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Jugendhilfe wirksamer machen - Vogelsbergkreis als einziger hessischer Landkreis Teilnehmer an einem Modellprojekt des Bundesfamilienministeriums

09.06.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Herausfinden, wie Hilfen für junge

Menschen wirksamer werden können

Vogelsbergkreis und „Haus am Kirschberg“ sind

Modellprojektpartner des Bundesfamilienministeriums

VOGELSBERGKREIS ( ). „Es macht mich schon ein wenig stolz, dass der Vogelsbergkreis als einziger hessischer Landkreis zu nur 11 Kommunen bundesweit gehört, die an diesem Projekt des Bundesfamilienministeriums teilnehmen (wir berichteten).“ Dies sagte Landrat Rudolf Marx, als er fünf wissenschaftliche Begleiter des Projekts „Wirkungsorientierte Jugendhilfe“ und die Vorsitzende des Vereins Hilfe für das verlassene Kind e.V., Christine Nies, im Lauterbacher Kreishaus begrüßte.

Innerhalb des auf drei Jahre angelegten wissenschaftlich begleiteten Modellprogramms mit dem vollständigen Namen „Qualifizierung der Hilfen zur Erziehung durch wirkungsvolle Ausgestaltung der Vereinbarungen zu Leistungen, Entgelten und Qualitätsentwicklung nach dem Sozialgesetzbuch VIII“ sollen beispielhafte Vereinbarungen zwischen Jugendamt und Leistungserbringer entwickelt und erprobt werden. Ziel des Projekts: Herausfinden, welche Hilfen für junge Menschen am wirksamsten sind. Dabei beleuchten Jugendamt, Haus am Kirschberg und drei wissenschaftlichen Institute nun mit genauen Dokumentationen sowohl die pädagogischen Effekte als auch den Wirkungsgrad des eingesetzten öffentlichen Geldes. Landrat Marx verspricht sich von dem Projekt, die Ergebnisse, die Wirkungen des politischen und letztlich pädagogischen Handelns „messbar“, zumindest aber messbarer zu machen.

Im Vogelsbergkreis gebe seit vielen Jahren eine entwickelte Kultur der Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung des Jugendamts und freien Trägern. Er verwies auf seine bereits elfjährige Tätigkeit als Jugenddezernent, in der es ihm immer darum gehe, jungen Menschen mit schlechten Startbedingungen faire Chancen zu eröffnen, ihnen Hilfen zur Selbsthilfe zu offerieren.

„Ich wünsche mir, dass wirklich die genau richtigen Hilfen die jungen Menschen erreichen, dass die Art und Weise der Hilfe an sich verändernde Rahmenbedingungen möglichst dynamisch und fachlich richtig angepasst wird“, betonte der Landrat. Aber es gelte natürlich auch, die Kosten im Griff zu behalten. „Wenn die Hilfe wirklich wirksam ist, dann ist sie auch finanziell vertretbar.“

Verantwortlicher Umgang mit dem Geld des Steuerzahlers verlange einen zielgerichteten und sparsamen Mitteleinsatz durch dauerhaftes Controlling und Sicherung der Qualität. Zu der angestrebten größeren Wirksamkeit von „Hilfen zur Erziehung“ – die dieses Projekt hervor bringen soll – gehört für Landrat Marx auch, die Beteiligung und vor allem die Mitverantwortung des Hilfeempfängers nach Kräften zu stärken.

Das Bundesprojekt füge sich nahtlos in die Umstellung von der Kameralistik auf die kaufmännische Buchführung in der Kreisverwaltung ein, die ja auch mehr Transparenz, mehr Steuerungsmöglichkeiten erbringen solle. Denn zu Recht fragten Bürger und ihre Beauftragten, also die gewählten Politiker: „Wo geht das Geld hin?“ Und vor allem: „was wird damit erreicht?“ Und: „Wird genau das erreicht, was das Ziel der Maßnahme war?“

Evelin Klein vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt (ISS) wird in den kommenden zweieinhalb Jahren engen fachlichen Kontakt zum Jugendamt und zum Haus am Kirschberg halten, beide fachlich beraten und den Kontakt zu den anderen Institutionen halten. Neben dem Vogelsbergkreis berät das ISS auch die Stadt Nürnberg.

Das Institut für soziale Arbeit (ISA) GmbH in Münster ist die Regiestelle im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und für die Organisation des Projekts verantwortlich, das bundesweit in 11 Standorten durchgeführt wird. In Lauterbach informierten sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter Dirk Nüsken und Pascal Bastian.

Stefanie Albus und Andreas Polutta von der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld skizzierten ihre wissenschaftlichen Dienste bei der notwendigen Evaluation, damit die Ergebnisse des Gesamtprojekts handhabbar und übertragbar werden.

 

Wissenschaftliche Berater des Projekts „Wirkungsorientierte Jugendhilfe“ zu Gast im Lauterbacher Kreishaus – unser Bild zeigt (von links): Pascal Bastian, Andreas Polutta, Stefanie Albus, Dirk Nüsken, Landrat Rudolf Marx, Gerhild Hoos-Jacob, Christine Nies (Vorsitzende des Vereins Hilfe für das verlassene Kind e.V.), Evelin Klein, Bodo Kester und Projektleiter Helmut Benner (Amt für Jugend, Familie und Sport).

Bild: Vogelsbergkreis