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Lipphardt: Jeder muss die Chance auf eine Ausbildung haben

23.06.1999 Von: Pressestelle Landratsamt

Lipphardt: Jeder muss Chance

auf eine Ausbildung haben

Mitgliederversammlung des Vereins für Berufsausbildung - Budget von 3,7 Millionen Mark gebilligt

VOGELSBERGKREIS ( ). Landrat Hans-Ulrich Lipphardt hat auf der Mitgliederversammlung des Vereins für Berufsausbildung die Bedeutung dieser Institution für den regionalen Ausbildungsmarkt hervorgehoben. „Jeder und jede muss die Möglichkeit haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, auch wenn er bzw. sie nicht die allerbesten Startchancen hat“, betonte Lipphardt, der Vorsitzender des Vereins ist. Einer beträchtlichen Zahl junger Menschen - aktuell über 120 - könne der Verein hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten anbieten. „Die Teilnehmer nehmen ihre Chancen wahr, nur ganz wenige steigen aus.“ Und danach finde der überwiegende Teil der Absolventen eine ausbildungsgemäße Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt.

Den Großteil des Ausbildungskontingents des Vereins stellt die Aenne-und-Konrad-Geisel-Schule (Lehranstalt für Altenpflege in Alsfeld) mit rund 100 Plätzen. Die Schule will bis zum Jahr 2000 die Zahl der Kurse auf sechs im Jahr (einer beginnt im Frühjahr, einer im Herbst) und damit 150 TeilnehmerInnen erweitern. Dieses Ausbildungsangebot von 150 Ausbildungsplätzen werde künftig bestehen bleiben. Damit gehöre die Aenne-und-Konrad-Geisel-Schule zu den bedeutendsten Ausbildungsstätten im Vogelsbergkreis.

Der Verein arbeitet mit vielen Institutionen und vor allem auch den Schulen zusammen. Damit die vorhandenen knappen Mittel zielgenau eingesetzt werden können, sprach sich Schulamtsdirektor Christoph Fellner von Feldegg in der Versammlung dafür aus, die Koordination zwischen Verein, Arbeitsamt und Berufsschulen zu optimieren. Landrat Lipphardt wies auf die Bedeutung der Mitgliedschaft der DIVO GmbH hin. Die neue Kreisentwicklungsgesellschaft Vogelsberg Consult werde ab dem 1. Juli ebenfalls eine wichtige Rolle in der Arbeit des Vereins einnehmen.

Der Verein kümmert sich um Ausbildungsgänge in den Berufen Altenpflegerin, Bekleidungsnäherin, Bekleidungsfertigerin, Bekleidungsschneiderin, Modenäherin, Modeschneiderin. Als besonders erfolgreich erweist sich die 1997 begonnene Ausbildung von Industriekaufleuten, Bürokaufleuten und Kaufleuten im Einzelhandel. Sechs zusätzliche Lehrstellen konnten 1997 mit Unterstützung der LEADER GmbH geschaffen werden, weil ein Verbund ortsansässiger Firmen gemeinsam mit dem Land und dem Kreis bereit war, neue Wege zu gehen.

Lehrkräfte des Vereins seien für die sozialpädagogische Betreuung von Eingliederungslehrgängen in die Berufs- und Arbeitswelt tätig, die sich hauptsächlich an junge Aussiedler wenden. Hier wie bei den anderen genannten Ausbildungsgängen zeige sich, dass es unverändert viele junge Menschen gebe, die aufgrund sozialer und/oder bildungsmäßiger Rückstände schlechtere Chancen hätten, eine Lehrstelle zu finden. Die Jugendlichen könnten daher nur mit einer intensiven sozialpädagogischen Betreuung Stück für Stück in die Praxis des Berufslebens eingeführt werden - wie die Geschichte des Vereins zeige: mit überragendem Erfolg. Denn seit Mitte der 80er Jahre sei der Verein für Berufsausbildung für die Ausbildung von 800 jungen Menschen im Vogelsbergkreis verantwortlich, betonte Lipphardt.

Der überwiegende Teil der Einnahmen sind Gelder des Landes, der Vogelsbergkreis beteiligt sich mit einem Anteil von 355.000 Mark am Gesamtbudget von über 3,7 Millionen Mark und übernehme damit gesellschaftliche Verantworutng, was die Bürger auch zu Recht erwarteten. „Der Wirtschaftsplan 1999 entspricht dem Haushaltsvolumen einer kleinen Kommune“, bemerkte der Geschäftsführer des Vereins, Hauptamtsleiter Erich Bloch, am Rande der Versammlung.