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Jahresbericht 2005 - Amt für Jugend, Familie und Sport - Erneut deutliche Zunahme bei Beratungen in Sachen Kindes-Unterhalt

09.02.2006 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Erneut deutliche Zunahme bei Beratungen

in Sachen Kindes-Unterhalt

Jahresbericht des Amtes für Jugend, Familie und Sport – Landrat Marx: „Die Interessen von Kindern und Familien im Blick“

VOGELSBERGKREIS ( ). „Jede Beratung und jede Hilfe ist immer ein Einzelfall. Unser Jugendamts-Team hat stets die Interessen der Kinder und Familien im Blick.“ Dies erklärt Landrat Rudolf Marx im Jahresbericht 2005. Der Verwaltungschef lobt zugleich die Bewältigung vieler neuer Aufgabenstellungen im Amt für Jugend, Familie und Sport. „Zeitnah, flexibel und ergebnisorientiert – diese Arbeitweise nützt direkt den Interessen von Kindern und Familien“, betont Marx.

Das Jugendamt führt derzeit 768 Beistandschaften, das sind 24 mehr als zum Berichtszeitpunkt im vergangenen Jahr. Dabei geht es hauptsächlich darum, den Unterhaltsanspruch von Kindern und Jugendlichen gegenüber den unterhaltsverpflichteten Elternteilen geltend zu machen und die fälligen Unterhaltsbeiträge einzuziehen.

Im abgelaufenen Jahr konnten Unterhaltszahlungen in Höhe von etwa 640.000 Euro von den verpflichteten Elternteilen erlangt werden. Der überwiegende Teil dieser Einnahmen fließt unmittelbar an die betreuenden Elternteile, rund ein Sechstel davon wurde an staatliche Stellen weitergeleitet, die ganz oder teilweise den Unterhalt des Kindes oder Jugendlichen sicherstellten (z.B. Unterhaltsvorschusskasse, Sozial- und Jugendhilfeträger). „Das von den Beiständen eingetriebene Geld verhindert in vielen Fällen den Gang zum Sozialamt oder die Inanspruchnahme anderer staatlicher Stellen“, erläutert Jugenddezernent Marx. Seit April 2002 eröffnete der Gesetzgeber die Möglichkeit der Einrichtung einer Beistandschaft, auch wenn sich beide Elternteile die elterliche Sorge teilen („gemeinsames Sorgerecht“). Aufgrund dieser Änderung ergibt sich eine weitere Vermehrung der Fälle von Beratung und Unterhaltsdurchsetzung.

Beim Amt für Jugend, Familie und Sport werden zur Zeit außerdem 44 bestellte Vormundschaften, acht gesetzliche Vormundschaften (diese tritt dann ein, wenn die unverheiratete Mutter minderjährig ist) und 28 Pflegschaften geführt und bearbeitet. Seit dem Inkrafttreten der Kindschaftsrechtsreform im Juli 1998 kann die Hilfe des Amtes für Jugend, Familie und Sport für Vaterschafts- und Unterhaltsangelegenheiten auf freiwilliger Basis in Anspruch genommen werden.

Nach wie vor ist die Nachfrage nach Beratung in Unterhaltsangelegenheiten und nach Informationen über die Rechtslage sehr hoch. Dies beinhaltet eine umfassende Beratung der Elternteile und Neuberechnung des Unterhaltes. Gleiches gilt für die Unterhaltsberatung und –berechnung für junge Volljährige, was von den Betroffenen immer häufiger genutzt wird.

Festzustellen ist, dass diejenigen Fälle, die als besonders kompliziert und schwierig zu bezeichnen sind und eine sowohl von Zeitaufwand als auch Qualität entsprechende Arbeitsleistung erfordern, beim Amt verblieben sind. Die Verlagerung der Arbeitsinhalte hin zu qualifizierter Unterhaltsberatung hat ein erhebliches Ausmaß angenommen.

Die mittlerweile weitgehend bekannte Möglichkeit, dass beide nicht miteinander verheiratete Elternteile das Sorgerecht für das Kind gemeinsam ausüben können, wird rege wahrgenommen. In diesem Fall ist eine sog. „Sorgeerklärung“ erforderlich, die beim Amt für Jugend, Familie und Sport nach eingehender Beratung abgegeben und beurkundet wird. 2005 wurden 48 Sorgeerklärungen sowie 242 Beurkundungen im Bereich Vaterschaftsanerkennung und Verpflichtung zur Unterhaltsleistung vorgenommen.

Bei der Adoptionsvermittlungsstelle des Vogelsbergkreises sind im Jahr 2005 sechs Fälle abgeschlossen worden. In noch laufenden Adoptionsverfahren sind acht Stellungnahmen abgegeben worden. Acht neue Adoptionsbewerber befanden oder befinden sich im Überprüfungsverfahren.

Das Aufgabengebiet „Unterhaltsvorschuss“ umfasst neben der Beratung und der Leistungsgewährung an Anspruchsberechtigte auch die Durchsetzung der Unterhaltsansprüche gegenüber den Unterhaltsschuldnern. Im Rahmen der Bearbeitung dieses Sachgebietes wurden im Jahr 2005 für 931 laufende Fälle Leistungen in Höhe von 1,06 Millionen Euro gewährt. Im Vergleich zum Kalenderjahr 2004 erhöhten sich die Ausgaben um 12 Prozent.

Von den unterhaltspflichtigen Personen konnten 225.000 Euro vereinnahmt werden. Die Anzahl der Fälle, in denen nach Abschluss der laufenden Leistungsgewährung noch Forderungen gegen den unterhaltspflichtigen Elternteil bestehen, erhöhte sich auf 938.

Der Vogelsbergkreis ist sowohl an den Ausgaben als auch an den Einnahmen zu je einem Drittel beteiligt. Die andere beiden Drittel speisen sich aus Landes- und Bundesmitteln.