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Landrat Marx würdigt Arbeit der Gemeinnützigen Schottener REHA - Rede anlässlich der Eröffnung des Ausbildungszentrums

14.11.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Freitag, 10. November 2006

Feierliche Eröffnung des Ausbildungszentrums

Gemeinnützige Schottener REHA - - 20 Jahre berufliche und soziale Integration

Rede von Landrat Rudolf Marx

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Schemenau,

sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Schaab-Madeisky,

sehr geehrte Frau Weg,

sehr geehrter Herr Dr. Barkey,

sehr geehrter Herr Baumstieger,

liebe Auszubildende,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

es ist für mich immer eine große Freude, wenn ich wahrnehmen darf, wie viel Energie, Klugheit und Weitsicht in die Zukunft unseres Landes gesteckt wird. Eines wirtschaftlich starken Landes mit einem menschlichen Antlitz. Denn um nichts weniger geht es hier bei dem heutigen feierlichen Anlass. Wer aktiv für die Zukunfts-Chancen junger Menschen arbeitet, Herzblut und solide Fachlichkeit und nicht zuletzt Geld investiert, der trägt dazu bei, dass unser Land sein Antlitz in Würde zeigen kann.

Ich habe immer die Auffassung vertreten, dass die Wirtschaft selbstverständlich ihre Entfaltungsspielräume braucht, dass Gewinne gemacht werden müssen und dass die Wirtschaft wachsen muss. Aber die bloßen – möglichst schwarzen – Zahlen der Wirtschaft prägen noch nicht ausreichend das Bild einer modernen und humanen Gesellschaft, jedenfalls nicht automatisch.

Daher ist es unerlässlich, dass Einrichtungen wie die Gemeinnnützige Schottener REHA, die seit Jahrzehnten in Sachen beruflicher und sozialer Integration erfolgreich ist, sich gerade um diejenigen kümmert, die nicht mit den allerbesten Startchancen ausgestattet sind. Dieses Widmen, dieses auf hohem fachlichen Niveau angesiedelte Kümmern um die jungen Menschen, für die wir gemeinsame Verantwortung haben, basiert auf einer zutiefst christlichen Einstellung. Dafür danke ich Ihnen.

Die Schottener REHA kann heute die Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums feiern und blickt gleichzeitig auf 20 Jahre erfolgreiche Integrationsarbeit zurück. Zu beidem gratuliere ich Ihnen, stellvertretend wende ich mich an den Geschäftsführer, Herrn Schemenau, sehr herzlich.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich bin heute nach Schotten gekommen, um zu gratulieren und zu danken für das großartige Engagement, das die REHA an den Tag legt. Ich will auch danken all jenen, die mit erheblichen finanziellen Beiträgen dazu beigetragen haben, dass dieses Projekt Wirklichkeit werden konnte. Ich nenne hier den LWV, die Landesregierung, die Europäische Union und nicht zuletzt die REHA selbst, die weit über ein Drittel der Kosten selbst schultert.

Ich bin heute auch nach Schotten gekommen, weil ich als Landrat und somit Chef der Kommunalen Vermittlungsagentur direkter Partner der REHA Schotten und des Ausbildungsverbundes Jugend und Beruf bin. Und, meine Damen und Herren, ich betone das: Ich bin es ausgesprochen gerne.

Denn um unsere große Aufgabe zu erfüllen, Menschen, die „draußen“ sind, zumal jungen Menschen, zu helfen wieder auf die Füße zu kommen bzw. gar erstmals die Grundvoraussetzungen für einen Erfolg auf dem Arbeitsmarkt zu erwerben, braucht es Einrichtungen, die das Know-How, die Kraft und den Weitblick haben, dies in der Praxis umzusetzen. Und die nicht zuletzt eine selbstverständliche Nähe zur heimischen Wirtschaft haben und so langfristig über die Ausbildung hinaus Chancen anbahnen können.

Es ist ein Markenzeichen unseres Vogelsbergkreises, dass die Verantwortlichen vernetzt denken und gemeinsam zum Wohle der Menschen handeln. Es ist ein Verzahnen von fachlichem und organisatorischem Wissen, es ist ein täglich gerechtfertigtes Vertrauen, das zwischen unserer Kreisverwaltung, unserer KVA, und dem Trägerverbund und hier konkret mit der REHA Schotten herrscht. Das freut mich sehr.

