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25 neue Ausbildungsverträge im Trägerverbund Jugend und Beruf - Rede von Landrat Rudolf Marx

02.11.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Dienstag, 31. Oktober 2006, 9 Uhr

Neue Arbeit Vogelsberg

Feier – 25 neue Ausbildungsverhältnisse – Trägerverbund „Jugend und Beruf“ (JuB)

Anwesend für den 3-er-Trägerverbund:

Herr Pfarrer Geist (Neue Arbeit Vogelsberg), Herr Kester (Verein Hilfe für das verlassene Kind), Frau Reinders (Gemeinnützige Schottener REHA)

Grußwort von Herrn Landrat Rudolf Marx

Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Neuen Arbeit gGmbH

"25 zusätzliche Ausbildungsverträge - Angesichts des angespannten Ausbildungsmarktes ist diese Zahl eine wirklich gute Nachricht!"

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Pfarrer Geist,

sehr geehrte Frau Reinders,

sehr geehrter Herr Kester,

liebe Auszubildende,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

als ich mich vor zwei Jahren dafür stark machte, dass sich der Vogelsbergkreis selbst um die Aufgaben aus dem Sozialgesetzbuch 2 kümmern soll, dachte ich zu allererst an junge Menschen, die durch unser Zutun, durch unser gutes vernetztes Handeln vor Ort mehr und neue Chancen erhalten sollen.

Daher ist dieser Tag, der Auftakt für 25 neue, zusätzliche Ausbildungsverträge ein Tag, der mich froh und glücklich macht. 25 junge Menschen erhalten auf fachlich hohem Niveau die Chance, einen qualifizierten Start ins Berufsleben zu schaffen. Ich appelliere an Sie, verehrte junge Männer und junge Frauen, ergreifen Sie diese Chance! Machen Sie was draus. Sie haben alle Hilfen, die sie benötigen um sich herum. Aber das Entscheidende müssen Sie selbst beitragen:

Fleiß, Durchhaltevermögen, Disziplin, Mut und Zuversicht. Dann wird sich der Erfolg einstellen. Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück und Erfolg.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

dem Fleiß, den jetzt die jungen Männer und Frauen zeigen müssen, geht der Fleiß der Fachleute voraus, die alles erst möglich gemacht haben. Daher gilt mein Dank dem Trägerverbund, der aus dem Verein Hilfe für das verlassene Kind, der REHA in Schotten und der Neuen Arbeit hier in Alsfeld, besteht. Dieser Trägerverbund bildet zusammen mit unserer Kommunalen Vermittlungsagentur das „Netzwerk Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung junger Menschen im Vogelsbergkreis“. Die Ausbildung erfolgt in eigenen Werkstätten oder in Kooperation mit Betrieben aus der Region. Ich danke ebenso herzlich diesen Betrieben für ihre Bereitschaft, jungen Menschen eine Chance zu geben und zugleich auf ihren eigenen Fachkräftenachwuchs direkt Einfluss zu nehmen.

Nun – mit den 25 Neuen – sind im Trägerverbund 45 Jugendliche in Ausbildung. Angesichts des angespannten Ausbildungsmarktes ist diese Zahl eine wirklich gute Nachricht, ja sie ist bemerkenswert. Möglich wird dies ausschließlich durch ein im Vogelsbergkreis nicht erst seit Hartz IV übliches vernetztes Denken, durch das Verzahnen von fachlichem und organisatorischem Wissen, durch Vertrauen, das zwischen unserer Kreisverwaltung, unserer KVA, und dem Trägerverbund herrscht.

Gerade in Krisenzeiten erweist sich, ob das Vertrauen Bestand hat. Die Nachrichten aus Berlin über gesperrte Gelder gerade im Kernbereich der Ausbildung und Qualifizierung hatte uns alle wie ein Schock getroffen. Ich habe ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit zu danken, um die damit zunächst entstandenen Probleme zu lösen. Ich betone: das ist nicht selbstverständlich. Aber bei uns im Vogelsbergkreis gehört das Ernstnehmen, das Verhandeln auf gleicher Augenhöhe, die gemeinsame Suche nach dem besten Weg im Interesse der Betroffenen zum politischen Klima. Darüber bin ich sehr froh.

