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„Zecken-Impfung“ – FSME – Borreliose und andere Verwirrungen - Informationen des Kreisgesundheitsamts

27.04.2007 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Zecken-Impfung“ – FSME – Borreliose und andere Verwirrungen

Informationen des Kreisgesundheitsamts

VOGELSBERGKREIS. 27. April 2007.

Aufgrund aktueller Meldungen zu dem vermehrten Auftreten von Zecken durch den vergangenen relativ warmen Winter ist es zu einem gewissen Durcheinander der Begrifflichkeiten gekommen. Leider hat sich der Begriff „Zecken-Impfung“ eingebürgert, obwohl die bestehende Impfung gegen die Viruserkrankung FSME nicht gegen Zecken, sondern eben nur gegen das Virus hilft. Gegen die Borreliose, die auch durch Zecken übertragen wird, gibt es keine Impfung. Darauf macht das Kreisgesundheitsamt aufmerksam. Aufgetretene Borreliose kann einzig durch eine entsprechende, durch den Hausarzt oder Facharzt veranlasste Antibiotika-Therapie behandelt werden.
 
Bei FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) handelt es sich um eine durch Zecken auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Diese fieberhafte Erkrankung kann unter Beteiligung der Hirnhäute (Hirnhautentzündung/Meningitis) einhergehen.

Der Vogelsbergkreis ist gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes KEIN  Risikogebiet. Daher wird zum jetzigen Zeitpunkt durch das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises auch keine Impfempfehlung ausgesprochen. Anders verhält es sich bei Reisen in deutsche FSME-Gebiete (besonders Schwarzwald und Bayerischer Wald).

Die zweite Erkrankung, die eigentlich die häufigste in Europa durch Zecken übertragene Erkrankung überhaupt ist, ist die sogenannte Borreliose. So erkranken jedes Jahr ca. 100.000 Menschen in Deutschland neu an dieser Erkrankung. So wird dieses Risiko durch die Bevölkerung zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unterschätzt. Eine Infektion kann zu starken, chronischen Gelenkbeschwerden und neurologischen, aber auch psychischen Veränderungen führen.

Ein Schutz gegen die Borreliose ist durch eine Impfung nicht möglich. Einzig vorbeugende Maßnahmen, wie die Vermeidung von Zeckenbissen sind möglich. Hierzu sollte im Freien (auf Wiesen, etc.) lange Hosen und ein auf die Haut aufgetragenes Zeckenabwehrmittel die Blutsauger vom Beißen abhalten. Man sollte unbedingt nach naturnahen Ausflügen zu Hause den Körper zusätzlich nach Zecken absuchen und diese so schnell wie möglich, ohne die Zecken zu zerstören, entfernen.

Falls es doch zu einer Infektion durch Borreliose gekommen sein sollte, entsteht im Bereich der Biss-Stelle eine nach außen fortwandernde entzündliche Rötung. Dann sollte unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden, damit dieser weitere Maßnahmen ergreifen kann.

Zusammenfassend weist das Gesundheitsamt nochmals darauf hin, dass es

  • keine „Zecken-Impfung“ gibt,

  • nur eine Impfung gegen FSME gibt,

  • keine Impfung gegen Borreliose gibt und

  • im Bereich des Vogelsbergkreises eine Impfung gegen FSME nicht erforderlich ist.

Schützen kann man sich durch das Befolgen der oben genannten Hinweise.

Für weitere Rückfragen steht das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises unter der

Telefonnummer: 06641/977-170 zur Verfügung.

Auch im Internet sind weitere Informationen unter www.zecken.de, www.dgk.de oder www.rki.de zu finden. Hier bitte ‚Infektionskrankheiten A – Z’ anklicken und dann auf der rechten Seite ‚Epidemiologisches Bulletin’. Im Epidemiologischen Bulletin 15/2007 findet man genauere Details zur FSME-Situation in Deutschland.