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Erster Sprach-Integrationskurs bei der VHS erfolgreich abeschlossen - Landrat Marx ruft Einwanderer zum Erlernen der deutschen Sprache auf

04.11.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: „Jetzt gewappnet,

den Alltag sprachlich zu meistern“

Erster Sprach-Integrationskurs bei der VHS

erfolgreich abgeschlossen - Zeugnisübergabe

VOGELSBERGKREIS ( ). Der erste Sprach-Integrationskurs an der Volkshochschule des Vogelsbergkreises ist erfolgreich abgeschlossen worden. In Anwesenheit von Landrat Rudolf Marx, VHS-Leiter Hans-Günter Oer und Kursleiterin Nina Lungan fand vor kurzem in der VHS-Geschäftsstelle in Alsfeld die Zeugnisübergabe statt. Monika Schenker, VHS-Fachbereichsleiterin für Sprachen, überreichte die Bescheinigungen über den Abschluss des Integrationskurses vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) an die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Landrat Marx drückte die Hoffnung aus, dass es die Absolventen nun einfacher haben werden, „den Alltag sprachlich zu meistern“. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache seien der Schlüssel dafür, dass die Integration gerade von Spätaussiedlern aus osteuropäischen Staaten sowohl sozial als auch wirtschaftlich gelingen könne. „Für alle, die zu uns kommen und bei uns leben wollen, besteht die Pflicht, sich sprachlich einzugliedern“, betonte Marx bei der Zeugnisübergabe in Alsfeld. Der Landrat dankte dem Team der Volkshochschule für seine engagierte Arbeit. „Ich bin ein Fan der Volkshochschule“, bekannte der Verwaltungsschule.

Die Volkshochschule des Vogelsbergkreises ist der einzige aktive Kursträger im Vogelsbergkreis, der vom BAMF zugelassen ist und somit Integrationskurse durchführen darf. Im Dezember 2005 wird die zweite VHS-Gruppe einen Integrationskurs – dieses Mal in Lauterbach – abschließen und die Zertifikatsprüfung ablegen; weitere zwei Gruppen sind für Februar/März 2006 geplant.

Bescheinigt wird der erfolgreiche Abschluss des 30-stündigen Orientierungskurses. Bestandteil ist auch das „Zertifikat Deutsch“. Das „Zertifikat Deutsch (B1)“ ist die vom BAMF vorgeschriebene Abschlussprüfung des Sprachkurses, die europaweit einheitlich abgenommen wird. Neben einer mündlichen Paarprüfung besteht die Zertifikatsprüfung aus einer schriftlichen Prüfung mit den Komponenten: Leseverstehen, Sprachbausteine, Hörverstehen und schriftlicher Ausdruck (Verfassen eines Briefes).

Das erfolgreiche Ablegen des „Zertifikats Deutsch“ bestätigt, dass der Prüfling die meisten alltäglichen Situationen sprachlich bewältigen kann. Vor dem Hintergrund, dass die Mehrzahl der Prüflinge erst kurz vor Beginn des Integrationskurses nach Deutschland eingereist war, sind die erzielten Prüfungsergebnisse als sehr positiv zu beurteilen und zeigen die ernsthaften Integrationsbemühungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen in die deutsche Gesellschaft, ihre Sprache und Kultur, was aus Sicht von Landrat Marx von hoher sozialer Bedeutung ist.

Fachbereichsleiterin Monika Schenker hob den Elan und den Fleiß der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer hervor. Der Sprachkurs der Gruppe lief knapp sechs Monate, von Mitte März bis Anfang September 2005, und umfasste insgesamt 600 Stunden Sprachunterricht. Hinzu kam dann noch im Anschluss der Orientierungskurs, der landeskundliche Kenntnisse von deutscher Rechtsordnung, Geschichte und Kultur vermittelte. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen kamen ohne Vorkenntnisse in den Sprachkurs. In sechs Modulen à 100 Stunden in täglichem Unterricht verbesserten sie ihre Kenntnisse von Monat zu Monat und stellten diese Fortschritte auch in zwei schriftlichen Zwischenprüfungen unter Beweis.

Nur wer entsprechende Ergebnisse in diesen Zwischenprüfungen erzielte, durfte das weiterführende Modul besuchen. Wem das Tempo zu schnell war, der musste notfalls eine Kursstufe wiederholen und die Gruppe wechseln. 9 der 13 Prüflinge waren bereits von Anfang an dabei, die anderen 4 waren aufgrund ihrer Vorkenntnisse zwischen den Modulen dazu gestoßen. Eine Teilnehmerin war von der Kommunalen Vermittlungsagentur in den Kurs geschickt worden, alle anderen 12 Personen wurden ausschließlich über das BAMF finanziert.

Am 1. Januar 2005 ist das neue Zuwanderungsgesetz in Kraft getreten. Neben Änderungen im Aufenthaltsrecht geht damit u.a. eine veränderte Sprachkursförderung für Neuzuwanderer und auch für die sog. „Bestandsausländer“ (Ausländer, die schon länger in Deutschland leben) einher. Spätaussiedler, Ausländer und Unionsbürger nehmen gemeinsam an einheitlichen Integrationskursen teil. Zuständig für diese Kurse ist das neu gegründete Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg, das geeignete Sprachkursträger zur Durchführung dieser Kurse zugelassen hat – im hiesigen Fall ist dies die Volkshochschule Vogelsbergkreis..

Informationen bei der VHS unter Telefon 06631/792-776.

 

Unser Bild zeigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Sprach-Integrationskurses bei der Volkshochschule des Vogelsbergkreises mit (von rechts) Fachbereichsleiterin Monika Schenker, Landrat Rudolf Marx, Dozentin Nina Lungan und VHS-Leiter Hans-Günter Oer.

Bild: Vogelsbergkreis