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Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
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Ab 17. Februar (bis voraussichtlich 30. April) Aufstallungspflicht für Geflügel wegen Vogelgrippen-Vorbeugung - Information des Kreis-Veterinäramtes

16.02.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vom 17. Februar bis voraussichtlich 30. April 2006:

Aufstallungspflicht für Geflügel

Vogelsberger Veterinäramt informiert über Auflagen –

Ab sofort Geflügelschauen ohne Ausnahme verboten

VOGELSBERGKREIS ( ). Für alle Geflügelhaltungen einschließlich Kleinsthaltungen (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse) gilt mit der neuen Aufstallungs-Verordnung die Pflicht zum Halten der Vögel in einem geschlossenen Stall. Geschlossen bedeutet unter anderem, dass auch die Schwalben keinen Zugang erhalten dürfen.

Als Alternative ist ausschließlich eine ortständige Voliere zulässig, die ein nach oben eintragsicheres dichtes Dach und an den Seiten vogeldichte Netze oder Drahtgeflecht besitzt. Dies teilt das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in der Vogelsberger Kreisverwaltung mit.

Im Fall der Volierenhaltung muss diese dem zuständigen Veterinäramt in Lauterbach

Telefon 06641/91168-0

angezeigt werden und ein praktischer Tierarzt ist in monatlichen Abständen mit einer klinischen Untersuchung zu beauftragen, deren Ergebnis vom Tierarzt schriftlich dokumentiert werden muss.

Das Veterinäramt wird durch verschärfte Kontrollen die Einhaltung der Aufstallungspflicht überprüfen. Bei Nichteinhaltung ist mit erheblichen Sanktionen zu rechnen.

Weiterhin ist der mobile Handel mit oben genannten Geflügelarten reglementiert worden. Geflügel darf nur noch vertrieben werden, wenn es 14 Tage vor dem Verkauf in einem festen Stall gehalten wurde und innerhalb der 2 Tage vor dem Verkauf von einem Tierarzt klinisch untersucht wurde.

Der Händler hat eine entsprechende tierärztliche Bescheinigung beim Verkauf mitzuführen.

Geflügelmärkte, -schauen, -ausstellungen und –veranstaltungen jeglicher Art sind bis zum 30. April 2006 verboten. Ausnahmegenehmigungen dürfen nicht erteilt werden.

STICHWORT: VOGELGRIPPE

Klassische Geflügelpest

(Hochpathogene Form der Aviären Influenza)

Was ist Vogelgrippe?

Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza (Vogelgrippe), die durch sehr aggressive (hochpathogene) aviäre Influenzavirusstämme vom Subtyp H5 oder H7 hervorgerufen wird. Die Krankheit ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Bei Hühnern und Puten können innerhalb weniger Tage bis zu 100% der Tiere erkranken und sterben. Die wirtschaftlichen Verluste sind entsprechend hoch.

Welche Tiere sind betroffen?

Die Geflügelpest befällt alle Geflügelarten. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet. Wasservögel erkranken seltener und weniger schwer, scheiden aber dennoch das Virus aus und können als Reservoir für Ansteckungen dienen.

Ist die Krankheit für den Menschen gefährlich?

Menschen können sich mit dem Erreger der Geflügelpest anstecken. In der Regel führt die Erkrankung zu milden grippeähnlichen Symptomen, die im Ausnahmefall tödlich enden können. Infektionsquelle sind kranke oder an Geflügelpest verendete Tiere sowie deren Ausscheidungen, insbesondere der Kot.

Was ist bei der Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln zu beachten?

Bei der Zubereitung von Geflügelfleisch sollten die allgemeinen Hygienevorschriften strikt eingehalten werden. Geflügelfleisch sollte gründlich durchgegart werden, bei einer Kerntemperatur von 60-70°C, mind. 30 Minuten.

Welche Anzeichen treten bei kranken Tieren auf?

Die Zeitspanne (Inkubationszeit) von der Ansteckung mit dem aviären Influenzavirus bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt Stunden bis wenige Tage. Die Tiere sind apathisch, haben ein stumpfes, gesträubtes Federkleid, hohes Fieber und verweigern Futter und Wasser. Manche zeigen Atemnot, Niesen und haben Ausfluss aus Augen und Schnabel.

Es kommt zu wässrig-schleimigem, grünlichem Durchfall und manchmal zu zentralnervösen Störungen (abnorme Kopfhaltung). Am Kopf können Wassereinlagerungen (Ödeme) auftreten, Kopfanhänge und Füße können sich durch Blutstauung und Unterhautbildung blaurot verfärben.

Die Legeleistung setzt aus, die noch gelegten Eier haben dünne und verformte Eierschalen oder die Kalkschale fehlt völlig (Windeier). Die Sterberate ist bei Hühnern und Puten sehr hoch.

Enten und Gänse erkranken nicht so schwer, und die Krankheit führt nicht immer zum Tod. Manchmal leiden sie nur an einer Darminfektion, die äußerlich fast unauffällig verläuft, oder sie zeigen zentralnervöse Störungen.

Wie wird die Geflügelpest übertragen und verbreitet?

Der Erreger wird von den kranken Tieren massenhaft mit dem Kot und mit Schleim oder Flüssigkeit aus Schnabel und Augen ausgeschieden. Bei direktem Kontakt stecken sich andere Tiere an, indem sie virushaltiges Material einatmen oder aufpicken.

Die Verbreitung auf andere Bestände erfolgt durch den Tierhandel oder indirekt durch mit Virus kontaminierte (verunreinigte) Fahrzeuge, Personen, Geräte, Verpackungsmaterial oder Ähnliches.

Um einer Virusverschleppung vorzubeugen, muss die Staubentwicklung im Stall verhindert werden, und das Betreuungspersonal darf den Stall nur nach Schuh- und Kleidungswechsel sowie gründlicher Reinigung und Desinfektion verlassen. Auch alle Materialien und Geräte müssen gründlich gereinigt und fachgerecht desinfiziert werden.

Das Einschleppen von eventuell infiziertem Kot von Wildvögeln in den Stall kann relativ einfach durch einen Schuhwechsel am Stalleingang oder das Benutzen von Einrichtungen zur Desinfektion der Schuhsohlen vor Betreten des Stalles vermieden werden.

Was ist im Verdachtsfall zu tun?

Die Geflügelpest ist eine wirtschaftlich besonders bedeutsame Tierseuche und deshalb anzeige- und bekämpfungspflichtig.

Bei Verdacht auf Geflügelpest im Vogelsbergkreis ist das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Lauterbach, Tel. 06641 / 91168-0, auch außerhalb der üblichen Dienstzeit, zu informieren.