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10 Jahre Regionales Entwicklungsforum - Beirat der Vogelsberg Consult GmbH - Landrat Marx würdigt ehrenamtliches Engagement - 8 Millionen Euro bewegt

11.11.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Bündelung von Sachverstand

für die Interessen des Vogelsbergkreises“

10 Jahre Regionales Entwicklungsforum -

VBC-Beirat besuchte herausragende Projekte

VOGELSBERGKREIS ( ). Das Regionale Entwicklungsforum Vogelsberg – es ist identisch mit dem Beirat der Vogelsberg Consult GmbH – feierte sein 10-jähriges Jubiläum auf eine besondere Weise: Mitglieder des Forums führten unter Anleitung von Beiratsvorsitzendem Landrat Rudolf Marx und Geschäftsführer Thomas Schaumberg eine Exkursion im Vogelsbergkreis durch und besuchten dabei sechs Institutionen, Firmen und Einrichtungen, die mit Geldern der Regionalentwicklung gefördert worden waren.

Man wollte heraus finden: was ist aus den Beschlüssen geworden, wohin ist das Geld geflossen, wie haben sich die Projekte entwickelt? Landrat Marx sprach sich mehrfach auf der Rundreise „für regionales Denken“ aus. Es gelte, die vorhandenen Potenziale als Netzwerk zu knüpfen. „Wir haben allen Grund, stolz auf die Entwicklung im Vogelsberg zu sein“, sagte Marx.

Im Regionalen Entwicklungsforum arbeiten 19 Fachleute ehrenamtlich und bestimmen maßgeblich über die Verwendung von europäischen Fördergeldern. Sie legen fest, für welche Projekte das der Region zur Verfügung gestellte Geld verwendet werden soll. In den zurückliegenden zehn Jahren sind rund acht Millionen Euro in rund 100 Projekten für die Regionalentwicklung bewegt worden, unter anderem unter Nutzung verschiedener LEADER-Programme.

Landrat Rudolf Marx und Geschäftsführer Thomas Schaumberg würdigten während der Exkursion „den Fleiß, den Ideenreichtum, die Beharrlichkeit und die Verbundenheit zu den Menschen in der Region“, die die Mitglieder des Beirats und der drei Fachforen auszeichneten. Was hier mit ehrenamtlich investiertem Sachverstand geleistet werde, sei beispielhaft, betonte der Vogelsberger Landrat.

Geschäftsführer Schaumberg hob die besondere Verantwortung der Forumsmitglieder hervor. Durch die „gewollte Regionalisierung der europäischen Regionalentwicklungspolitik“ sei es möglich, die Region wirklich selbst an den Prozessen zu beteiligen und sie so in Kenntnis und unter Nutzung der heimischen Ressourcen bestmöglich voran zu bringen. Das Wesen beispielsweise der LEADER-Programme liege gerade in dieser Effizienz. Denn ähnlich wie bei der Dorferneuerung, wachse die Region von unten, sie bekomme nichts übergestülpt.

Darüber hinaus werde die Bürokratie denkbar klein gehalten, weil die Finanzverantwortung vor Ort bleibe und nicht noch einmal zurück in ein Ministerium verlagert werde. Dies sei der beste Garant für wirksame und nachhaltige Verwendung von Steuergeldern, unterstrich Landrat Marx, der den Beiratsmitgliedern für ihr Engagement herzlich dankte und sie ausdrücklich ermunterte, mit ihrer Tatkraft nicht nachzulassen.

Die Exkursion der Beiratsmitglieder führte von der Synagoge Romrod über den Kommunalen Landschaftspflegestall in Maar, die Zentralstation am Vulkanradweg, die Bauernmarktwagen GmbH in Altenschlirft, das Naturschutz-Zentrum Hoherodskopf zur Kulturscheune „Wilder Mann“ in Bermuthshain.

In Romrod erläuterte Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg die mit LEADER-Mitteln geförderte Konzeption des Kulturhauses in der ehemaligen Synagoge in Vebindung mit der Kulturscheune, die im Entstehen sei. Sie würdigte dabei die beispielhafte Arbeit des Heimat- und Museumsvereins und dankte den VBC-Beiratsmitgliedern für das Ermöglichen des gesamten Projekts. Landrat Marx nannte Romrod ein gutes Beispiel für das Verzahnen von Wirtschafts- und Kulturförderung.

In Maar erläuterten Dr. Dieter Janssen von der Stadt Lauterbach und Schäfer Wolfgang Schnarr, der Pächter, das Konzept des Kommunalen Landschaftspflegestalls. Der Stall ermögliche das Unterstellen der Tiere im Winter, die in den wärmeren Monaten auf den Magerrasenflächen zwischen Brauerschwend und Bad Salzschlirf und zwischen Angersbach und Schwarz zur Pflege der Kulturlandschaft „eingesetzt“ werden. Der Vorsitzender des Vogelsberger Schafhalter, Klaus Schönfeld, hob die Pflege der Kulturlandschaft hervor; es müsse aber auch die Betriebswirtschaft stimmen, was nicht immer einfach sei.

