Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Landrat Marx: Gemeinsame Verantwortung für arbeitsuchende Menschen - Beirat SGB II in der Kommunalen Vermittlungsagentur tagte erstmals

02.05.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: Gemeinsame Verantwortung

für arbeitsuchende Menschen

Fachbeirat SGB II der Kommunalen Vermittlungsagentur

hat sich im Kreishaus konstituiert

VOGELSBERGKREIS ( ). Eine erste Bilanz der Arbeit der Kommunalen Vermittlungsagentur kurz vor Ablauf des Monats April präsentierte Bereichsleiter Hans-Ulrich Merle auf der ersten Sitzung des Fachbeirats SGB II (Hartz IV): 500 Menschen wurden bereits aktiviert. In dieser Zahl enthalten sind 125 Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt, darunter 11 Vermittlungen in Ausbildung und sechs Existenzgründungen – hier arbeitet die Kreisverwaltung eng mit Vogelsberg Consult zusammen. 83 Qualifizierungsmaßnahmen laufen bereits, 94 weitere sind auf den Weg gebracht. 197 „MAE“ gehören ebenfalls zu den aktivierenden Maßnahmen (MAE bedeutet Mehraufwandsentschädigung, bekannt auch als sogenannte „Ein-Euro-Jobs“. Die Kreisverwaltung ist für etwa 7000 von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen (3500 Bedarfsgemeinschaften) zuständig.

„Der Fachbeirat berät und unterstützt den Kreisausschuss in Fragen der Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und dient der örtlichen Zusammenarbeit. Die Beratung umfasst insbesondere die Konzeption der individuellen Hilfen und der Integrationsmittel.“ So lautet der Paragraf zwei der Geschäftsordnung für den Fachbeirat SGB II, der sich vor wenigen Tagen unter Leitung von Landrat Rudolf Marx im Lauterbacher Kreishaus konstituiert hat.

Landrat Marx betonte vor Vertretern von Wirtschaft, Sozialverbänden, Gewerkschaft und Verwaltung die „gemeinsame Verantwortung“ für arbeitsuchende Menschen und wünschte sich von dem 13-köpfigen Gremium, den Kreis bei seinen Anstrengungen der Integration von Langzeitarbeitslosen zu unterstützen. Marx hob die sehr gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit auf regionaler Ebene besonders hervor.

Dem Fachbeirat, der etwa alle sechs Monate tagen wird, gehören neben dem Landrat als Vorsitzendem an: die Gleichstellungsbeauftragte des Vogelsbergkreises, Sylke Emmermann, Bürgermeister Jürgen Ackermann für die Vereinigung der Bürgermeister, Dieter Schaub für die Kreishandwerkerschaft Vogelsbergkreis, Dr. Martin Pott für die Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände, Hildegard Maaß für den DGB, Bernd Ochsenhirt für die Agentur für Arbeit Gießen, Renate Loth für die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände, Thomas Schaumberg für die Wirtschaftsfördergesellschaft Vogelsberg Consult GmbH, Claus Rauhut für die Kirchliche-Kommunale Beschäftigungsgesellschaft Neue Arbeit Vogelsberg gGmbH, Bodo Kester für die Jugendberufshilfe und Helma Schnell-Kretschmer für den VdK.

Der Leiter des Amtes für Soziale Sicherung, Werner Köhler, der Leiter der Kommunalen Vermittlungsagentur, Bruno Eurich, der Bereichsleiter für die materielle Hilfe, Ulrich Schäfer, und der Bereichsleiter für die aktivierende Hilfe, Hans-Ulrich Merle, stellten dem Gremium die organisatorische, räumliche und personelle Struktur der Kommunalen Vermittlungsagentur vor. Ulrich Schäfer beschrieb das Hauptziel: „Auf den einzelnen Menschen eingehen und seine Stärken herausfinden.“ Eine wichtige Aufgabe in vielen Fällen sei die Vermittlung einer sprachlichen Grundqualifikation. Hier sei die Kompetenz des eigenen Amtes Volkshochschule unverzichtbar, so Hans-Ulrich Merle.

Hans-Ulrich Merle sprach von einer „lernenden Behörde“, die bereits in den vergangenen sieben Jahren wertvolle Erfahrungen bei der Vermittlung von Langzeitarbeislosen (Hilfe zur Arbeit) gemacht habe. Sehr wichtig in Zusammenhang mit den Mehraufwandsentschädigungen (MAE), die landläufig als Integrationsmaßnahme unter „Ein-Euro-Job“ bekannt sind, sei es, keine Konkurrenz zur heimischen Wirtschaft aufkommen zu lassen. MAE müssten immer zusätzlich und gemeinnützig sein.

Merle stellte auch verschiedene, bereits angelaufene Programme vor, die der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt dienten, so zum Beispiel „FridA“, in dem 51 Frauen einen Anstellungsvertrag mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft haben (wir berichteten). Wichtig sind auch die seitherigen Programme VOBI und ProAzubi sowie das EU-geförderte Projekt Tandem (wir berichteten).

Zurzeit sind etwa 350 Widersprüche gegen zum Großteil noch von der Arbeitsagentur erlassene Bescheide im Landratsamt zu bearbeiten. Die meisten Widersprüche hätten mit der festgesetzten höchstzulässigen Miete zu tun, erläuterte Bereichsleiter Ulrich Schäfer. Alle Fachleute in dem Beirat waren sich einig, dass das neue Gesetz (Zweites Sozialgesetzbuch) oft unzulänglich sei und daher in der Praxis für Probleme sorge, die vermeidbar seien. Bis zum 30. Juni werden alle Fälle von Langzeitarbeitslosigkeit, die zuvor noch von der Arbeitsverwaltung behandelt worden waren, in der Kreisverwaltung sein.