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Landrat Marx lobt effektive Arbeit der Verkehrsunfall-Kommission

28.07.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: „Sehr gute Koordination

zur Erhöhung der Verkehrssicherheit“

Unfall-Kommission tagte im Landratsamt – Sicherheitspreis

für Verminderung der Gefahren zwischen Willofs und Schlitz

VOGELSBERGKREIS ( ). Weil entlang der Landesstraße 3140 zwischen Willofs und Schlitz beidseitig Schutzplanken aufgestellt wurden, konnten die Unfallzahlen drastisch gesenkt werden. Dieser Beschluss brachte der Unfallkommission des Vogelsbergkreises beim bundesweiten Wettbewerb des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft – gemeinsam veranstaltet mit der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat – den zweiten Platz beim Sicherheitspreis „Die Unfallkommission 2004“ ein. Über diesen Erfolg freut sich Landrat Rudolf Marx, der dieses Gremium für eine „sehr wichtige und effektive Einrichtung“ hält. Die sehr gute Koordination und Zusammenarbeit unterschiedlicher Behörden führe nachweislich zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit.

In der Unfallkommission des Vogelsbergkreises arbeiten die Polizei, das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) einschließlich der angeschlossenen Straßenmeistereien, die Ordnungsämter der Kommunen sowie die Verkehrsbehörde im Amt für Aufsichts- und Ordnungsangelegenheiten in der Kreisverwaltung eng und kontinuierlich zusammen. Leitender Verwaltungsdirektor Siegfried Simon sagte bei der jüngsten Zusammenkunft im Lauterbacher Landratsamt: „Diese Arbeit hat hohe Relevanz – es geht um nichts weniger als um Rettung von Menschenleben.“

Die Kommission analysiert im Detail die Ursachen, warum sich an bestimmten Stellen häufige und schwere Unfälle ereignen. Sollte sich ein bestimmter Bereich zu einem Schwerpunkt – fünf Unfälle des gleichen Typs bzw. zwei Unfälle mit Schwerverletzten – entwickeln, macht die Kommission verbindliche Vorschläge, die von der Aufstellung zusätzlicher Schilder über das Anbringen von Leitplanken, dem Installieren von Ampelanlagen über physikalische Untersuchungen und Veränderungen der Fahrbahnoberfläche bis hin zur völligen baulichen Umgestaltung, zum Beispiel einer neuen Linksabbiegerspur oder auch einem Kreisverkehr, reichen.

Der Kreisverkehr an der BAB 5 nahe der Pfefferhöhe bei Alsfeld habe sich als sehr vernünftig erwiesen. Hier habe zuvor der deutlichste Schwerpunkt von Unfällen im Vogelsbergkreis bestanden, sagte Uwe Kraft, Leiter der Verkehrsbehörde. Als Ergebnis der Arbeit der Unfallkommission seien seit 1998 zwölf Kreisverkehre in Planung gegangen.

Ein Schwerpunkt der jüngsten „Unfallpunkte-Besprechung“ im Lauterbacher Landratsamt war die Häufung von Unfällen auf der Bundesstraße 275 am Abzweig zum Schloss Eisenbach. Herbert Diehl vom ASV erläuterte konkrete Planungen für die Umgestaltung. Zunächst wurden physikalische Messungen und danach Aufrauungen zur Verbesserung der Griffigkeit durchgeführt. Beschlossen wurde nun von der Unfallkommission eine Deckenerneuerung. Langfristig seien hier jedoch Linksabbiegespuren sowohl zum Schloss aus Richtung Herbstein als auch nach Stockhausen aus Richtung Lauterbach erforderlich. Darüber hinaus müsse die Fahrbahn verbreitert und für den einmündenden Verkehr aus Richtung Schloss Eisenbach eine neue Verkehrsführung eingerichtet werden.

Ein weiterer Brennpunkt des Unfallgeschehens im Vogelsbergkreis ist die Bundesstraße 276 zwischen Gedern und Schotten. Besonders Motorradfahrer sind hier häufig Opfer sehr schwerer Unfälle – meist aufgrund erheblich überhöhter Geschwindigkeit. Allein 2004 gab es fünf Schwerverletzte. Die Unfallkommission hat nun beschlossen, die gesamte Strecke auf 80 Stundenkilometer zu reduzieren, teilweise sogar auf 50 km/h. Zusätzlich wird es Überholverbote und Richtungstafeln in den Kurven geben. Große Trägertafeln werden die Verkehrsteilnehmer darauf hinweisen, dass in den vergangenen fünf Jahren fünf Tote und 88 Schwerverletzte zu beklagen sind.

Auch im Kurvenbereich der Bundesstraße 49 zwischen Ruppertenrod und Flensungen werden Richtungstafeln in Form mehrerer Einzelsegmente in den Kurven aufgestellt, um der gefährlichen Verlauf besser kenntlich zu machen. Dort hatte es 2004 vier Schwer- und vier Leichtverletzte gegeben.

Bundesweit arbeiten rund 500 Unfallkommissionen, die die Aufgabe haben, Unfallhäufigkeiten zu erkennen und zu bewerten, die Ursachen vor Ort zu analysieren und Abhilfemaßnahmen zu veranlassen.