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Europäische Union fördert Museum des Landjudentums - Landrat Marx übergab in Alsfeld Bewilligungsbescheid an Vorsitzenden Legatis

16.09.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Europäische Union fördert

Museum des Landjudentums

Landrat Marx überreichte in Alsfeld

32.500 Euro an Vorsitzenden Legatis

VOGELSBERGKREIS ( ). Mit der Anschubfinanzierung in Höhe von 32.500 Euro kann der Aufbau einer zusammenhängenden Ausstellung über das Landjudentum beginnen. Landrat Rudolf Marx überreichte kürzlich einen Bescheid für den „Förderverein zur Geschichte des Judentums im Vogelsberg e.V.“ an den Vorsitzenden Joachim Legatis. Das Geld stammt aus dem EU-Programm LEADER plus, das die Europäische Union zur Entwicklung der ländlichen Räume aufgelegt hat. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 65.000 Euro.

Mit Geldern aus dem LEADER-Plus-Programm konnten bisher viele kulturell bedeutsame Projekte gefördert werden, hob der Landrat in Alsfeld hervor. Marx betonte, das Erinnern an unsere Geschichte diene der „Mahnung, nicht dem Vorwurf“. Auf der Grundlage des regionalen Entwicklungskonzeptes sei es hervorragend gelungen, die einzelnen Projekte sinnvoll zu vernetzen und entsprechende Synergieeffekte zu nutzen. Er verwies auf bereits begonnene Projekte in Romrod und Kestrich. Die Prioritäten der Projekte werden im Beirat der Vogelsberg Consult GmbH als Regionalem Entwicklungsforum jeweils unter Vorsitz von Landrat Marx festgelegt.

Landrat Marx dankte dem Förderverein für seine akribische Arbeit, der Stadt Alsfeld und dem evangelischen Dekanat für die umfangreiche Unterstützung und Abteilungsleiterin Margit Wagner für die nachhaltige Begleitung des Projekts.

Vereinsvorsitzender Joachim Legatis sprach in seinen Dankesworten von einem „sensiblen Thema“, das die Chance biete, an einer „Erinnerungskultur“ zu arbeiten, die einige Jahrhunderte zurück reiche und nicht nur die Zeit des Nationalsozialismus beleuchte. Legatis stellte als Mitarbeiterin in der neuen Geschäftsstelle, die ihre Arbeit bereits im Oktober aufnehmen soll, Irmgard Gückel vor. Sie wird die Ausstellung koordinieren und an der Umsetzung der Konzeption arbeiten. Ralf Müller vom evangelischen Dekanat verwies auf wichtige Aspekte der Ökumene, die sowohl das Dekanat als auch die Kirche von Hessen und Nassau zu einer umfangreichen finanziellen Unterstützung bewogen habe.

In der Volkmarstraße in Alsfeld hat der Verein sein Büro, das er von der Stadt Alsfeld angemietet hat. Dort wird das Konzept des Fördervereins erarbeitet. Das dezentrale Museum ist ein weiterer Baustein zum Gesamtthema Landjuden im Vogelsberg und soll die wesentlichen Relikte des jüdischen Landlebens verbinden: Die ehemaligen Synagogen von Kestrich und Romrod, die Totenhalle in Alsfeld, den schön erhaltenen Friedhof in Angenrod, die Ausstellungsbereiche in den Museen von Alsfeld und Kirtorf.

Die genannten Kulturdenkmäler in Kestrich, Romrod und Kirtorf konnten bereits mit LEADER-Mitteln restauriert und zu Orten der Kultur und zum Gedenken umgestaltet werden. In einem zweiten Schritt ist vorgesehen, noch weitere Relikte in das geplante Museumsprojekt einzubeziehen. Dafür bieten sich an: u.a. Lauterbach, Storndorf, Ulrichstein, Crainfeld, Schotten, Schlitz, Grebenau, Nieder- Ohmen. Der Aufbau einer solchen dezentralen Ausstellung sei ehrenamtlich allein nicht zu bewältigen, betonte der Landrat.

Mit Hilfe der EU-Mittel ist es dem Förderverein jetzt möglich, eine Teilzeitkraft über den Zeitraum von zwei Jahren mit der vielfältigen Aufgabenstellung zu befassen. Folgende Arbeiten sollen bewältig werden: Erstellen von Ausbildungsmaterialien in Kooperation mit den örtlichen Kulturvereinen, Umsetzen eines einheitlichen Erscheinungsbildes der Ausstellungsbereiche, Erstellen von Broschüren, Videos bis hin zum Internetauftritt in Deutsch und Englisch, Kontaktaufnahme mit Schulen, weiteren Bildungsträgern sowie mit Nachfahren jüdischer Vogelsberger.