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Kreistag in Homberg: Landrat Marx berichtet aus der Arbeit des Kreisausschusses

07.11.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Sitzung des Kreistages des Vogelsbergkreises am

Montag, 6. November 2006, 15 Uhr, in Homberg/Ohm

Bericht aus der Arbeit des Kreisausschusses - Landrat Rudolf Marx berichtet.

Es gilt das gesprochene Wort.

Die Schülerzahlen gehen weiter zurück – aber sie steigen stark bei den Berufsschulen und in den Oberstufen: 166 Berufsschüler mehr – Mittelstufen minus 213 – Oberstufen plus 94

Seit 2002 gehen die Schülerzahlen an den Vogelsberger Schulen kontinuierlich zurück. Dies setzt sich auch im Schuljahr 2006/2007 fort. Zwar ist die Gesamtzahl der Schüler gegenüber dem Vorjahr nur um 46 Schüler auf jetzt 17.156 Schüler zurückgegangen, allerdings verläuft die Entwicklung zwischen den allgemeinbildenden Schulen und den Berufsschulen völlig konträr.

An den Berufsschulen haben wir gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 166 Schülern und kommen jetzt auf eine Gesamtzahl von 4.308 Schülern. Dies Entwicklung hat auch Auswirkungen auf den Raumbedarf. Trotz mehrmaliger baulicher Erweiterungen an beiden Berufsschulstandorten sind beide Berufsschulen nun erneut an ihre Kapazitätsgrenze gekommen, so dass für die Max-Eyth-Schule eine Auslagerung von Klassen in das benachbarte Oberstufengebäude der Albert-Schweitzer-Schule notwendig wurde und für die Vogelsbergschule Lauterbach zwei Klassenräume im Bildungszentrum für Elektrotechnik angemietet werden mussten.

Im allgemeinbildenden Schulbereich sieht die Situation ganz anders aus. Hier haben wir sowohl im Grundschulbereich als auch im Mittelstufenbereich weiter rückläufige Schülerzahlen. Ähnlich wie bei den Berufsschulen steigen dagegen die Schülerzahlen in den Oberstufen der beiden Gymnasien weiter an. So haben wir bei den Grundschülern gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 87 Schülern; in der Mittelstufe ging die Schülerzahl sogar um 213 zurück und in der Oberstufe stieg die Schülerzahl um 94. Im Bereich der Sonderschulen gibt es so gut wie keine Veränderungen.

Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes für die beruflichen Schulen

Unter der Federführung des Schulverwaltungsamtes ist in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt und den Schulleitungen der beiden Berufsschulen inzwischen die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes für die beruflichen Schulen erarbeitet worden. Der Entwurf dieser Fortschreibung befindet sich derzeit in der Abstimmung mit dem Kultusministerium. Es ist beabsichtigt, diesen Schulentwicklungsplan baldmöglichst in die Kreisgremien zu bringen.

Die Fortschreibung des Berufsschulentwicklungsplanes aus dem Jahre 1999 war notwendig geworden, weil das Zahlenmaterial überholt war und die dort enthaltenen organisatorischen Planungen entweder inzwischen umgesetzt sind oder nicht mehr dem heutigen pädagogischen Standard entsprechen. Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Berufsschulen ist ein vom Kultusministerium genehmigter Schulentwicklungsplan. Um das Angebot der Berufsschulen in den nächsten 5 Jahren dem Bedarf anzupassen, ist diese Fortschreibung notwendig.

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Lauterbach – Schülerzahl ist seit 1996 von 685 auf 1000 gestiegen – Amt für Gebäudemanagement erstellt Planungskonzept für neuen Mittelstufenbau in der Bahnhofstraße

Am Schulstandort Lauterbach gibt es seit Jahren erhebliche Raumprobleme mit weiter ansteigender Tendenz. Ein Erweiterungsbau für den Mittelstufenbereich ist deshalb unumgänglich.

Von diesen Raumproblemen ist die Alexander-von-Humboldt-Schule durch die kontinuierlich ansteigenden Schülerzahlen am stärksten betroffen. So ist die Schülerzahl in den letzten 10 Jahren von damals 685 auf heute fast 1.000 Schüler angestiegen. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben.

Die Überprüfung des Grundstücksbedarfs kommt zu dem Ergebnis, dass der Standort Bahnhofstraße den notwendigen Erweiterungsbau zulässt und damit die Zusammenführung von Mittel- und Oberstufe hier möglich wäre. Das Amt für Gebäudemanagement erstellt zur Zeit ein Planungskonzept.

Das Schulgebäude an der Wascherde könnte zukünftig vollständig der Haupt- und Realschule zur Verfügung gestellt werden, die sich dort zu einer modernen Ganztagsschule weiter entwickeln könnte. Sobald konkrete Konzepte vorliegen, werden die Kreisgremien unterrichtet.

Kreis liegt im Beobachtungsgebiet der Blauzungenkrankheit

Aus dem Bereich des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz habe ich Ihnen zu berichten, dass der Vogelsbergkreis – wie fast alle Landkreise Hessens – seit dem 16. September 2006 im Beobachtungsgebiet der Blauzungenkrankheit liegt. Dies stellt für die heimischen Rinderbetriebe, die Viehhändler und die Zucht- und Besamungsunion Hessen erhebliche Handelshemmnisse dar.