Neben den 84 jungen Menschen, die in Partnerschaft mit der Agentur für Arbeit hier in Schotten wirksame Hilfe und Ausbildung erfahren, entsendet auch unsere KVA 17 benachteiligte junge Menschen. Ich finde es beeindruckend, dass hier 15 verschiedene Berufe angeboten werden.

Meine Damen und Herren,

als ich mich vor zwei Jahren dafür stark machte, dass sich der Vogelsbergkreis selbst um die Aufgaben aus dem Sozialgesetzbuch 2 kümmern soll, dachte ich zu allererst an junge Menschen, die durch unser Zutun, durch unser gutes vernetztes Handeln vor Ort mehr und neue Chancen erhalten sollen.

Daher ist auch dieser Tag – genau wie vor 10 Tagen, als wir den Auftakt für 25 neue, zusätzliche Ausbildungsverträge in Alsfeld bei der Neuen Arbeit im schon erwähnten Ausbildungsverbund feiern konnten - ein Tag, der mich froh und glücklich macht.

Ich appelliere an Sie, verehrte junge Männer und junge Frauen, ergreifen Sie hier in Schotten Ihre Chance! Ihnen werden hier viele Hilfen angeboten. Aber das Entscheidende müssen Sie selbst beitragen:

Fleiß, Durchhaltevermögen, Disziplin, Mut und Zuversicht. Dann wird sich der Erfolg einstellen. Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück und Erfolg.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Gerade in Krisenzeiten erweist sich, ob das Vertrauen Bestand hat. Die Nachrichten aus Berlin über gesperrte Gelder gerade im Kernbereich der Ausbildung und Qualifizierung hatte uns alle wie ein Schock getroffen. Ich habe ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit zu danken, um die damit zunächst entstandenen Probleme zu lösen. Ich betone: das ist nicht selbstverständlich. Aber bei uns im Vogelsbergkreis gehört das Ernstnehmen, das Verhandeln auf gleicher Augenhöhe, die gemeinsame Suche nach dem besten Weg im Interesse der Betroffenen zum politischen Klima. Darüber bin ich sehr froh.

Zum Glück haben unsere beiden Bundestagsabgeordneten für uns in Berlin viel erreichen können. Die angedrohte Kürzung ist fast vollständig zurück genommen worden. Und – was ebenso wichtig ist: wir haben gute Signale aus Berlin, das wir auch fürs kommende Jahr vernünftig und verlässlich planen können. Der Vogelsbergkreis hat sich in dieser Krise in Berlin einen guten Namen gemacht. Wir haben ganz offensichtlich gute Argumente vorbringen können. Eines davon lautet: die da im Vogelsberg arbeiten tatsächlich zum Wohle der jungen Menschen bemerkenswert effektiv zusammen. Genau deswegen sind wir heute zu diesem freudigen Ereignis zusammen gekommen.

Ich betone es noch einmal: Der Vogelsbergkreis mit seiner Zuständigkeit für das SGB II ist dankbar für das gebotene Spektrum des Trägerverbundes, in dem die REHA ein wesentlicher Bestandteil ist. Dieser Verbund erweist sich als hochkompetenter Partner mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz, der unseren Klienten zugute kommt. Dabei entsteht durch die Ausdifferenzierung, durch die unterschiedlichen Arbeitsansätze, gerade auch durch die Vielzahl der angebotenen möglichen Berufe der drei Träger ein zusätzlicher hoher Nutzen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, den jungen Menschen in ihrem täglichen Erleben ein Fundament zu vermitteln, soziale Verlässlichkeit zu zeigen, Selbstvertrauen aufzubauen, sie ernst zu nehmen, Bindungsfähigkeit zu entwickeln, ja sie in die Lage versetzen, Familienfähigkeit zu wagen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir weiter so gut zusammenarbeiten. Ihrer Einrichtung wünsche ich von Herzen Erfolg und Glück.

Ich wiederhole an dieser Stelle das, was ich vor wenigen Tagen bei der Neuen Arbeit gesagt habe:

Was wir hier gemeinsam tun ist nichts weniger als gelebte Nächstenliebe, gepaart mit dem soliden fachlichen Blick auf das vernünftig und langfristig Machbare.