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Dorferneuerungsprogramm: 370.000 Euro für die Kulturscheune in Schlitz-Pfordt

19.06.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

370.000 Euro für die

Kulturscheune in Pfordt

Landrat Marx überbringt den Bescheid aus dem Dorferneuerungs-Programm an Bürgermeister Schäfer

VOGELSBERGKREIS ( ). „Wir brauchen die Erhaltung und sinnvolle Nutzung der historischen Bausubstanz in unseren Dörfern.“ Dies sagte Landrat Rudolf Marx als er am Freitag in Pfordt einen hochwertigen Umschlag an Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer überreichte. Der Inhalt: Ein Bescheid über 370.000 Euro aus dem Hessischen Dorferneuerungsprogramm. Das Geld wird dafür verwendet, die ehemalige Hofanlage zur Kulturscheune umzubauen. Angestrebt wird auch eine Vernetzung mit der nur drei Kilometer entfernten Musikakademie in Schlitz. Die Stadt investiert über 650.000 Euro für das Bauvorhaben in Pfordt.

Bereits Anfang der 90-er Jahre erwarb die Stadt Schlitz das landwirtschaftliche Anwesen in der Alten Straße im Ortskern von Pfordt. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude wird jetzt zur Kulturscheune ausgebaut. Unter der Mithilfe von Vereinen und Bürgern entstand in den vergangenen Jahren bereits ein attraktives Umfeld mit Grillhütte und Spielbereich. Das Projekt Kulturscheune steht auf der Prioritätenliste der Dorferneuerung ganz oben. Die Pfordter Bürger wollen in hohem Maße Eigenleistung in das Projekt einbringen, lobte Landrat Marx.

Bisher flossen nach Pfordt für insgesamt 16 öffentliche und private Vorhaben Fördermittel in Höhe von ca. 500.000 Euro bei Gesamtinvestitionen von über einer Million Euro, so Margit Wagner, Leiterin des Sachgebietes Dorf- und Regionalentwicklung beim Vogelsbergkreis.

Ziel der hessischen Landesregierung sei es, betonte Landrat Marx, die Vielfalt der dörflichen Lebensformen und das kulturelle Erbe, auch im Hinblick auf die prognostizierten demografischen Veränderungen, nachhaltig und mit hoher Lebensqualität weiter zu entwickeln.

Voraussetzung dafür seien Eigeninitiative und Motivation der Kommunen und der Bürgerschaft vor Ort, damit Ideen zielgerichtet umgesetzt werden können.

Beispielhaft dafür stehe das geplante Kulturzentrum in Pfordt. Zudem stärken kommunale und private Fördermaßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung regionale Unternehmen und Handwerksbetriebe.

Mit der Errichtung der Kulturscheune werden die vielfältigen kulturellen Aktivitäten gebündelt, erläuterte Margit Wagner. Nicht nur den Dorfbewohnern, sondern besonders auch den Gästen, die Pfordt besuchen, solle ein attraktives Kulturangebot präsentiert werden. Das entspreche auch der Zielsetzung, die touristische Entwicklung mit den ortsspezifischen Besonderheiten voran zu bringen.

Die Vernetzung mit der Musikakademie zeige sich in dem Vorhaben des gemischten Chors „Alles im Takt“ und der Laienspielschar, Aufführungen in Mundart, Kindermusicals, Konzerte und Workshops in der Kulturscheune zu veranstalten.

Das Haus soll aber auch den anderen Vereinen sowie für die örtlichen Traditionsveranstaltungen, wie Kirmes und Dorffest, und für private Feiern zur Verfügung stehen. In der Konzeptions- und Planungsphase war es dem Arbeitskreis Dorferneuerung und allen interessierten Bürgern wichtig, durch das Raumkonzept ein Ambiente zu schaffen, das einer Kulturscheune gerecht wird. Das Kernstück im Erdgeschoss ist die sog. „Scheune“ mit Bühnenpodest und 180 Sitzplätzen. Dazu kommt der Funktionsbereich mit Foyer, Theke und einer Aufbereitungsküche. Ziel ist es, den ortsansässigen Gastronomiebetrieb durch einen Belieferungsservice für Events und andere Veranstaltungen einzubeziehen. Im Obergeschoss befinden sich ein Multifunktionsraum für maximal 30 Personen mit Teeküche sowie Abstellräume.

Mit der Umsetzung konnte schon begonnen werden, da bereits im Februar dieses Jahres im Vorfeld der Bewilligung eine Förderzusage für den Umbau der ehemaligen Hofanlage erteilt wurde. Diese Möglichkeit besteht für kommunale Projekte mit hoher Priorität.

Die Dorferneuerung läuft in Pfordt bis zum Jahr 2011. Bisher wurden folgende Vorhaben realisiert: der naturnahe Spielbereich „Relles Hohl“ als Initialprojekt in der Dorferneuerung, die Umnutzung des ehemaligen Backhauses zum Jugendraum und die Sanierung des Ehrenmals am Friedhof. Auf der kommunalen Agenda stehen weitere Maßnahmen, die mit der finanziellen Hilfe des Landes Hessen anpackt werden sollen, u.a. die Freifläche an der Alten Schule/ Kirche und der Dorfplatz, die Gestaltung von Fußwegeverbindungen im Ort sowie ein Vorentwurf für die Neuplanung der Ortsdurchfahrt.

Für private Bauherren wird weiterhin eine kostenlose Beratung angeboten als Grundlage einer möglichen Förderung durch das Dorferneuerungsprogramm.

Zuschüsse gewährt das Land für Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung und Gestaltung erhaltenswerter Bausubstanz im alten Ortskern. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse für betriebliche Investitionen von Kleinunternehmen und beispielsweise für die Neuanlage von Gebäuden, die sich unter Beachtung baugestalterischer und denkmalpflegerischer Kriterien in die örtliche Baustruktur einfügen.