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Rede des Alterspräsidenten Rudolf Scharmann - Sitzung des Kreistags am 15. Mai 2006

16.05.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Rede des an Jahren ältesten Mitglieds des Kreistages,

Herrn Kreistagsabgeordneten

Rudolf Scharmann

bei der Konstituierenden Sitzung des Kreistages des Vogelsbergkreises

am 15. Mai 2006 in der Stadthalle in Alsfeld

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Landrat,

liebe Kolleginnen und Kollegen im Kreistag des Vogelsbergkreises,

es ist eine sehr große Ehre für mich, in dieser historischen Stunde zu Ihnen sprechen zu dürfen. Diese heutige Aufgabe erfüllt mich deswegen mit großer Freude, weil ich aus eigenem Erleben sowohl um die Bedeutung des demokratischen Mandates als auch um die Notwendigkeit einer besonnenen Lenkung der Verwaltung weiß. Ich gehörte dem Kreistag von 1984 bis 1989 an. In den darauf folgenden 4 Jahren war ich Mitglied des Kreisausschusses. In beiden Rollen ist es mir schon damals immer darauf angekommen, nicht zu polarisieren, das Trennende beiseite zu schieben und das Gemeinsame, das Verbindende, zu suchen und zu wollen.

Ich habe eben von einer historischen Stunde gesprochen. Im Grunde ist in einer Demokratie jede Sitzung eines Parlamentes eine historische Stunde, denn wenn das Parlament tagt, spricht im Grunde das Volk. Wir müssen uns gelegentlich darüber im klaren sein, dass beileibe nicht alle Länder dieser Erde eine demokratische Verfassung haben. In vielen Ländern sind Wahlen entweder nicht vorgesehen oder eine Farce.

Ich bin darauf stolz, nach der Nazi-Diktatur und auch nach der überwundenen kommunistischen Diktatur in einer stabilen, gefestigten Demokratie zu leben. Aus meinem Selbstverständnis heraus beginnt die Demokratie auf der untersten Ebene, nämlich in den Kommunen und den Landkreisen. Hier haben wir alle gemeinsam die Verpflichtung, anständig und fair in erster Linie für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und in zweiter Linie für unsere Parteiinteressen einzutreten. Wenn wir in großen Bereichen verloren gegangenes Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern zurückgewinnen wollen, kommt es in erster Linie auf das WIE der Politik an. In den Zielen liegen wir nämlich oftmals gar nicht weit voneinander entfernt.

Deswegen, liebe Kolleginnen und Kollegen, appelliere ich heute eindringlich an Sie, und knüpfe gerne an die Worte unseres Herrn Landrates an:

Suchen Sie den Konsens! Halten Sie Ausschau nach Gemeinsamkeiten! Machen Sie gute Entscheidungen durch breite Mehrheiten nicht nur stabiler sondern besser! Beweisen Sie den Bürgerinnen und Bürgern, dass Streit in der Sache notwendig und bisweilen auch hart geführt werden muss, aber dabei darf die Fairness und die Achtung vor der Persönlichkeit des anderen nicht verloren gehen.

Ich bitte Sie: Setzen Sie all Ihren Sachverstand ein. Seien Sie verlässlich in Ihren Verabredungen. Seien Sie offen, klar und redlich im Umgang miteinander.

Ich freue mich, auf eine gute, wichtige und spannende neue Legislaturperiode.