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Erweiterungsbau der Kreisverwaltung in Lauterbach ist fertig - Rede von Landrat Rudolf Marx

10.11.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Offizielle Einweihung des Erweiterungsbaus der Kreisverwaltung in Lauterbach

Rede von Herrn Landrat Rudolf Marx.

Es gilt das gesprochene Wort.

Donnerstag, 10. November 2005

Landrat Rudolf Marx: "Wir haben das Notwendige getan und sind dabei bescheiden geblieben"

 

 

Vor 18 Jahren kaufte der Kreis das Gelände und die Hallen der ehemaligen Firma Döll. Ziel war bereits 1987, die auf viele Standorte verteilte Kreisverwaltung aus Gründen der Effizienz sowie der Übersichtlichkeit und Erreichbarkeit für die Bürger hier an diesem Standort zusammen zu legen.

Jetzt endlich – nach 18 Jahren – können wir der Familie Ludwig, die ich heute ganz herzlich begrüße, zeigen, was – nach vielen, viel zu vielen Jahren des Stillstands und der Brache – aus ihrem ehemaligen Gewerbegelände und den Fertigungsgebäuden geworden ist.

Meine Damen und Herren,

wir sind am heutigen 10. November 2005 hier zusammen gekommen, um den Abschluss einer Baumaßnahme zu würdigen, die längst überfällig und schon sehr lange geplant war, die logistisch und wirtschaftlich sinnvoll ist und mehr Bürgerservice bedeutet:

Am Standort Goldhelg in Lauterbach sind nun die meisten Ämter der Kreisverwaltung endlich, ich betone es: endlich unter einem Dach. Das Gelände ist arrondiert, die Gebäudekomplexe A, B und C sind gut miteinander vernetzt, die Ämter für die Bürgerinnen und Bürger gut erreichbar.

Das neue Gebäude, in dem wir nun stehen, mit einer Hauptnutzfläche von über 1300 Quadratmetern schließt sich an der Nordseite des „alten Hauptgebäudes“ an und bindet gleichzeitig das neue Gesundheitsamt sowie das Bauamt, das Jugendamt und weitere Ämter in einem Komplex zusammen. Dieser Erweiterungsbau hier nimmt vor allem die ehemalige „staatliche Abteilung“ auf, die nun „Amt für Aufsichts- und Ordnungsangelegenheiten“ heißt, seit die staatlichen Bereiche zum Kreisausschuss gekommen sind. Die Aufgaben und Zuständigkeiten aus Sicht der Bürger sind jedoch gleich geblieben.

Meine Damen und Herren,

Ich bin stolz darauf, politisch daran mitgewirkt zu haben, dieses pragmatische Bauwerk mit auf den Weg zu bringen. Gemeinsam mit dem damaligen Landrat Lipphardt habe ich als Erster Kreisbeigeordneter 1997 die Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht, die nun gottlob zur Umsetzung gekommen ist. Die damalige Große Koalition aus SPD und CDU wollte das, was nun geschaffen worden ist – leider hat dann die SPD in neuer Konstellation ab dem Jahr 2000 der Mut zur Richtigkeit dieses Projekts verlassen.

Meine Damen und Herren,

wir haben das Notwendige getan und sind dabei bescheiden geblieben. Ich unterstreiche diesen Sachverhalt, denn der vor mir empfundene Stolz bezieht sich nicht auf einen Prunkbau – den ich im übrigen niemals unterstützt hätte. Nein, ich bin stolz, dass wir unser Ziele der Bürgerfreundlichkeit, der Effektivität und der Wirtschaftlichkeit so kostengünstig, so pragmatisch, so funktional haben umsetzen können.