Stephan Mölig erläuterte in der Zentralstation am Vulkanradweg bei Frischborn die Einbindung der Gastronomie in das regionale touristische Konzept. Mölig hob hervor, Kooperation und Vernetzung seien unverzichtbar. Landrat Marx lobte ausdrücklich die „junge Garde der Gastronomen mit ihrem Ideenreichtum und ihrer Beharrlichkeit“. Stellvertretender Beiratsvorsitzender Erwin Fauß betonte, oft werde der Vogelsberg von außen bereits als viel entwickelter wahrgenommen – das eigene regionale Denken hinke bisweilen noch hinterher.

Pierre Haas stellte in Altenschlirf die Vermarktung von biologischen Produkten durch die Bauernmarktwagen GmbH vor. Qualität, Vertrauen und Vielfalt seien die Garanten des geschäftlichen Erfolgs, eingebettet in den sozialen Auftrag der Gemeinschaft Altenschlirf und den ihr anvertrauten 120 Menschen.

Im Naturschutz-Zentrum Hoherodskopf erläuterte Rudolf Heuchert-Frischmuth, Geschäftsführer des Zwecksverbands Naturpark Hoher Vogelsberg, gleich vier Projekte, die mit Leader-plus-Mitteln gefördert wurden und werden: der Vogelsberg-Garten, die Ausbildung der Naturpark-Führer, der Qualitätswanderweg Vulkanring und die Neugestaltung des Naturschutz-Zentrums. Die Vernetzung der einzelnen Projekte zeige sichtbar positive Effekte. Die Vorsitzende der Verbandsversammlung des Naturparks, Sylke Emmermann, wies auf die fast 20 ausgebildeten Naturpark-Führer hin.

In der Kulturscheune „Wilder Mann“ stellte Gastronom Andreas Däsch seine Konzeption einer Verbindung aus Kulinarik, Kunst und Kultur vor. Auch Däsch unterstrich die Notwendigkeit, die Region gemeinsam zu vermarkten und vor Ort Kooperationen zum wechselseitigen Erfolg zu organisieren. Neben dem „Wilden Mann“, einem Saal, der bis zu 140 Gäste fasst, wird es bald auch nebenan die „Wilde Frau“ geben – eine preiswerte Unterkunft für Vogelsberg-Biker.

 

Der Beirat – Regionales Entwicklungsforum Vogelsberg

Aufgaben und Zusammensetzung

Der Beirat ist eines der Gremien der Vogelsberg Consult GmbH. Es hat die Funktion des Regionalen Entwicklungsforums Vogelsberg. Im Gesellschaftsvertrag heißt es in § 14: „Aufgabe des Beirates ist es, auf der Basis eines regionalen Entwicklungskonzepts die Prioritäten der Regionalentwicklung zu setzen. Dem Beirat obliegt die regionale Abstimmung zu strukturbedeutsamen Handlungsfeldern und sektoralen Politikfeldern des Landes Hessen. Darüber hinaus hat der Beirat die Geschäftsführung, den Aufsichtsrat und die Gesellschafter umfassend zu beraten.“

Im Regionalen Entwicklungsforum sind alle relevanten Gruppen der Region vertreten. Im Einzelnen sind dies folgende 19 Personen:

Landrat Rudolf Marx (Vorsitzender, Kreisausschuss Vogelsbergkreis), Erwin Fauß (stellvertretender Vorsitzender, Kulturinitiativen), Klaus Schönfeld (Kreisausschuss Vogelsbergkreis), Michael Riese, Gerda Krömmelbein, Dieter Boß und Margret Jöckel (Kreistagsfraktionen), Rainer Hans Vollmöller und Jürgen Ackermann (Vertreter der Städte und Gemeinden), Ulrich Schuchardt (Wirtschaftsförderung Vogelsberg-Region e.V. – Zusammenschluss von 45 heimischen Unternehmen), Hildegard Maaß (DGB Osthessen), Erwin Mönnig (Kreishandwerkerschaft), Ulrich Roth (Organisationen des Fremdenverkehrs und der Gastronomie), Dr. Wolfgang Dennhöfer (Naturschutzverbände), Eberhard Ritzel (Agentur für Arbeit), Gudrun Huber (Fraueninitiativen), Hildegard Pollak (Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften), MdL Kurt Wiegel (Kreisbauernverband), Markus Gilbert (IHK Gießen-Friedberg).