Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Gesundheitsamt rät - Imfpung schützt vor Masern und Mumps

07.06.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Viele Menschen an Masern

erkrankt – Impfungen nötig

Vogelsberger Gesundheitsamt beklagt mangelnde

Impfbereitschaft – Auch Schutz vor Mumps nötig

VOGELSBERGKREIS ( ). Die mangelnde Impfbereitschaft in der Bevölkerung verhindert oftmals eine erfolgreiche Eindämmung von Infektionskrankheiten, beklagt Dr. Henrik Reygers vom Vogelsberger Gesundheitsamt. Zurzeit seien die Masern ein echtes Problem, das es in dieser Schärfe nicht geben müsse. Impfen schütze vor den Kinderkrankheiten Mumps, Masern, Röteln und Keuchhusten. Immer noch komme es auch in Deutschland zu Erkrankungen mit teilweise schweren Verläufen oder sogar Sterbefällen, obwohl ihre weitgehende Eliminierung bei entsprechenden Impfraten möglich wäre. So ist bei einer von 2.000 Masernerkrankungen mit einer Encephalitits (Hirnhautentzündung) mit häufig bleibenden Schäden zu rechnen und auf etwa 10.000 Erkrankungen kommt ein Todesfall.

Die Masern sind eine systemische Virusinfektion mit zweiphasigem Verlauf. Sie beginnen mit Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Husten und einem Rötung am Gaumen. Typisch sind die oft nachweisbaren Koplik-Flecken (kalkspritzerartige weiße Flecken an der Mundschleimhaut). Das charakteristische Masernexanthem (bräunlich-rosafarbene zusammenfließende Hautflecken) entsteht am 3.-7. Tag nach Auftreten der ersten Symptome. Es beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und bleibt 4-7 Tage bestehen. Beim Abklingen ist oft eine kleieartige Schuppung zu beobachten.

Am 5.-7. Krankheitstag kommt es zum Temperaturabfall. Ein erneuter Fieberanstieg ist verdächtig für das Vorliegen einer Komplikation, die durch bakterielle Superinfektionen entstehen kann, z. B. Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung, Durchfall, oder auch für eine besonders gefürchtete Komplikation, die akute postinfektiöse Enzephalitis. Sie tritt etwa 4-7 Tage nach Auftreten des Exanthems mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auf. Bei etwa 10-20 % der Betroffenen endet sie tödlich, bei etwa 20-30 % muss mit Restschäden am ZNS gerechnet werden.

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) stellt eine seltene Spätkomplikation dar, die sich nach durchschnittlich 6-8 Jahren manifestiert. Beginnend mit psychischen und intellektuellen Veränderungen entwickelt sich ein progredienter Verlauf mit neurologischen Störungen und Ausfällen bis zum Verlust zerebraler Funktionen; wie jetzt aktuell bei 1 Grundschüler und einem 2-jährigen Kind in NRW. Die Prognose ist stets infaust (Letalität 100 % – der Verlauf führt immer zum Tod).

Auch bei der impfpräventablen Mumps (im Volksmund auch Ziegenpeter genanten Erkrankung) erleiden bis zu 10 % der Erkrankten eine Hirnhautentzündung (Meningitis), darüber hinaus ist Mumps eine häufige Ursache von Bauchspeicheldrüsenentzündungen, die zur Zuckererkrankung - und Hodenentzündungen bei Jugendlichen und Erwachsenen, die zu Unfruchtbarkeit führen können.

„Diese Folgen müssen nicht sein“, betont Dr. Reygers. Und: „Schützen Sie Ihr Kind aber auch andere Kinder – lassen Sie es gegen Masern und Mumps impfen!“

Informationen zu den Krankheiten und möglichen Impfungen sind erhältlich bei allen Hausärzten, Kinderärzten und beim Gesundheitsamt, Telefon 06641/977-170.