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Geflügelpest - Vorsorge - Aufstallungsgebot wird verstärkt kontrolliert - Verbot von Geflügelschauen

01.11.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Zugvögel bergen Geflügelpest-Gefahr

Vogelsberger Veterinäramt informiert über härtere

Auflagen – Ab sofort Geflügelschauen verboten

VOGELSBERGKREIS ( ). Durch die Geflügelpestfälle mit dem gefährlichen Influenzavirus H5N1 südlich von Moskau ist aus der Sicht der Veterinärmediziner die Gefahr der Verschleppung von Geflügelpest insbesondere durch Wildenten und Wildgänse erheblich gestiegen. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Vogelsbergkreises appelliert an alle Geflügelhalter, die Informationen zu beachten und die Auflagen umzusetzen. Nur so könne das Risiko der Geflügelpest effektiv gesenkt werden.

Seit Sonntag, den 30. Oktober, ist die in Deutschland geltende Geflügelpest-Schutz-Verordnung erneut geändert worden, um damit europaweit einheitliche Bekämpfungsmaßnahmen und Haltungsbedingungen umzusetzen.

Alle Veranstaltungen mit Hühnern, Truthühnern, Perlhühnern, Rebhühnern, Fasanen, Laufvögeln, Wachteln, Enten und Gänse sowie Tauben sind ab sofort verboten. Dies gilt momentan bis zum 28. Februar 2006. Die Veranstalter können jedoch beim zuständigen Veterinäramt eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Die hiermit verbundenen Auflagen und Kosten sollten vorab mit dem Veterinäramt im Einzelfall abgesprochen werden.

Die prinzipielle Aufstallungspflicht besteht weiterhin. Dies bedeutet, dass Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse (Geflügel) in geschlossenen Ställen untergebracht werden müssen. Alle Öffnungen und Schlitze müssen zum Beispiel mit feinmaschigen Netzen oder Drahtgeflecht vogeldicht verschlossen werden. Futter und Einstreu sowie Tränkwasser muss sicher vor Kontakt mit Wildvögeln gelagert und verfüttert werden. Das Aufstallungsgebot ist momentan bis 15. Dezember 2005 begrenzt.

Wer sein Geflügel nicht in geschlossenen Ställen unterbringen kann, muss das im zuständigen Veterinäramt (Tel. Lauterbach 06641/91168-0) anzeigen. Mindestanforderungen sind eine dichte Überdachung mit seitlichen vogeldichten Abgrenzungen durch Netze oder Drahtgeflecht. Auch hier gilt: Futter, Wasser und Einstreu dürfen keinen Kontakt zu Wildvögeln bekommen. Wer diese Haltungsform wählt, muss einmal im Monat seinen Bestand von einem praktischen Tierarzt auf Krankheitszeichen untersuchen lassen und sich diese Untersuchung und deren Ergebnis dokumentieren lassen. Andere Haltungsformen sind nur mit Genehmigung des Veterinäramtes und unter weiteren Auflagen wie zum Beispiel Blutuntersuchungen im Bestand zulässig.

Für alle Geflügelhalter gilt es, äußerste Aufmerksamkeit dem Gesundheitszustand der Tiere zu widmen. Erkrankungen und Todesfälle sind in jedem Fall mit dem Tierarzt oder dem Veterinäramt zu besprechen. Dies gilt auch für Erkrankungen und Todesfälle bei Wildenten und Wildgänsen, die beobachtet werden.

Jeder Geflügelhalter muss Zukäufe und Verkäufe dokumentieren mit Datum, Anzahl, Tierart und Adressen der Herkunft bzw. Bestimmung sowie Adressen der Transportunternehmen.

Das Veterinäramt erinnert nochmals an die Meldepflicht jedes Halters von Hühnern, Truthühnern, Perlhühnern, Rebhühnern, Fasanen, Laufvögeln, Wachteln, Enten und Gänse sowie Tauben im Vogelsbergkreis. Tierart und Tierzahl sowie Standort der Haltung sind beim Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Vogelsbergkreises, Telefon (06641) 911680, zu melden.

Die Mitarbeiter des Veterinäramtes sind angewiesen, verstärkt Kontrollen von Geflügelhaltungen durchzuführen, um die geltenden Auflagen umzusetzen.