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Zimtsterne sind ungesund für Kinder - Information des Gesundheitsamts

02.11.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Zimtsterne sind für Kinder nicht geeignet

Gesundheitsamt weist auf mögliche Schädigungen

der Leber hin – Ceylon-Zimt besser als Cassia-Zimt

VOGELSBERGKREIS ( ). Zu den Genüssen in der Vorweihnachtszeit gehört auch der Verzehr von Zimtsternen, Zimtschnecken und anderen Produkten, die Zimt enthalten. Leider kann man bei Verbrauchern, die viel Zimt verzehren, derzeit eine zu hohe Belastung mit Cumarin feststellen. Cumarin führt in höherer Dosierung zur Leberschädigung. Darauf macht das Vogelsberger Gesundheitsamt aufmerksam.

Aufgrund dieser Gegebenheiten darf Cumarin in Lebensmitteln nur mit maximal zwei Milligramm pro Kilogramm enthalten sein. Neuere Studien des Bundesinstitutes für Risikobewertung ergaben jedoch, dass Verbraucher, die viel Zimt verzehren, relativ hohe Cumarinmengen aufnehmen. Besonders Kinder sind hierdurch gefährdet. Studien haben gezeigt, dass teilweise in Lebensmitteln der Grenzwert für Cumarin bis um das 40-fache überschritten wird. Ursache hierfür ist die Verwendung von deutlich mit Cumarin belasteten Cassia-Zimt. Der Ceylon-Zimt hingegen ist kaum mit Cumarin belastet, aber auch nicht so würzig.

Da jedoch aus den Angaben auf den Produktionsverpackungen nicht hervorgeht, ob es sich um den leberschädigenden Cassia-Zimt handelt oder den gut verträglichen Ceylon-Zimt, sollte der Genuss von zimthaltigen Lebensmitteln, wie Zimtsternen, Milchreis mit Zimt und Zucker sowie Zimteis soweit wie möglich reduziert werden.

Zusammenfassend weist das Gesundheitsamt darauf hin, dass besonders Kinder durch den übermäßigen Verzehr von Zimt gefährdet sind. Schon beim Konsum von 22 Gramm Zimtsternen ist die maximal zulässige Menge an Cumarin pro Tag erreicht. Selbst bei Erwachsenen wird durch normalen Zimtverzehr schnell ein Viertel des Maximalaufnahmewertes erreicht.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung unter der Internet-Adresse

http://www.bfr.bund.de/cd/8439

Dr. med. Henrik Reygers vom Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises rät daher allen Verbrauchern den Konsum von Zimt zu reduzieren bis weitere Untersuchungen zum Cumarin-Gehalt im Zimtgebäck und Zimtprodukten vorliegen und die Cumarin-Gehalte nachweislich den gesetzlichen Höchstwert einhalten. Insbesondere sollten Kinder Zimt-Produkte nur noch eingeschränkt essen.

Danach können Kinder mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm pro Tag durchschnittlich eines der folgenden aufgeführten Lebensmittel in der angegebenen Mengen verzehren, wenn Zimt aus keiner weiteren Quelle aufgenommen wird:

· 4 Zimtsterne à 5,6 Gramm oder

· 1 Lebkuchen à 30 Gramm oder

· Milchreis mit Zimt und Zucker 200 Gramm oder

· 2 Müsliriegel (zus. 70 Gramm ) oder

· Müsli 75 Gramm

Bei der häuslichen Weihnachtsbäckerei sollte Zimt deshalb sparsam verwendet werden. Zimthaltige Lebensmittel wie Reis mit Zucker und Zimt sollte Kindern nur einmal pro Woche angeboten werden.