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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern am 25. November - Gleichstellungsbeauftragte Emmermann fordert entschiedenes Nein zu häuslicher Gewalt

22.11.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern am 25. November 2006

"Frauen schlägt Mann nicht"

Gleichstellungsbeauftragte Sylke Emmermann

fordert ein entschiedenes Nein zu häuslicher Gewalt

VOGELSBERGKREIS. 22. November 2006. „Häusliche Gewalt wohnt überall.“ Jede vierte Frau in Deutschland wird das Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. Deshalb verdient auch der 25. November als internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern überregionale und regionale Beachtung, so die Gleichstellungsbeauftragte Sylke Emmermann als zuständige Dezernentin für Frauen, Familien und Senioren im Vogelsbergkreis in ihrer aktuellen Stellungnahme.

Ein altes russisches Sprichwort besage „Ein Mann schlägt seine Frau, wenn er sie liebt.“ Leider teilten offensichtlich auch heute noch viele Männer diese Einstellung.

„Immer wieder werden auch bei uns Frauen und Kinder Opfer von Gewalt“ und werden in ihrer Selbstbestimmung und Lebensführung massiv eingeschränkt, erklärt Emmermann und beklagt das breit gefächerte Gewaltspektrum. „Das Leid der von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder ist erschütternd,“ sagt die Gleichstellungsbeauftragte, die aus ihrer Arbeit in der Fachberatungsstelle des Vogelsbergkreises für Frauen und Kinder in Not viele bedrückende Schicksale kennt. Alarmierend sind nach ihren Worten aber auch die aktuell ansteigenden Zahlen der von Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen. Als Ursache nannte Emmermann das wachsende soziale und gesellschaftliche Ungleichgewicht, das sich widerspiegele in schwierigen Lebensverhältnissen und dadurch der Gewaltbereitschaft in Familien neuen Auftrieb gebe.

„Häusliche Gewalt“ geschehe tagtäglich und mitten unter uns, hinter verschlossenen Wohnungstüren und zugezogenen Gardinen in unserer Nachbarschaft. Die Täter seien in der Regel die Ehemänner oder männliche Lebensgefährten. Soziale Faktoren wie die Nationalität, das Einkommen oder die Schulbildung spielten dagegen keine Rolle. „Ich will mit meiner Unterstützung der Aktion „Frauen schlägt Mann nicht“ einen Beitrag leisten zur Aufklärung und gleichzeitig Frauen ermutigen den ersten Schritt aus der Gewaltsituation zu tun.“

Der 25. November sei also auch 24 Jahre, nachdem die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag der Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen“ erklärten, noch immer kein Alibitag für ein Randphänomen, sondern ein Tag zur Sichtbarmachung von Defiziten, die unsere Gesellschaft bis ins Mark berühren, unterstreicht die Gleichstellungsbeauftragte.

In den Kreisgremien macht sich Emmermann auch in der aktuellen Legislaturperiode mit eigenen Maßnahmen gegen Gewalt stark. Neben der Fachstelle für Frauen und Kinder in Not, die hilfe- und ratsuchenden Frauen rund um die Uhr zur Verfügung steht, gibt es einen runden Tisch „Gewaltschutz“, an dem Fachleute sich um eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung bestehender Angebote bemühen. Auch in 2006 hat Emmermann wieder einen Schwerpunkt auf die schulische Präventionsarbeit gelegt. Mit den Theaterprojekten „Finger weg von Julia“ und „Gewalt ist doof“ wird das heikle Thema an den Grundschulen im Vogelsbergkreis weiter sensibilisiert.

Aufklärung, Information und Transparenz statt Angst vor diesem für viele eher unangenehmen Thema - fordert Sylke Emmermann. Denn nur wer informiert ist und um seine Rechte weiß, wird Hilfe suchen und kann zu Stärke und Selbstbewusstsein ermutigt werden.

Die Fachstelle für Frauen (und Kinder) in Not ist unter der Notrufnummer 06641/977-244 rund um die Uhr erreichbar.