Ente hatte nicht das Asia-Virus

Am 20. Oktober 2006 musste aufgrund des Verdachts auf die hoch ansteckende Form der Geflügelpest (H5N1) ein kleiner Rassegeflügelbestand im westlichen Kreisgebiet gekeult werden. Die weiteren umfassenden Untersuchungen des Friedrich-Löffler-Instituts bestätigten den Ausbruch der Seuche glücklicherweise nicht. Der betroffene Züchter erhält nach Informationen des Hessischen Umweltministeriums geldlichen Ersatz, zur Hälfte vom Land, zur Hälfte aus der Tierseuchenkasse.

Noro-Viren erfordern strikte Hygienemaßnahmen in Gemeinschaftseinrichtungen

Zurzeit hat sich unser Gesundheitsamt verstärkt mit Brechdurchfallerkrankungen, die durch Noro-Viren verursacht und ansteckend sind, zu befassen. Diese Erkrankungen erfordern verstärkt Maßnahmen durch das Gesundheitsamt sowie strikte umfassende Hygienemaßnahmen in Gemeinschaftseinrichtungen.

Noro-Viren sind weltweit verbreitet. Das einzige bekannte Reservoir ist der Mensch. Sie sind für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Brechdurchfallerkrankungen bei älteren Kindern und bei Erwachsenen verantwortlich. Die Meldedaten des IfSG (Infektionsschutzgesetz) bestätigen, dass Kinder unter 5 Jahren und ältere Personen über 70 Jahre besonders häufig betroffen sind. Dies trägt dazu bei, dass Norovirus-Erkrankungen die überwiegende Ursache von akuten Gastro-Enteritis-Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen, Krankenhäusern und Altenheimen sind. Sie können aber auch für sporadische Brechdurchfallerkrankungen verantwortlich sein.

Die Viren werden über Stuhl und Erbrochenes ausgeschieden und die Übertragung erfolgt vorwiegend fäkal-oral, bzw. über Tröpfchen von Mensch zu Mensch. Es sind jedoch auch Nahrungsmittel-assoziierte Epidemien bekannt (z.B. rohe Meeresmuscheln). Mit einer minimalen Infektionsdosis von nur 10 bis 100 Viruspartikeln ist das Ansteckungs-Risiko sehr hoch. Infektionen mit Noroviren können das ganze Jahr über auftreten, wobei ein saisonaler Gipfel in den Monaten Oktober bis März zu beobachten ist. Die damit verbunden seuchenhygienischen Maßnahmen des Gesundheitsamtes sind sehr zeitintensiv.

Kreisbeigeordnete Sylke Emmermann ist Dezernentin für Frauen, Familien und Senioren sowie

Gleichstellungs- und Bürgerbeauftragte

Ich habe Ihnen bereits am 11. September in Freiensteinau über die nun durch mich festgelegten vier Dezernate in der Kreisverwaltung berichtet. Ich möchte heute das umfangreiche Tätigkeitsfeld der ehrenamtlichen Dezernentin Sylke Emmermann im Detail vorstellen, weil es für etliche publikumsintensive Bereiche relevant ist.

Frau Kreisbeigeordnete Emmermann ist Dezernentin für Frauen, Familie und Senioren, was Teilbereiche sowohl des Amtes für Soziale Sicherung als auch des Amtes für Jugend, Familie und Sport einschließt. Im Einzelnen gehören dazu die Fachstelle für Frauen in Not ebenso wie das Sachgebiet Koordination sozialer Dienste, die Heimpflege, die Jugend- und Elternberatung, der Jugendhilfeausschuss, die Fachstelle für Kindertageseinrichtungen und der Verwaltungsausschuss des Jugendbildungswerks. Wie seither ist Frau Emmermann Gleichstellungsbeauftragte gemäß Paragraph 4a der Hessischen Landkreisordnung. Ihre Verantwortlichkeit betrifft auch den Bereich Senioren. Frau Emmermann ist auch Bürgerbeauftragte, die sich in meinem direkten persönlichen Auftrag um Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern kümmert, die an die Kreisverwaltung bzw. an die Dezernenten heran getragen werden. Natürlich ist der Landrat als Chef der Verwaltung auch weiterhin persönlich für Anliegen aus der Bürgerschaft verfügbar.

Vogelsbergkreis macht mit bei der E-Card – Auftakt im Dezember mit Staatsminister Grüttner

Der Vogelsbergkreis und das Land Hessen werden im Dezember eine Vereinbarung zur Einführung der Ehrenamts-Card unterzeichnen. Auch unser Landkreis will damit ein Zeichen setzen, um Menschen im Ehrenamt zu würdigen. Über erste E-Card-Vergünstigungen werde ich Sie nach dem Besuch von Staatsminister Grüttner, der am 7. Dezember nach Lauterbach kommen wird, unterrichten. Wir gehen davon aus, dass zu Beginn des neuen Jahres entsprechende Anträge gestellt werden können.