Ich danke an dieser Stelle herzlich meinem Hochbauamt, Herrn Keil und Herrn Schwärzel sowie dem planenden Architekten, Herrn Frielinghaus. Ich danke des weiteren dem Projektleiter, Herrn Fickar, sowie den fünf weiteren Fachplanern, die alle zusammen die Herausforderung gemeistert haben, konzeptionell einen neuen Baukörper zu entwerfen, der zum einen den beschrieben Zielen dient, aber auch die Anbindung an das seitherige Hauptgebäude architektonisch löst sowie die Gebäudesubstanz der ehemaligen Industriehallen vernünftig nutzt. All dies ist geschehen, und entstanden ist mit dem Fleiß und dem Können der Handwerker eine neue Kreisverwaltung aus einem Guss. Und selbstverständlich wurde auch dieses Gebäude, wie bei allen Baumaßnahmen des Vogelsbergkreises selbstverständlich, in Niedrig-Energie-Bauweise errichtet.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

viel Logistik steckte in den Umzügen etlicher Fachabteilungen in den vergangenen Wochen. Ich danke Ihnen dafür, dass alles problemlos organisiert wurde und für die Bürgerinnen und Bürger möglichst wenig Einschränkungen mit diesem Aufwand verbunden waren.

Meine Damen und Herren,

Die neu entstandene, zusammengeführte Verwaltung ist kein Selbstzweck. Natürlich ist mir als „Firmenchef“, als Leiter dieser großen Verwaltung daran gelegen, dass die Abläufe für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut und reibungslos sind. Aber dies natürlich nur für den eigentlichen Zweck: die Dienstleistung für unsere Bürgerinnen und Bürger zu optimieren, in deren Auftrag wir hier letztlich arbeiten.

Der Service-Bereich beispielsweise, das Informations-Zentrum im Eingangsbereich, dieses „Schaltmodul“ zwischen dem Alten und dem Neuen weist den Kundinnen und Kunden nicht nur den Weg – hier kann auch schon eine ganze Menge im Bereich von Formularen und Informationen erledigt werden. Einiges an technischen Details ist noch zu ergänzen, es ist schon fertig geplant und wird in den kommenden Wochen ergänzt. Hierzu zählt auch ein Info-PC, an dem man sich schnell zu wichtigen Themen informieren kann.

Ich nenne ein weiteres Beispiel, das mir – auch im Blick auf die gebotene Wirtschaftsfreundlichkeit der Kreisverwaltung – sehr wichtig ist: Jetzt sind alle Abteilungen, die man zum Thema BAUEN sowie in Genehmigungsverfahren braucht, wirklich unter einem Dach: die Bauaufsicht, der Brandschutz, das Gesundheitsamt, die Wasserbehörde, und in Kürze auch der Naturschutz. Wir tragen mit dem neuen Abschnitt B auch der Tatsache Rechnung, dass die ehemals staatlichen Abteilungen beim Landrat nun wirklich in den Kreisausschuss – auch baulich – integriert sind.

Meine Damen und Herren,

Das nun im Wesentlichen vollendete Projekt war vor etwa acht Jahren mit rund 15 Millionen DM veranschlagt worden. Es sind noch einige Arbeiten zu erledigen, zum Beispiel im Bereich der Außenanlagen und bei der Herstellung von ausreichender Parkfläche. Auch dies war eine wichtige Anforderung zur Abrundung dieses Projekts.

Wir hatten übrigens vor Beginn der Baumaßnahmen 93 Stellplätze, während der Bauphase 64 und nach der Beendigung der Außenanlagen im späten Frühjahr 2006 werden wir rund um diesen Komplex 108 Stellplätze verfügbar haben. Darüber hinaus prüfen wir bei vorhandenem Bedarf die Schaffung weiterer 24 Stellplätze vor dem ehemaligen Haupteingang.

Also: ganz fertig sind wir noch nicht. Doch schon heute kann ich mit Gewissheit sagen: wir werden auf jeden Fall den Kostenrahmen von 7,6 Millionen Euro einhalten.

Unser Hochbauamt hat alles für die erforderliche Funktionalität getan, aber akribisch auf die Kosten geschaut. Vielen Dank dafür.

Mit dieser Investition sind auf etwa 2500 Quadratmetern Hauptnutzfläche 108 neue Räume geschaffen worden. Alle Verwaltungsteile sind nun nicht nur baulich gut vernetzt; auch die Kommunikations- und Netzwerktechnik ist auf dem neuesten Stand.

Der Landkreis hat diese notwendige und umfangreiche Investition schultern können, ohne dafür das Kriterium Netto-Neuverschuldung-Null zu reißen.

