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Weltalphabetisierungstag: Lesen und Schreiben lernen in der Volkshochschule - Betroffene benötigen Ermutigung

15.09.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Weltalphabetisierungstag: Lesen und

Schreiben lernen in der Volkshochschule

Analphabeten brauchen Ermutigung und Unterstützung –

Neuer Kurs der Vogelsberger VHS am 31. Oktober

VOGELSBERGKREIS ( ). Anlässlich des Weltalphabetisierungstages weist die Vogelsberger Volkshochschule auf die oft unvermutet weite Verbreitung dieses Phänomens hin. „Es gibt viel mehr funktionale Analphabeten in Deutschland, als die meisten Menschen denken“, erläutert Monika Schenker, stellvertretende Leiterin der VHS. In der Bundesrepublik Deutschland geht man von etwa vier Millionen funktionalen Analphabeten aus, so die Zahl des Bundesverbandes Alphabetisierung. Jährlich nehmen etwa 20.000 Erwachsene bundesweit an Alphabetisierungskursen vor allem an Volkshochschulen teil und wagen damit einen ersten Schritt aus der Anonymität heraus.

Die Vogelsberger VHS bietet in Kürze wieder einen Kurs „Lesen und Schreiben von Anfang an“ für diese Zielgruppe an. Es ist übrigens der einzige in der näheren Umgebung, zu dem daher auch immer wieder Betroffene aus einigen angrenzenden Landkreisen teilnehmen werden. Der Kurs beginnt am Dienstag, 31. Oktober, dauert von 19 bis 21 Uhr, und findet in Alsfeld, Geschwister-Scholl-Schule (ehemalige Haupt- und Realschule), Jahnstraße 8, unter der Leitung von Jutta Lehmann-Hähle statt. „Wenn Sie Betroffene kennen, sprechen Sie sie bitte an und versuchen Sie ihnen Mut zu einem Neuanfang zu machen!“ appelliert die Leiterin des Fachbereichs Sprachen an die Bevölkerung. Anfragen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

„Funktionale Analphabeten“ sind Menschen, deren Schriftsprachbeherrschung nicht den Erfordernissen des Alltags genügt. Konkret heißt das, dass die Betroffenen zwar oft über Grobkenntnisse bei den Buchstaben verfügen und auch ihren Namen schreiben können, dass sie aber nicht in der Lage sind, unbekannte Schriftzüge (beispielsweise auf Schildern) oder fremde Wörter ad hoc zu entziffern oder gar längere Texte zu lesen. Damit sind sie von vielen Aktivitäten des öffentlichen Lebens ausgeschlossen.

Der Alltag ist für diese Menschen ohne die Hilfe von eingeweihten Vertrauenspersonen, die des Lesens kundig sind, überhaupt nicht zu bewältigen. In vielen Fällen haben die Betroffenen auch Strategien entwickelt, mit denen sie ihre Lese- und Schreibdefizite zu verstecken suchen, so dass das weitere Umfeld auf den bestehenden Analphabetismus unter Umständen gar nicht direkt aufmerksam wird. Dennoch bleibt für die Betroffenen das Gefühl von Minderwertigkeit und Unfähigkeit bei etwas ganz Selbstverständlichem in unserer Gesellschaft, dem Lesen und Schreiben.

Die VHS des Vogelsbergkreises plant zudem noch einen weiteren Kurs „Alphabetisierung Deutsch als Fremdsprache“ an, der sich an Personen richtet, die noch kein oder wenig Deutsch sprechen und erst einmal die für sie fremden Buchstaben lernen wollen. Insbesondere für fremde Kulturen mit anderen Schriftzeichen oder Menschen mit sehr geringer Schulbildung ist es immer ein Problem, gleich in einen Anfängerkurs Deutsch als Fremdsprache einzusteigen, ohne einen solchen Vorkurs gemacht zu haben. Der nächste Kurs dieser Art ist in Alsfeld als Vormittagskurs zweimal wöchentlich zum Jahresende geplant.

Weitere Informationen zu den Kursen und Anmeldung unter Telefon 06631/792-776. Anfragen werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Zum Thema „Analphabetismus“ gibt es auch weitere Informationen über das sogenannte „Alfa-Telefon“ des Bundesverbandes Alphabetisierung unter der Nummer 0251/533344.

http://www.alphabetisierung.de