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Lipphardt schreibt an Koch: Vogelsberg guter Standort für Agrarverwaltung

15.05.1999 Von: Pressestelle Landratsamt

„Die moderne Datentechnik

macht den Vogelsberg attraktiv“

Landrat Lipphardt schreibt an Ministerpräsident Koch -

„IT-Bereich der Landesagrarverwaltung hier ansiedeln“

VOGELSBERGKREIS ( ). Landrat Hans-Ulrich Lipphardt (SPD) hat sich in einem sehr ausführlichen Schreiben an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) gewandt. Lipphardts Anliegen: Wenn es zu einer Umstrukturierung der Agrarverwaltung kommt, soll es nicht zu einem Arbeitsplatzabbau vor Ort kommen, sondern zusätzlich zur Ansiedlung eines eigenständigen Tätigkeitsbereichs für die gesamte Landesebene. „Ich biete den Standort Vogelsberg und meine Mitarbeit bei der Lösung der politischen, organisatorischen und technischen Fragestellungen an“, schreibt der Vogelsberger Landrat an den Regierungschef.

Im Bereich der Technik macht Lipphardt in seinem auch von Erstem Kreisbeigeordneten Rudolf Marx unterzeichneten Schreiben einen konkreten Vorschlag: Der gesamte Bereich der Informationstechnologie auf Landesebene einschließlich der Verwaltung und Betreuung der Förderprogramme (zum Beispiel Dorferneuerung und Regionalentwicklung) soll im Vogelsbergkreis angesiedelt werden. Die moderne Daten- und Kommunikationsstruktur mache es nicht zwingend, operative Aufgaben zurück ins Ministerium zu delegieren. Für den Vogelsbergkreis spräche der hier stark entwickelte Sachverstand. So kümmere sich gegenwärtig die kreiseigene LEADER GmbH gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung und Vogelsberger Unternehmen massiv um die Etablierung von Telearbeit im Vogelsbergkreis, wobei nicht zuletzt die Transfersicherheit von Daten ganz oben auf der Tagesordnung stehe. Dieses regional vorhandene Know-How könne bei der Durchführung seines Vorschlags hilfreich sein.

Die Verschlankung der Verwaltung, die Steigerung der Effizienz im Verwaltungshandeln und in der Anwendung der unterschiedlichen Programme gehöre zu den Zielen der hessischen Landesregierung. Aus diesem Grund begrüßt es Lipphardt außerordentlich, „dass die Meinungen und Positionen der Landräte von der Landesregierung ernst genommen werden.“ Im Hinblick auf die Neustrukturierung der Agrarverwaltung habe er zusammen mit einigen Kollegen schon seit längerem eine eindeutige Haltung eingenommen. Die Bemühungen in diesem Zusammenhang seien darauf ausgerichtet, auf der organisatorischen Ebene Verbesserungen in den Abläufen zu erzielen und auf der Ebene der unterschiedlichen Förder-Programme (z.B. Dorferneuerung, Ländliches Regionalprogramm) durch Verzahnung mit den regionalen Politikfeldern eine Effizienzsteigerung zu erreichen. Aus diesen Gründen hält Lipphardt es für erfolgversprechend, die Agrarverwaltung fachlich und organisatorisch bei den Landräten (Hauptabteilung Allgemeine Landesverwaltung bzw. Kreisausschuss) anzusiedeln.

Die Regionalisierung der Strukturpolitik sei im Vogelsberg beispielhaft gelungen. Die Gründung der neuen Regionalentwicklungsgesellschaft „Vogelsberg Consult“ symbolisiere den erfolgreichen Versuch, die Kräfte der Region zu bündeln und gemeinsam für die Zukunftschancen des Kreises einzutreten.

Im Hinblick auf die Programme der Agrarverwaltung sei der Schritt der Regionalisierung im Bereich des ländlichen Regionalprogramms nachvollzogen worden. Das Experiment habe sich zum Modell entwickelt und könne nun auch auf die Programme Dorferneuerung, Marketing, Produktinnovation und einzelbetriebliche Förderung ausgedehnt werden. Diese Programme können nach Auffassung von Lipphardt auf der regionalen Ebene effizienter mit anderen Maßnahmen verzahnt werden und so insgesamt einen höheren Nutzen für die Bevölkerung im ländlichen Raum erbringen. Dies bedürfe jedoch einer intensiven Erörterung, die auf die Details, „an denen ehrgeizige Vorhaben scheitern können“, eingeht. In all diesen Fragen setzt Lipphardt auf die Dialogbereitschaft der Landesregierung.