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Europa unterstützt Verein Oldtimerfreunde Ohmtal in Homberg-Dannenrod mit 129.000 Euro - Landrat Marx überbrachte Bescheid

12.04.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Dieses Projekt stiftet Identität“

Europäische Union hilft Oldtimerfreunden Ohmtal mit 129.000 Euro – Landrat überreichte Bescheid an Bürgermeister Orth

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Europäische Union unterstützt das Projekt „Museumshalle Oldtimerfreunde Dannenrod“ mit knapp 129.000 Euro. Landrat Rudolf Marx überreichte am Mittwoch den entsprechenden Bewilligungsbescheid an den Homberger Bürgermeister Volker Orth. Es handelt sich um ein „Public-Private-Partnership- Projekt“: Die Stadt Homberg ist der Zuwendungsempfänger und Träger des Projektes, der Verein Oldtimerfreunde Ohmtal e.V. wird der künftige Betreiber sein. Vereinsvorsitzender Wilfried Wagner bedankte sich herzlich in Namen der zahlreichen anwesenden Mitglieder. „Jetzt kann unser Wunsch nach einem ständigen Museum in Erfüllung gehen“, freute sich Wagner.

Landrat Marx, zugleich Vorsitzender des Regionalen Entwicklungsforums, zeigte sich sehr erfreut über die Unterstützung durch die EU. „Dieses Projekt ist ein weiteres Kernstück in unserer Touristik-Konzeption – und nach innen stiftet es in hohem Maße Identität. Es macht uns stark, dass wir uns im ländlichen Raum kennen und unterstützen“, sagte Marx. Der Verein leiste der Region „einen guten Dienst“.

Der Beirat der Vogelsberg Consult GmbH (er ist identisch mit dem Entwicklungsforum) hatte das Projekt als hochrangig eingestuft und eine Förderung aus Mitteln des Programms LEADER plus befürwortet. Das Geld aus Europa bedeutet: Grünes Licht für die geplante Ausstellungshalle in Dannenrod. Hombergs Bürgermeister Volker Orth rief den Vereinsmitgliedern zu: „Darauf können Sie stolz sein!“

128.700 Euro stellt das Land Hessen im Rahmen des LEADER-Plus-Programms für die Gesamtinvestitionssumme von 270.000 Euro zur Verfügung stellt. Dazu zu rechnen sind noch 60.000 Euro, die in Form von Eigenleistung erbracht werden.

Insgesamt trägt die Museumshalle aus Sicht von Landrat Marx dazu bei, dass in der Region Vogelsberg und rund um die Stadt Homberg die Landschafts- und Kulturgeschichte im Bereich Landwirtschaft und somit das ländliche Leben dargestellt werden kann. Das sei auch ein Angebot an die nachfolgenden Generationen, die geschichtliche Entwicklung anhand beispielgebender Ausstellungsobjekte nachzuvollziehen. „Darüber hinaus sind positive Effekte für den Tourismus zu erwarten, da die Ohmtalfreunde über die Grenzen Hessens hinaus bekannt sind“, freut sich der Landrat. Kreislandwirt Norbert Reinhardt lobte den generationenübergreifenden Charakter des Projekts.

Der Verein Oldtimerfreunde legt in seiner Arbeit großen Wert auf die Integration von Jung und Alt. Nur so können Traditionen und das Brauchtum früherer Zeiten nachhaltig und Identität stiftend in der Region verankert und an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben werden, betonte Marx.

Professor Hermann Seufert vom Institut für Landtechnik in Gießen referierte über die Bedeutung der Landwirtschaft als Grundlage für die zivilisatorische Entwicklung der vergangenen 8000 Jahre. Die teilweise über 100 Jahre alten Maschinen und Geräte der Ausstellung böten einen anschaulichen Einblick in die erhebliche Produktivitätssteigerung in der Agrarwirtschaft dieses Zeitraums.

Bereits im Jahr 2000 hatte der Verein mit Unterstützung aus dem damaligen Regionalentwicklungsprogramm (knapp 26.000 Euro) in Dannenrod einen Ausstellungsraum mit angeschlossenen sanitären Anlagen errichtet. Der Raum nimmt wertvolle Exponate auf und dient zugleich für Informationsveranstaltungen, beispielsweise für Schulklassen. Unter Einbeziehung dieses Objektes wurden bereits zahlreiche Großveranstaltungen, wie der Landesentscheid im Oldtimerpflügen, durchgeführt.

Aufgrund entsprechender Marketingaktivitäten und der Einbindung in das Kulturprogramm der Stadt Homberg ist die Besuchernachfrage erheblich gewachsen. Zugleich hat sich der Bestand an historischen Maschinen und Geräten weiter vergrößert.

In der nun geplanten Museumshalle sollen dauerhaft Szenen aus dem bäuerlichen Leben im Vogelsberg gezeigt werden. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Darstellung von Arbeitsabläufen in den kleinbäuerlichen Betrieben in dem Zeitraum von Ende des 19. Jahrhunderts bis in die siebziger Jahre des vergangen Jahrhunderts liegen. Wertvolle Einzelexemplare werden in einem separaten Raum untergebracht.

Die neue Halle wird so angeordnet, dass neben dem regulären Museumsbetrieb auf dem bereits genutzten Gelände im Stadtteil Dannenrod ein großer Innenhof entsteht, der als Freigelände für besondere und große Events dienen kann. Die Halle wird auf städtischem Grund errichtet. Die Stadt Homberg hat die baulichen Voraussetzungen durch die Änderung des Flächennutzungsplanes geschaffen.

Die Nutzung des Grundstückes, die organisatorische und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens, die Übernahme von Folgekosten und die Gewährleistung des Förderzweckes wurden im Vorfeld geprüft und vertraglich geregelt. Das ist die Voraussetzung für eine Förderung solcher Betreibermodelle, erläuterte Abteilungsleiterin Margit Wagner.

Nach den EU- und Landesvorgaben müssen LEADER-Projekte am Gemeinwohl orientiert sein, die Regionalkultur fördern, zur Kommunikation und Information der Landschafts- und Kulturgeschichte anregen, dauerhafte Organisationsstrukturen haben und von regionaler Bedeutung sein.

 

Unser Bild zeigt (von links) Bürgermeister Volker Orth, Vereinsvorsitzenden Wilfried Wagner und Landrat Rudolf Marx.

Bild: Vogelsbergkreis