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Lipphardt: Schulsanierung ist Projekt für Arbeit und Umwelt

27.04.1999 Von: Pressestelle Landratsamt

Landrat: Schulsanierung Maar

ist Projekt für Arbeit und Umwelt

1,4 Millionen Mark für Gesundheitsschutz und

Energieeinsparung - Schulleiter lobt Zusammenarbeit

VOGELSBERGKREIS ( ). Gemeinsam mit Schulleiter Fritz Krömmelbein und der Vorsitzenden des Elternbeirates, Sabine Schäfer, besichtigte vor wenigen Tagen Landrat Hans-Ulrich Lipphardt die „Großbaustelle Grundschule“. Mit der Millioneninvestition in Maar vollziehe sich ein „für den Vogelsbergkreis typisches Projekt für Arbeit und Umwelt“. Ein solcher Großauftrag sichere zum einen etliche Arbeitsplätze im Handwerk - immerhin werden in Maar gleichzeitig sieben Gewerke zur Ausführung gebracht. Zum anderen diene diese rentierliche Investition direkt dem vorbeugenden Gesundheitsschutz und der Entlastung der Umwelt. Wegen der erheblichen Einsparungen im Energieverbrauch durch ein völlig neues Heizungssystem könne man von einem „Agenda-21-Projekt für Arbeit, Umwelt und Kreiskassenentlastung“ sprechen, meinte der Landrat nach der Besichtigung der umfangreichen Baumaßnahmen. Bis nach den Sommerferien soll alles fertig sein. „Wir sind voll im Zeitplan“ bestätigten die Fachleute.

Der Leiter des Amtes für Arbeit und Umwelt, Dr. Eckhard Köhler-Hälbig, Energiebeauftragter Karl-Heinz Weber und Diplomingenieur Reiner Döring als Planer erläuterten die Vielschichtigkeit des Projekts. Schulleiter Fritz Krömmelbein dankte für die „erheblichen Anstrengungen des Vogelsbergkreises“ und lobte vor allem die gute Zusammenarbeit und das fortschrittliche Konzept der neuen Energiebewirtschaftung sowie der PCB-Sanierung. „Wir haben jetzt wieder eine Schule, die verlässlich frei von Giftstoffen ist.“ PCB - das sind „polychlorierte Biphenyle“, Stoffe, die vor 20 bis 30 Jahren vor allem als „Weichmacher“ in Fugen verwendet wurden, deren gesundheitsschädliche Wirkung jedoch erst seit wenigen Jahren wissenschaftlich bekannt ist.

Landrat Lipphardt betonte, dass der vorbeugende Gesundheitsschutz sehr ernst genommen werde, was man auch daran ablesen könne, dass bei der PCB-Sanierung der Vogelsbergkreis als einer der ersten Landkreise in Hessen „alle seine Hausaufgaben erledigt hat“. Es sei richtig, dass hier sehr sensibel im Interesse der Kinder gehandelt werde. Nach den Maßstäben der Arbeitsstättenverordnung wäre die PCB-Belastung (sogenannte maximale Arbeitsplatzkonzentrationen) noch deutlich im Toleranzbereich gewesen. Bei Kindern müssten aber zwingend andere Maßstäbe angelegt werden. Der Vogelsbergkreis bemühe sich nach Kräften, die Schulen energetisch auf dem Stand der Technik zu halten und Gefahrenpunkte vorsorglich zu beseitigen. Mit der PCB-Sanierung einher geht eine Totalrenovierung aller Klassenräume.

Die vorhandene Nachtspeicherheizung wird ausgebaut, neue Heizkörper werden eingebaut. In der Turnhalle wird die Lüftungszentrale modernisiert. Die neue Heizzentrale wird mit Erdgas versorgt. Die Gasversorgung Osthessen hatte sich bereit erklärt, zusätzlich eine knappe halbe Million Mark zu investieren. Im Zusammenhang mit der Erschließung des Neubaugebietes „Südlicher Eichberg“ in Maar wurden von der Gesellschaft Verbindungsleitungen zur 700 Meter entfernten Schule verlegt. Der eingebaute gasbefeuerte Brennwertheizkessel, eine völlig neue Steuer- und Regeltechnik sowie ein extrem schadstoffarmer Brenner werden nach den Worten des Energiebeauftragten Karl-Heinz Weber - er ist für die Objektleitung verantwortlich - zu „erheblichen Energie- und Emissions-Einsparungen“ führen. Allein beim Stromverbrauch für die Beleuchtung rechnet der Kreis mit Reduzierungen der Kosten um 50 Prozent.

Durch den Einbau eines extrem schadstoffarmen Brenners werden die Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Belastung um rund die Hälfte der DIN-Norm gesenkt. Weber hob die gute Zusammenarbeit mit dem Hausverwalter Bernd Decher hervor, der „quasi als Bauleiter vor Ort“ wichtige Koordinierungsarbeiten übernehme. Die Hausverwalter der Vogelsberger Schulen hätten gerade angesichts moderner Meß- und Regeltechnik eine hohe Verantwortung für Bedienung bzw. Beobachtung und gingen mit großer Aufgeschlossenheit und hohem Sachverstand ans Werk, damit der Einsparerfolg dann auch wirklich eintritt, sagte Landrat Lipphardt nach der Besichtigung. Die Stromkosten werden künftig reduziert, weil zur Eigenstromgewinnung ein kleines Block-Heizkraftwerk (BHKW) - das erste in einer Vogelsberger Schule wertvolle Dienste leisten wird. Das Minikraftwerk ist nicht viel größer als eine Waschmaschine und liefert in der Stunde fünf Kilowatt Strom. Ein weiteres, größeres BHKW wird zur Zeit in Mücke eingebaut (wir berichteten). Es leistet 70 Kilowatt pro Stunde.