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Einweihung der Kreishaus-Erweiterung - Rede von Kreistagsvorsitzendem Ulrich Künz

10.11.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

10. November 2005

Rede von Herrn Kreistagsvorsitzenden Ulrich Künz

Es gilt das gesprochene Wort.

Das ist ein guter Tag für den Vogelsbergkreis, für die Bürgerinnen und Bürger, die ein modernes Dienstleistungsangebot ihrer Kreisverwaltung erwarten, ein guter Tag auch für die Kreisstadt Lauterbach.

Es ist ein guter Tag, an dem der Landkreis selbstbewusst dokumentieren kann: Wir nehmen die vielfältigen Aufgaben ernst, die uns der Gesetzgeber und der Kreistag gewissermaßen als örtlicher Auftraggeber stellt. Um eine Aufgabe ordentlich, das heißt in diesem Falle, bürgernah und effizient, zu erledigen, braucht es vernünftige Rahmenbedingungen. Das gilt in der freien Wirtschaft genau so wie hier für diesen bedeutenden öffentlichen Arbeitgeber Kreisverwaltung, in dem über 700 Frauen und Männer in 16 Abteilungen Dienst tun für die Interessen der Bürgerschaft.

Mit diesem Funktionsgebäude, das Kraft und Selbstwertgefühl signalisiert - ohne protzig zu wirken - machen wir deutlich, dass die Landkreise und hier speziell unser Vogelsbergkreis die Aufgaben gerne und gut erfüllen wollen – und zwar bürgernah, nachvollziehbar, effizient.

Eine gute Kreisverwaltung mit motivierten Mitarbeitern wie in unserer Kreisverwaltung sind der lebende Beweis gegen die von manchen immer wieder unterstellte Notwendigkeit von Regionalkreisen. Ich erinnere nur an die Stadt LAHN. Auch das sollte ganz vernünftig sein, Geld sparen, straffen und zentralisieren. Aber es ist aus gutem Grund gescheitert. Die Bürger haben nein gesagt, weil ein anonymes Retortengebilde entstanden war. Genauso wäre es mit einem Regionalkreis, zu dem sich keiner zugehörig fühlt.

Anders hier im Vogelsbergkreis. Es ist Identität gewachsen. Endlich und wahrnehmbar. Und dazu braucht es auch eine leistungsfähige, bürgernahe Verwaltung – wie diese hier.

Meine Damen und Herren,

Es ist gut, dass dieses Bauprojekt jetzt endlich beendet werden konnte. Was 1987 mit dem Kauf des Döll-Geländes begann, dann ins Stocken geriet, weil Entwürfe für eine neues Landratsamt bis zu 40 Millionen DM vorsahen, wurde dann erst wieder während der Großen Koalition Mitte der 90-er Jahre aufgegriffen. Es war der SPD-Landrat Lipphardt und der CDU-Vizelandrat Marx, die gemeinsam mit den großen Fraktionen im Kreistag die Kraft gefunden haben, das Projekt dann endlich in Gang zu setzen.

Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 1997 schuf die Voraussetzung für die Baugenehmigung im Jahr 2001 auf der Grundlage eines durchdachten Konzepts, das auf Sparsamkeit und Funktionalität angelegt war. Ich danke an dieser Stelle sehr herzlich unserem Hochbauamt mit Herrn Diplom-Ing. Keil an der Spitze und Herrn Architekten Frielinghaus mit seinem Team für die sehr gute Vorarbeit. Ich danke ebenso herzlich allen Handwerkern, die das Projekt kompetent in die Wirklichkeit umgesetzt haben. Im Herbst 2003 konnten die Einweihung des ersten Bauabschnitts feiern – das neue Gesundheitsamt war entstanden. Jetzt, nur zwei Jahre später die gesamte große Maßnahme abgeschlossen.

Meine Damen und Herren,

dieser Neubau ist auch in einer weiteren Hinsicht ein Glücksfall: Noch während geplant wurde und der erste Bauabschnitt schon fertig war, ergab sich für den Vogelsbergkreis – oder besser: für die betroffenen Menschen im Vogelsbergkreis – die große Chance, die Aufgabe der Job-Vermittlung für Langzeit-Arbeitslose auf kommunaler Ebene zu übernehmen. Nur durch die zusätzlich geschaffenen Räume war die Verwaltung in der Lage, nun in der Lauterbacher Bahnhofstraße ausreichend und unter einem Dach die Kommunale Vermittlungsagentur unterzubringen. Das ist gut so und nutzt den Bürgern.

Meine Damen und Herren,

es ist mir auch sehr wichtig festzustellen, dass das Projekt ohne Netto-Neuverschuldung umgesetzt werden konnte. Und es wurde voran getrieben, ohne dass gleichzeitig wichtige Schulbaumaßnahmen zurück gestellt worden wären. Ich erinnere hier nur an das Richtfest am Alsfelder Gymnasium vor wenigen Tagen, wo der Kreis über 6 Millionen Euro in die Zukunft unserer Jugend investiert. Dem Kreistag war immer besonders wichtig, hier die gebotene Balance zwischen den nötigen Verwaltungsneubauten und den unverzichtbaren Schulbauten zu wahren.

Ich danke an dieser Stelle nachdrücklich Herrn Landrat Marx, der mutig, kraftvoll und zielstrebig dieses Bauprojekt, das wir heute gemeinsam einweihen, voran getrieben hat. Er hat richtig gehandelt. Und der Kreistag hat gerne die nötige Unterstützung dazu sicher gestellt.

Wir haben das in unserer Zuständigkeit für den Kreishaushalt auch getan, weil öffentliche Aufträge immer auch ein Stück Wirtschaftsförderung und Sicherung von Arbeitsplätzen sind. Das ist gut so und auch so gewollt.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

ich hoffe und wünsche mir, dass es ihnen in dem neuen Gebäude gefällt, und dass die verbesserten Rahmenbedingungen die Motivation noch weiter erhöhen mit dem Ziel, leistungsstark, wirtschaftlich sparsam und bürgernah zu arbeiten.