Und: wir haben dieses neue Verwaltungsgebäude gebaut, ohne unseren Standort Alsfeld im Sinne der Bürgernähe und Sachgerechtigkeit zu vernachlässigen. Vor genau zwei Jahren konnte ich in Alsfeld den Abschluss der Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten bekannt geben. 1,2 Millionen Euro hat der Kreis in sein Landratsamt in Alsfeld investiert. Für die Bürger gut investiertes Geld. Das Gebäude in Alsfeld ist funktionaler, sicherer, sparsamer und auch schöner geworden.

Meine Damen und Herren,

Im Rahmen der Straffung und Aufgabenzusammenführung haben sich auch weitere Entscheidungen als sinnvoll und effektiv heraus gestellt: das Gesundheitsamt an einem Ort, nämlich hier in Lauterbach. Und die aufs Beste in die Kreisverwaltung integrierte Volkshochschule an einem Standort, nämlich in der Färbergasse in Alsfeld. Das Gleiche gilt für das Kreisbauamt, das sich nun tatsächlich hier in Lauterbach unter einem Dach befindet.

Meine Damen und Herren,

Wir haben diesen pragmatischen Verwaltungsbau geschaffen, ohne die Herausforderungen zu vernachlässigen, die wir als Schulträger zu schultern haben. Wir haben das eine getan, ohne das andere zu lassen. So lange ich Landrat bin, also seit 2000, wurden für Bauten und EDV-Ausstattung über 18 Millionen Euro in unsere Schulen investiert. Hinzu kommt noch das Ganztagsprogramm des Bundes IZBB in einer Größenordnung von über 6 Millionen Euro. Und ich habe bereits angekündigt, diese Anstrengungen sogar noch deutlich zu verstärken.

Wir müssen übrigens so viel in die Sanierung unserer Schulen stecken, weil in den 70-er Jahren solch entsetzliche Bausünden begangen wurden. Allein die Sanierung der unsäglichen Flachdächer hat uns schon viele Millionen Euro gekostet. Und wir müssen noch mehr investieren, um endlich alle Schulen in einen ordentlichen Zustand zu bringen. Und wir werden das tun. Die junge Generation, für die wir alle hier Verantwortung tragen, erwartet das zu recht von uns.

Meine Damen und Herren,

ich möchte am heutigen Tag meinen ganz herzlichen Dank all den Bauhandwerkern sagen, die in den vergangenen Monaten hier so fleißig und kompetent gearbeitet haben. Gott sei dank hat es keinen Unfall während der umfangreichen Arbeiten gegeben.

Meine Damen und Herren,

Vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmern hat dieses öffentliche Bauprojekt Lohn und Brot gebracht. Das dürfen wir als politisch Verantwortliche nie aus den Augen verlieren, auch wenn es nicht das primäre Ziel eines Projektauftrags ist. Die öffentliche Hand setzt mit jedem Auftrag immer auch kleine, in diesem Fall der neuen Kreisverwaltung mittlere Konjunkturprogramme in Gang. Dies betrifft Arbeitsplätze hier im Vogelsbergkreis und in der Region. Es nützt aber auch Firmen von außerhalb, die im öffentlichen Wettbewerb mit den wirtschaftlicheren Angeboten gepunktet haben. Dafür punkten nicht selten unsere heimischen Handwerksbetriebe mit ihren Angeboten weit außerhalb unseres Kreises. Das ist so in Ordnung, denn Wettbewerb ist aus vielerlei Gründen notwendig und unverzichtbar.

Dennoch freue ich mich natürlich, dass viele namhafte heimische Firmen an der Ausführung dieses zweiten Bauabschnitts mitgewirkt haben. Ich denke beispielhaft nur an die Firma Gluck, die hier einen Millionenauftrag zu bewältigen hatte. Von den 32 Gewerken, die hier am zweiten Bauabschnitt bewältigt wurden, kommen übrigens 18 aus dem Vogelsbergkreis bzw. aus der angrenzenden Region.

Alle haben hervorragend gearbeitet – in unserem Auftrag und zum Nutzen der hier in der Firma Kreisverwaltung beschäftigten Arbeitnehmer – aber vor allem natürlich zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger, die hier schnell und effektiv zu ihren Dienstleistungen kommen sollen.

Meine Damen und Herren,

ich erkläre den Erweiterungsbau der Kreisverwaltung in Lauterbach offiziell für eröffnet.