Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Landrat Marx betont die Wirksamkeit der Lebensmittelüberwachung seiner Veterinärbehörde - Empört über bayrischen Gammelfleischskandal

06.09.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: Wir haben eine hoch

effiziente Lebensmittelüberwachung

Landrat empört über Gammelfleischskandal in Bayern – Genau

festgelegtes System von Kontrollen im Vogelsbergkreis

VOGELSBERGKREIS ( ). Der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx hat in einer aktuellen Bewertung mit der Leiterin des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Dr. Maria Litmeyer, den Gammelfleischskandal in Bayern als „empörend“ bezeichnet. Es zeige sich, dass die „ordnende Hand des Staates unverzichtbar“ sei. „Es muss wirklich streng kontrolliert werden“, betont Rudolf Marx. Von einer neuen Behörde auf Bundesebene hält der Landrat allerdings wenig, denn die Arbeit müsse so oder so vor Ort erledigt werden – und sie werde gut erledigt, wie sich bei der Vogelsberger Veterinärbehörde zeige.

Ein solches Maß an krimineller Energie und Heimtücke, wie es sich im jüngsten Skandal offenbare, habe es im Lebensmittelbereich wohl noch nicht gegeben. Im Vogelsbergkreis sind bisher keine Chargen aus dem vergammelten Fleischbestand aufgetaucht. Das Veterinäramt hat seine ohnehin engmaschigen Kontrollen verstärkt.

Marx betont, von der Struktur her sei der Kreis nicht mit Bayern vergleichbar, denn im Vogelsberg gebe es keine großen Kühl- und Gefrierhäuser wie im vorliegenden Fall in Bayern. Marx betont, im Vogelsbergkreis habe seine Veterinärverwaltung ein genau festgelegtes, hoch effizientes und risiko-orientiertes System der Lebensmittelüberwachung mit verlässlichen Nachprüfungen bei aufgefundenen Mängeln. Dabei sei wichtig, aufgefundene Hygieneverstöße nicht mit diesem Gammelfleischskandal zu vergleichen.

Im vergangenen Jahr wurden im Vogelsbergkreis 1929 Kontrollen durchgeführt. Dabei gab es 731 Beanstandungen. Dr. Litmeyer betont jedoch, dass es sich dabei bei 50 Prozent um allgemeine Hygienemängel handelt. Es sei wichtig, auf den Unterschied hinzuweisen, ob ein Betrieb ein Fliegengitter vergessen habe anzubringen, oder ob ein Gastronom verdorbene Lebensmittel verwende.

Aufgabe der amtlichen Lebensmittelüberwachung sei es, so Landrat Marx, den Verbraucher vor gesundheitlichen Gefahren sowie vor Irreführung und Täuschung zu schützen. Die amtliche Lebensmittelüberwachung hat darauf zu achten, dass die in Rechtsvorschriften festgelegten Grundregeln zum Schutz der Verbraucher eingehalten werden.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung arbeitet nach Qualitätsmanagement-Prinzipien.

Die Mitarbeiter des Sachgebietes Lebensmittelüberwachung – das sind drei Lebensmittelkontrolleure und ein Amtstierarzt – führten im Jahr 2005 bei den 1850 heimischen Betrieben, die Lebensmittel verarbeiten und/oder in Verkehr bringen, Kontrollen und Probeentnahmen durch. Zu diesen Betrieben zählen unter anderem 840 Gaststätten, 114 Metzgereien bzw. Metzgereifilialen und Fleischabteilungen, 134 Bäckereien bzw. Bäckereifilialen, drei Molkereien und Käsereien. Im Vogelsbergkreis gibt es 43 registrierte selbstschlachtende Metzgereien.

Bei der Differenzierung der Betriebe betont Dr. Litmeyer erneut die Wichtigkeit, genau zu unterscheiden und risiko-orientiert und risiko-optimiert zu prüfen. Das bedeutet: ein Getränkehandel werde logischerweise seltener geprüft als ein Betrieb, der täglich frisches Fleisch oder andere leicht verderbliche Lebensmittel verarbeitet oder vertreibt.

490 Proben von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen wurden im Jahr 2005 durch die Lebensmittelkontrolleure erhoben und im Hessischen Landeslabor untersucht. Insgesamt gab es 105 Gründe für eine Beanstandung – allerdings gab es auch hier viele leichte Verstöße.

In 44 Fällen mussten bei Kontrollen und Probeentnahmen gebührenpflichtige Verwarnungen vorgenommen und 29 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden.