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Kinder im Internet – Gefahren, die keiner kennt - Vortrag am 6. Oktober in Schotten

28.09.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Kinder im Internet – Gefahren, die keiner kennt

Gemeinschaftsveranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten des Vogelsbergkreise, des Kinderschutzbundes in Schotten und der Gesamtschule Schotten

Vogelsbergkreis. Am Donnerstag, dem 6.Oktober findet um 19 Uhr in der Aula der Gesamtschule Schotten eine Veranstaltung zum Thema „Missbrauch im Internet" statt.

Hierzu laden die Gleichstellungsbeauftragten Siyke Emmermann, Marianne Zimmer vom Kinderschutzbund in Schotten und Hans-Joachim Gruel, Schulleiter der Gesamtschule Schotten, alle interessierten Eltern herzlich ein.

Informiert werden die Eltern zu diesem brisanten Thema von Beate Schöning, die auf diesem Gebiet als ausgewiesene Fachfrau gilt. Sie wird mit Anschauungsbeispielen die ganze Bandbreite der Problematik beleuchten und die Gefahren für die Eltern transparent machen. Ebenso wird sie auf Kontrollmechanismen und Vorsorgemöglichkeiten hinweisen.

 

Erläuterungen der Referentin zum Thema:

Täglich werden Kinder und Jugendliche im Internet Opfer pädophil veranlagter Täter. In Chat-Räumen, via E-Mail oder auch der Telegramm-/Flüsterfunktion (ICQ) nehmen die Täter Kontakt zu ihren Opfern auf. Harmlos beginnen die meisten „Gespräche“, die jedoch meist nicht harmlos enden. Von Fragen über die ersten sexuellen Erfahrungen über klare Anweisungen sich vor dem PC selbst zu befriedigen bis hin zur Anbahnung von Treffen und Übersenden eindeutigen Bildmaterials, wird von den Tätern jede Möglichkeit genutzt um an das gewünschte Ziel zu gelangen.

Seit Öffnung des Internets boomt der freie Handel mit kinderpornografischem Material. Das Milliardengeschäft um die Ware Kind wächst rasant – und somit auch die Anzahl derer, die diese Ware konsumieren. Täglich nutzen immer mehr Täter vom heimischen Wohnzimmer oder vom Arbeitsplatz aus die Anonymität des Internets, um ihre Neigung auszuleben.

Eltern und Lehrer sind meist ahnungslos über das, was den Kindern täglich im Internet begegnet. Die Gesetzgebung ist auf die Art der Kriminalität nicht ausgerichtet, die Polizei nicht ausreichend ausgerüstet. Technische Filtersysteme, um die Kontaktaufnahmen zu verhindern gibt es nicht.

Der täglich tausendfach via Netz stattfindende Kindesmissbrauch ist bisher kaum bekannt. Für viele Opfer wird sich diese neue und in Teilen anders gelagerte Art des sexuellen Missbrauchs jedoch doch wohl ähnlich traumatisch auswirken, wie die „klassische Missbrauchsvariante“.

Seit 1998 kann NetKids e.V. auch in Deutschland die bis dahin nur aus den Staaten bekannten Netz-Missbrauchfälle nachweisen. Kinder, die nach einer Anbahnung im Chat schließlich auch real missbraucht / vergewaltigt wurden lassen sich seit 2000 finden. Die Dunkelziffer ist in diesem Bereich ist aus unterschiedlichen Gründen sehr hoch. Täglich werden die Opfer mehr – Kinder und Jugendliche im Alter von ca. acht bis 14 Jahren stehen im Mittelpunkt des Interesses der Täter.

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Zur Person der Referentin Beate Schöning / Zu NetKids

Beate Schöning (40), Journalistin. Seit November 2000 recherchiert die Journalistin Beate Schöning im Internet. Im Dezember 2000 veröffentlicht sie ihren ersten Artikel zum Thema „Kinder im Internet – Gefahren die keiner kennt“. Anfang 2001 gibt Beate Schöning den „Chat-Guide“ heraus – den ersten Leitfaden für Kinder bundesweit zum sicheren Chatten im Internet. Im März 2001 dreht Radio Bremen mit der Journalistin den ersten Filmbeitrag zum Themenkomplex und veröffentlicht diesen mit großer Resonanz. Im April des gleichen Jahres veröffentlicht sie ihren ersten eigenen Dokumentationsfilm und stellt ihn in Bremen vor. Ebenfalls im April gründet sich die Initiative „NetKids“, ein locker Verbund von Menschen, die die Arbeit der Journalistin unterstützen. Kurz darauf entsteht die Homepage

http://www.kindersindtabu.de

Seit Mitte 2003 ist NetKids ein eingetragener Verein. Schöning hat seit Beginn ihrer Recherchen zum Thema in unterschiedlicher Weise veröffentlicht. Sie reist bundesweit um in Vorträgen Eltern, Schulen und andere zu informieren. Seit Ende November 2003 ist der erste Jugendfilm – „NetFriends“ - für die Präventionsarbeit mit Kindern ab Klasse 5. in Schulen „auf dem Markt“, den Beate Schöning mit Hilfe der Stiftung „Wir helfen“, Köln produziert. Am 04.12.2003 führt das Bundesland Bremen (der Innensenator) auf Initiative von B. Schöning das bundesweit erste Hearing zu den „Kindern im Internet – Gefahren, die keiner kennt“ durch. Im Juni 2004 veröffentlicht B. Schöning ihren Film „Net(t)Chat“ – ein Aufklärungsfilm für Erwachsene (Eltern, Lehrer) für die Vorbereitung auf die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Im gleichen Monat verfasst die Journalistin eine Stellungnahme zum geltenden Sexualstrafrecht. Diese zeigt deutlich die „Lücken“ auf. Der Inhalt dieser Stellungnahme wird Thema der kommenden Innenministerkonferenz werden. Im März 2005 veröffentlichte Schöning die Broschüre „Kinder im Internet – Gefahren, die keiner kennt / TATORT CHATRAUM (24 Seiten, erhältlich über www.kindersindtabu.de