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Mehr Breitband in Hessen - Initiative des Hessischen Wirtschaftsministers startet im Vogelsberg - Forum in Lauterbach

27.09.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Schnelle Netze im Vogelsberg

In Lauterbach staretete die hessische Initiative für bessere Versorgung mit Breitbandanbindungen

Wolfram Koch (Hessen Agentur) und Thomas Schaumberg (VBC)

Dirk Appel (Hessen IT)

 

Interessierte Zuhörer im Johannesberg

 

Dirk Appel, Gerhard Ruhl, Wolfram Koch, Thomas Schaumberg

LAUTERBACH. „Mehr Breitband für Hessen“ – unter diesem Motto informierten sich Unternehmen aus dem Vogelsbergkreis am Dienstag in Lauterbach über Vorzüge und technische Verfügbarkeit von schnellen Internetanschlüssen in der Region. „Aus Sicht des Vogelsbergkreises ist es von hoher Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer mittelständischen Wirtschaft, dass wir an unverzichtbaren modernen Kommunikationstechnologien teilhaben“, eröffnete Erster Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl (Freie Wähler) die Veranstaltung. Trotz relativ dünner Besiedlung und 100 Kilometer Entfernung von der Metropolregion Rhein-Main dürfe der Vogelsbergkreis nicht technologisch abgehängt werden. „Superschnelle Anbindungen sind heute Stand der Technik – und natürlich wollen wir darüber auch im Vogelsbergkreis verfügen“, bekräftigte Ruhl. Dass eine erkennbare Nachfrage besteht, ließ sich an der Teilnehmerzahl des Fachforums ablesen: rund 40 Vertreter von Unternehmen und Verwaltungen hatten sich im Hotel Johannesberg eingefunden.

In der Veranstaltung erläuterte der Vertreter der Telekom, dass im Vogelsbergkreis von 47.000 Festnetzanschlüssen knapp 40.000 DSL-fähig seien. Fernsehkabel, funkgestützte Netze oder Datentransfer via Satellit wurden in Lauterbach als mögliche Varianten genannt.

Experten sprechen von einer Digitalen Spaltung, um die Wettbewerbsunterschiede zwischen Regionen mit und ohne Breitbandanschluss zu beschreiben. Denn ein schneller Zugang zum Internet ist mittlerweile zum Standortvorteil geworden und ist nicht selten ausschlaggebend dafür, wo sich Unternehmen und Privatpersonen niederlassen. Doch während die großen Anbieter sich darauf konzentrieren, die Internet-Geschwindigkeiten in Großstädten immer weiter zu erhöhen, hinkt der Ausbau in ländlichen Gebieten hinterher.

Dies soll mit der Aktion „Mehr Breitband für Hessen“ nun anders werden. Am vergangenen Freitag hatte der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) die landesweite Initiative gestartet. Mit Veranstaltungen in allen Landkreisen will das Land den Zugang zu schnellen Internetanschlüssen und deren Nutzung verbessern. Vor allem die Regionen in Mittel- und Nordhessen stehen im Vordergrund, denn sie sind gegenüber Südhessen schlechter mit schnellen Internetanschlüssen versorgt.

Auf der Kontaktbörse in Lauterbach diskutierten lokale Mittelständler die Situation und informierten sich über funktionsfähige Varianten des schnellen Internets. Wolfram Koch von der Hessen Agentur, die die Initiative „Mehr Breitband für Hessen“ im Auftrag des Wirtschaftsministeriums umsetzt, bedankte sich bei Thomas Schaumberg für das Engagement, ohne das die Veranstaltung und vor allem die Vernetzung der Interessenlage vor Ort nicht möglich wäre.

Thomas Schaumberg hat seine eigenen Erfahrungen mit fehlenden Breitbandanschlüssen. Er ist Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH, die sich um Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung für den Landkreis bemüht. „Als Unternehmen mit zwei Standorten und drei Telearbeitsplätzen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die derzeitige Qualität der Anbindung zu Zeitverzögerungen und Verdruss bei den Mitarbeitern führt.“ Allein in seinem Unternehmen entstünden 200 Stunden zusätzlicher Aufwand wegen der schlechten Internetverbindung, rechnete Schaumberg vor. „Hin und wieder ertappe ich mich dabei, diesen Zustand als gottgegeben hinzunehmen; das sollten wir aber als Vogelsberger Unternehmen nicht tun.“ Daher ist Vogelsberg Consult Partner der Initiative „Mehr Breitband für Hessen“ geworden und hat den Informationstag in Lauterbach mit organisiert.

Den Veranstaltern geht es zunächst darum, Unternehmen den praktischen Nutzen schneller Kommunikation aufzuzeigen und über die verfügbaren Zugangstechniken aufzuklären. Wie wichtig Breitbandanwendungen für kleine und mittlere Unternehmen (so genannte KMUs) sind, erläuterte Dirk Appel von hessen-IT. Beispielsweise sei es denkbar, dass ein Architekt Bauzeichnungen per E-Mail an die Handwerksbetriebe sende oder ein Werbegestalter den Entwurf einer Anzeige über das Internet an seine Kunden oder einen Verlag übermittele. Auch Software-Aktualisierungen sowie das Anbinden von Mitarbeitern im Außendienst oder im Heimbüro sei nur mit schnellen Internetverbindungen möglich. „Vor dem Computer zu sitzen und stundenlang auf wichtige Daten zu warten, kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten. Es ist unser Ziel, zu echten Verbesserungen zu kommen“, betonte Appel.

Wo die flächendeckende Versorgung mit DSL, das in Deutschland immer noch die Mehrzahl der schnellen Internetanschlüsse ausmacht, nicht gegeben ist, sind Alternativen gefragt. Denn auch andere Formen des schnellen Internetzugangs sind technisch möglich, wie Wolfram Koch von der Hessen Agentur erläuterte. Dazu gehört zum Beispiel ein Anschluss über das Fernsehkabel, funkgestützte Netze oder via Satellit. Diese ließen sich relativ schnell einrichten und spielten finanziell in einer akzeptablen Preisklasse, so Koch.

Neben der Aufklärungsarbeit ist es ein weiteres Ziel der Initiative „Mehr Breitband für Hessen“, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. So nutzten Anbieter alternativer Breitbandtechniken die Veranstaltung, um ihre Produkte vorzustellen: Vertreter von Telekom, Teles skyDSL, OR Network, Hughes und Fast Opticom stellten sich den Fragen der rund 40 Teilnehmer.

Die eigentliche Arbeit fängt aber erst nach dem Informationstag an, sind sich die Veranstalter einig. Thomas Schaumberg: „Wir von Vogelsberg Consult wollen lokale Initiativen gerne unterstützen, sie regional bündeln und mit den Anbietern zusammenbringen. Dazu ist es aber nötig, dass sich diese lokalen Interessentengruppen finden und organisieren.“ Dazu steht die Aktionslinie hessen-it gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Informationen:

Vogelsberg Consult GmbH

Telefon 06641 / 9646-0

info(at)vogelsberg-consult.de

Projekt „Mehr Breitband für Hessen“

Wolfram Koch, Dipl.-Ing.

Projektleiter Electronic- / Mobile-Commerce

Hessen-Agentur

Abraham-Lincoln-Str. 38 – 42, 65189 Wiesbaden

Telefon 0611/774-8472

wolfram.koch(at)hessen-agentur.de

 

http://www.hessen-agentur.de

http://www.hessen-it.de/breitband