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Landrat Lipphardt macht sich für Musikschulen stark

19.05.1999 Von: Pressestelle Landratsamt Lauterbach

Lipphardt: „Musikschulen zeigen

die kulturelle Kraft unserer Region“

Landrat hatte Chefs der Rathäuser zu Gast - Brandschutz, Naturschutzzentrum und Sportkreisgeschäftsstelle weitere Themen

VOGELSBERGKREIS ( ). Landrat Hans-Ulrich Lipphardt hat die jüngste Bürgermeisterdienstversammlung zu einem deutlichen Plädoyer für die Sicherung der Musikschulen in Lauterbach, Alsfeld und Schlitz genutzt. Die Musikschulen, die jährlich mit 40.000 Mark vom Kreis unterstützt werden, haben zum Teil beträchtliche finanzielle Probleme. Lipphardt lobte die erheblichen Anstrengungen der Städte Lauterbach, Alsfeld und Schlitz. „Das, was dort geleistet wird, geht auch die Nachbargemeinden an, deren Bürger an dem hervorragenden Angebot teilhaben“, unterstrich Lipphardt.

Ralf Caspar, der Leiter der Alsfelder Musikschule, stellte den Rathauschefs das Tätigkeitsspektrum der Musikschulen vor, die weit mehr seien als „kreative Freizeitbeschäftigung“. Vielmehr werde in den Musikschulen ein wesentlicher Beitrag zur Erziehung Jugendlicher geleistet - in Ergänzung zum Bildungsauftrag der allgemeinbildenden Schulen. Die Musikschulen erreichten 1.500 Schülerinnen und Schüler im Kreis, 82 Beschäftigte seien auch ein Wirtschaftsfaktor. Mit den erhobenen Gebühren ließen sich drei Viertel der Kosten abdecken. Alsfelds Bürgermeister Herbert Diestelmann hielt nichts von einer Debatte „was ist freiwillig und was Pflichtaufgabe“. Vielmehr heiße die Frage: „Was ist gesellschaftlich notwendig?“ Diestelmann griff sofort den Vorschlag Caspars nach Bildung eines Arbeitskreises auf, der die Arbeit der drei Schulen besser vernetzen soll. Ihm gehören ab sofort außer dem Landrat, die Leiter der Musikschulen sowie die Bürgermeister Orth (Homberg), Schäfer (Schlitz), Vollmöller (Lauterbach), Diestelmann (Alsfeld) und Offhaus (Feldatal) an.

Das Ausbildungszentrum für Naturschutz im Vogelsbergkreis (AZN) in Kirtorf war ein weiterer Schwerpunkt der jüngsten Versammlung der Bürgermeister auf Einladung des Landrats. Die Geschäftsführerin, die Diplom-Biologin Gaby Dübbelde, stellte die Arbeit vor, die von Lehrerfortbildung über Ferienspiele bis zur praxisorientieren Naturkunde „zum Anfassen“ ein breites und überaus interessantes Spektrum aufweist. Die dort geleistete Natur- und Umweltbildung entspreche den Zielen der Agenda 21. Landrat Lipphardt unterstützte den Appell der AZN-Vertreter an die Kommunen, Mitglied beim ANZ-Förderverein zu werden, denn dort sind bisher nur der Kreis und die Stadt Kirtorf vertreten. Lipphardt dankte den Aktiven, in vorderster Linie, Walter Kress und Adolf Böhm für ihre „vorbildliche ehrenamtliche Arbeit“. Neben diesen beiden Naturschützern sind der Landrat und Kirtorfs Bürgermeister Ulrich Künz stellvertetende Vorsitzende des Fördervereins. Vorsitzender ist Dr. Manfred Johann.

Kreisbrandinspektor Werner Rinke informierte die Bürgermeister über die neueste gesetzliche Grundlage beim Brandschutz. Ähnlich wie beim Rettungsdienst - hier muss der Kreis einen Bereichsplan aufstellen - haben jetzt die Kommunen die Aufgabe einen Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz vorzuhalten. Auch für den Selbstschutz der Bevölkerung und die Brandschutzerziehung sind die Kommunen zuständig. Neue Förderrichtlinien sollen dazu dienen, das vorhandene Geld gerechter zu verteilen. Die Festlegung einer 10-Minuten-Frist zur Einleitung von Hilfsmaßnahmen ist nach Auffassung von Kreisbrandinspektor Rinke „eine Art Bestandsschutz für die Ortsteilfeuerwehren“. Die einheitliche Notrufnummer 112 war erneut Thema der Bürgermeisterrunde. Die Innovationen im Bereich der Kommunikationstechnik ermöglichen nun offenbar eine baldige Umsetzung. Kommunen und Kreis haben sich bereits weitgehend auf eine Kostenaufteilung verständigt.

Aus Sicht von Erstem Kreisbeigeordneten Rudolf Marx wäre es für die Vereine im Kreis vorteilhaft, wenn die Sportkreise Alsfeld und Lauterbach auf eine gemeinsam betriebene Geschäftsstelle zurückgreifen könnten. Der Alsfelder Sportkreisvorsitzende Günther Krämer sieht gute Möglichkeiten, dadurch das Ehrenamt zu unterstützen und die Jugendarbeit zu stärken. Die Aussage „Die Einrichtung einer Geschäftsstelle geht natürlich nur gemeinsam mit den Vereinen“ des Mücker Bürgermeisters Dieter Böck wurde von der gesamten Bürgermeisterrunde geteilt. Der Kreis jedenfalls, so Landrat Lipphardt, strebe eine pragmatische Lösung an, einen Teil der Sportförderung zu denen zu delegieren, die das direkt angeht.