungen des demografischen Wandels bewusst und nachhaltig zu gestalten – zum einen mit dem Geld des Landes zum anderen aber auch durch die aktive Einbindung der Bürgerschaft. Hier wächst, was sich die Bürger auch wirklich wünschen“, hob der Landrat hervor. Dies erhalte die Region langfristig für alle Generationen attraktiv und schaffe Lebensqualität.
 
Das DE-Programm sei immer auch „ein kleines Konjunkturprogramm“ zum Nutzen der heimischen Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen, weil jeweils ein Mehrfaches des Steuergeldes in Investitionen münde, betonte Marx.

Seit Mitte der 80-er Jahre sei aus dem Dorferneuerungsprogramm Hessens „die wirklich stolze Summe von 55 Millionen Euro in unseren Vogelsberg geflossen“, hebt der Landrat in einer Pressemitteilung hervor. 17 Millionen Euro davon seien allein seit dem Jahr 2000 wirksam geworden.

Ziel in Vockenrod sei es, im Rahmen der Dorferneuerung das Bürgerhaus mit dem derzeit ungeordneten Umfeld als attraktives Dorfzentrum mit Aufenthaltsqualität zu gestalten unter Einbeziehung der Bushaltestellen und des Straßenraumes. Der funktionalen Optimierung des Bürgerhauses war ein umfangreicher Planungs- und Entscheidungsprozess voran gegangen – das entstandene Konzept werde von Kommune und Dorfgemeinschaft gleichermaßen getragen und nun umgesetzt. Genutzt wird das DGH von den örtlichen Vereinen, die das Dorfleben mit ihren Aktivitäten und Veranstaltungen maßgebend prägen.
 
Zu den Vereinen zählen der Vockenröder Karnevalsverein, die freiwillige Feuerwehr, die katholische Frauengemeinschaft, die Burschenschaft sowie der Tischtennisclub, der mit zu den größten in Hessen gehört. Im Rahmen der Baumaßnahme werden nun durch einen Anbau im Untergeschoss Umkleide- und Duschräume geschaffen, der Aufenthaltsbereich mit Teeküche wird funktional optimiert. Das Erdgeschoss wird erweitert durch ein Stuhllager mit Archiv, einen behindertengerechten Sanitärbereich und durch die Einrichtung eines Jugendraumes.
 
Innerhalb der neunjährigen Laufzeit haben die Kommune und die Bürger die Möglichkeit, die Zukunft ihres Dorfes fachlich begleitet zu diskutieren und mit Hilfe der Förderung in die Hand zu nehmen. Fördergelder gibt es für öffentliche und private Maßnahmen. Besonders wichtig sind aus Sicht des Landrats die Motivation und Eigeninitiative der Kommune und der Bürgerschaft vor Ort, damit die Vorstellungen über eine nachhaltige Entwicklung Ziel gerichtet umgesetzt werden können. Für kommunale und private Vorhaben wurden bisher Zuschüsse von ca. 220.000 Euro bei einer Investitionssumme von 480.000 Euro gewährt.
 
Zentrale Themen einer zukunftsorientierten Dorfentwicklung sind, aus Sicht von Margit Wagner, Chefin der Dorferneuerungsbehörde: Die Diskussion demografischer Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Dörfer, Infrastruktureinrichtungen mit angepassten und auch überörtlichen Nutzungsmöglichkeiten unter Betrachtung der jährlichen Folgekosten und gegebenenfalls auch mit neuen Trägermodellen.
 
In Anbetracht der zunehmenden Leerstandsproblematik sei auch die Erhaltung und Entwicklung der alten Ortskerne durch ein aktives Flächen- und Gebäudemanagement eine wichtige und dringliche Aufgabe, sowie die fachgerechte Gestaltung und Sanierung der ortsprägenden Bausubstanz unter Energie einsparenden Aspekten.
 
Für private Bauherren wird weiterhin eine kostenlose Beratung angeboten als Grundlage einer möglichen Förderung durch das Dorferneuerungsprogramm. Zuschüsse gewährt das Land Hessen für Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung und Gestaltung erhaltenswerter Bausubstanz im alten Ortskern. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse für die Neuanlage von Gebäuden, die sich unter Beachtung baugestalterischer und denkmalpflegerischer Kriterien in die örtliche Baustruktur einfügen und für betriebliche Investitionen von Kleinunternehmen.

FOTO:

Mit der Dorferneuerung das DGH erneuern: unser Foto zeigt von links Margit Wagner, Leiterin des Sachgebeits Dorferneuerung in der Kreisverwaltung, Vockenrods Ortsvorsteher Berthold Kurz, Antrifttals Bürgermeister Johannes Averdung und Landrat Rudolf Marx.

Foto: Vogelsbergkreis