Zum Glück haben unsere beiden Bundestagsabgeordneten für uns in Berlin viel erreichen können. Die angedrohte Kürzung ist fast vollständig zurück genommen worden. Und – was ebenso wichtig ist: wir haben gute Signale aus Berlin, das wir auch fürs kommende Jahr vernünftig und verlässlich planen können. Der Vogelsbergkreis hat sich in dieser Krise in Berlin einen guten Namen gemacht. Wir haben ganz offensichtlich gute Argumente vorbringen können. Eines davon lautet: die da im Vogelsberg arbeiten tatsächlich zum Wohle der jungen Menschen bemerkenswert effektiv zusammen. Genau deswegen sind wir heute zu diesem freudigen Ereignis zusammen gekommen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich möchte noch auf eine wesentliche Schnittstelle hinweisen, die in der Praxis die richtigen Vorentscheidungen fachlich fundiert vorbereiten hilft: die Beratungsstelle B:24. Ich bin sehr froh, dass wir vor fünf Jahren den Bestand sichern konnten und dass die drei Träger dieses Beratungszentrum für junge Menschen unterhält. Diese Scharnierstelle sichert auch den Informationsfluss aus Sicht unserer KVA.

Der Trägerverbund hatte im Auftrag der KVA viele Ausbildungsvarianten aufgebaut, und die KVA hat der B:24 die in Frage kommenden jungen Menschen passgenau vermittelt. Damit ist auch eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es zu wenigen Abbrüchen und später guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt kommt. Was mir besonders wichtig ist: Unsere KVA kann mit Hilfe der B:24 und dem Trägerverbund ein flächendeckendes Angebot für den ganzen Kreis anbieten. Für jeden Jugendlichen gilt das Gesprächsangebot und die Möglichkeit der Beschäftigung. Der Trägerverbund erweist sich heute einmal mehr als hochkompetenter Partner mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz, der unseren Klienten zugute kommt. Dabei entsteht durch die Ausdifferenzierung, durch die unterschiedlichen Arbeitsansätze der drei Träger ein zusätzlicher hoher Nutzen.

Unser gemeinsam entwickeltes Personalentwicklungskonzept steht unter dem Motto „Nachhaltig vor Schnelligkeit“. Das heißt: Wir wollen nicht einfach schnell einmal einen jungen Menschen in irgendeinen Job vermitteln, sondern wir wollen das Unsrige tun, damit die Arbeit auch wirklich zum Klienten passt und umgekehrt. Nur dann stellen sich die Erfolge ein, die wir alle wollen, nämlich dass die jungen Menschen dann ganz allein auf die Füße kommen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Dazu gehört auch, den jungen Menschen in ihrem täglichen Erleben wieder ein Fundament zu vermitteln, soziale Verlässlichkeit, Selbstvertrauen, Bindungsfähigkeit, ja Familienfähigkeit zu wagen.

Dieser Sachverhalt dient letztlich nicht nur individuell den Betroffenen. Diese Solidität in der Berufsbiografie ist auch gut für die Firmen im betriebswirtschaftlichen Sinne, sie macht Arbeit effizienter, sie dient dem Wirtschaftsstandort Vogelsberg.

Für die Zukunft wünsche ich mir weiterhin den Willen zur Kooperation, den Mut zur Innovation und die Fähigkeit zur Kreativität. Was wir hier gemeinsam tun, verehrter Herr Pfarrer Geist, ist nichts weniger als gelebte Nächstenliebe, gepaart mit dem fachlichen Blick auf das vernünftig und langfristig Machbare.

Ausbildungsberufe im Trägerverbund Jugend und Beruf

Stand 26.10.2006

45 Ausbildungsverhältnisse, über JuB finanziert, in folgenden Berufen:

Kfz-Mechatroniker - Bäckereifachverkäufer - Modeschneider - Hauswirtschaft - Bürokauffrau - Bürokommunikationskauffrau - Gärtner Fachrichtung Zierpflanzenbau - Gärtner Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau - Drucker - Anlagenmechaniker - Raumausstatter - Tischler - Koch - Maurer - Maler und Lackierer - Tierpfleger - Holzbearbeitungsmechaniker - Fachkraft für Lagerlogistik - Energieelektroniker Fachrichtung Gebäudetechnik - Einzelhandelskaufmann