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Nieder-Mooser Badesee mit klarem Wasser gut gerüstet in die Saison

21.03.2006 Von: Region Vogelsberg Touristik GmbH

Nieder-Mooser Badesee mit klarem

Wasser gut gerüstet in die Saison

Diplom-Ökologe gibt Empfehlung zum Fischbesatz –

Mehr Wasserpflanzen, keine Karpfen mehr

VOGELSBERGKREIS ( ). „Der Nieder-Mooser See als Mosaikstein unseres regionalen Tourismus-Konzepts ist nach den Experten-Empfehlungen und Prognosen nun noch besser gerüstet für die bevorstehende Sommer-Saison.“ Dies sagte Landrat Rudolf Marx, der Vorsitzender des Aufsichtsrats der Region Vogelsberg Touristik GmbH ist, nachdem er sich von Geschäftsführerin Uta Nebe über den neuesten Stand unterrichten ließ. Der Vogelsberger Landrat stellt erneut das große Engagement des Betreibers, der Firma Camping Heitzenröder GmbH, zum Erhalt dieses „touristischen Highlights“ heraus.

Fachleute der Gesundheitsamtes, der Wasserbehörde, des Umweltlandesamtes, des Amtes für den ländlichen Raum, der Gemeinde Freiensteinau und Touristiker informierten sich vor Kurzem in Nieder-Moos über die Umsetzung des Konzeptes. Diplom-Ökologe Christian Schuller gab dabei die Prognose „Klares Wasser im Nieder-Mooser See“ ab. Denn die Karpfen werden reduziert und die Zahl der Wasserpflanzen erhöht. Dies werde zur deutlichen Verbesserung der Sichttiefe des Wassers führen. Geschäftsführer Heitzenröder und Christian Schuller hatten bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, das Konzept umzusetzen (wir berichteten). Das Zauberwort heißt „Nahrungsnetz-Steuerung“. Die erheblichen Kosten schultert die Firma Heitzenröder zur Zeit alleine.

Schuller hat in den vergangenen Monaten umfangreiche Untersuchungen am Nieder-Mooser See und dessen Zuläufen unternommen, um die Ursachen herauszufinden, die in der warmen Jahreszeit die „hypertrophen Zustände“ und die teilweise Verschlammung des Sees und damit die Beeinträchtigung der Sichttiefe verursachen. Der Experte hatte bereits erfolgreich Maßnahmen am Gederner See eingeleitet. „Das Phosphorbindungsvermögen des Sedimentes ist sehr gut“, erläuterte Schuller, der im Weiteren zu Maßnahmen riet, die den Nieder-Mooser See zu einem krautreichen Klarwassersee, auch Hecht-Stein-See genannt, entwickeln sollen.

Als krautreich wird ein See bezeichnet, wenn Wasserpflanzen eine große Rolle spielen. Diese verdrängen die Algen, weil sie Stoffe bilden, die das Wachstum der Algen hemmen. Dass die Wasserpflanzen den Badebetrieb beeinträchtigen, sei nicht zu erwarten, erläutert Schuller, da es normalerweise nicht zu einem übermäßigen Wachstum komme. Notwendig sei es vor allem, den Fischbesatz zu wechseln. Bei der Nutzung als Angelsee wurden bisher vor allem Karpfen und Brassen eingesetzt. „Das muss geändert werden“, so Schuller. „Ein hoher Besatz an Karpfen und die Nutzung als Badesee schließen sich aus“, so sein Urteil.

Aus diesem Grund hat die Familie Heitzenröder den Pachtvertrag mit dem Angelverein Lauterbach gekündigt und will nach dem Abfischen des Sees, das bereits stattfand, nun zwei Jahre lang keine Fische einsetzen. Danach sollen Hecht und Barsch den See bevölkern, die das Aufkommen anderer Fischarten verhindern. Alle Kosten für Gutachten, Maßnahmen und auch den Ausfalle der Pacht durch den Anglerverein von mehr als 30.000 Euro trägt die Familie Heitzenröder.

Dank der schnellen Reaktion und der sofortigen Beauftragung eines ausgewiesenen Experten könne nun davon ausgegangen werden, dass die Maßnahmen sofort zu einer der EU-Badewasserrichtline entsprechenden Sichttiefe führen werden und der Campingplatz gut gerüstet der nächsten Saison gegenüber steht, erwartet die Geschäftsführerin der Region Vogelsberg Touristik GmbH, Uta Nebe.

Im Sommer vergangenen Jahres war zum wiederholten Male ein Badeverbot verhängt worden – nicht wegen der mikrobiologischen Wasserqualität, wie Fachleute des Kreisgesundheitsamts betonten. Mikrobiologisch gesehen, werden überwiegend sogar die strengeren Leitwerte der Badegewässerverordnung erreicht. Das Problem war vielmehr die „ungenügende Sichttiefe“. Eine zu geringe Sichttiefe ist vor allem problematisch, wenn es zu Badeunfällen kommt und möglicherweise Ertrinkende gerettet werden müssen. Die Fachleute sind sich jetzt sicher, dass mit der Veränderung von Flora und Fauna eine deutliche Verbesserung eintreten wird.