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Landrat Marx legt den Grundstein für den Erweiterungsbau der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld

31.03.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Donnerstag, 31. März 2005, 10 Uhr, Schillerstraße, Alsfeld

Grundsteinlegung Erweiterungsbau Mittelstufe Albert-Schweitzer-Schule

REDE LANDRAT RUDOLF MARX

Heute, am Donnerstag dem 31. März 2005, wird der Grundstein zum Erweiterungsbau der Mittelstufe des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gelegt. Ich heiße Sie alle zu diesem wichtigen Ereignis hier in der Alsfelder Schillerstraße willkommen.

Mit dem Erweiterungsbau wird das größte Schulbauprojekt in der Geschichte des Vogelsbergkreises begonnen. Ich danke dem Kreistag für die Bereitstellung der notwendigen Mittel, Herrn Architekt Frielinghaus mit seinem Team und meinen Fachleuten des Hochbauamts für die akribische Planung dieses umfangreichen Projekts.

Meine Damen und Herren,

was wir heute hier in Alsfeld so entschlossen anpacken, beweist die Handlungsfähigkeit und die Gestaltungskraft des Vogelsbergkreises – auch in Zeiten entsetzlich leerer Kassen. Wir sind der Zukunft unserer nachwachsenden Generation verpflichtet. Dies zeigen wir mit dieser Baumaßnahme.

Ich freue mich sehr, dass sie meine persönliche Einladung angenommen haben und wir heute den offiziellen Baubeginn für die Erweiterung der Mittelstufe des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gemeinsam feiern können. Sie alle haben an der Entwicklung dieses sehr wichtigen Schulbauprojektes mitgewirkt. Dafür möchte ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank aussprechen.

Unsere heutige Grundsteinlegung soll der Schulgemeinde und der Öffentlichkeit nachhaltig symbolisieren, wie wichtig es ist, das Schulgebäude auf ein sicheres Fundament zu stellen. Eine Phase der intensiven Vorbereitung erst ermöglicht diesen Tag und die Umsetzung der eigentlichen Baumaßnahme.

Über einen längeren Zeitraum wurden die schulpolitischen Aspekte mit einer Vielzahl anderer Standortvarianten in den unterschiedlichsten Gremien diskutiert. Neben den politischen Rahmenbedingungen stellte die Grundstücksfrage eine weitere wichtige Projektgrundlage dar. Durch den Sonderfall, dass der Inhaber der auf dem angrenzenden Grundstück errichten Firma Grünewald keinen Rechtsnachfolger bei seinem Ableben hatte, wurde das Land Hessen Erbnehmer. Die politisch Verantwortlichen unseres Vogelsbergkreises haben sich dann sehr rasch zum Ankauf dieses Grundstückes entschlossen, und zwar ausschließlich zum Zwecke der Erweiterung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Die Option einer späteren Errichtung auch der Oberstufe des Gymnasiums an diesem Standort war dabei von Bedeutung und wurde auch bei den weiteren Planungsschritten berücksichtigt.

Die darauf stehenden ehemaligen Firmengebäude waren als Schulräume nicht geeignet. Das Freimachen des Baufeldes, so die offizielle Spachregelung der „Bauleute“, bedeutete dann den Abriss dieser Immobilien. Die Kontamination des Bauschuttes wurde vorab durch Gutachten ermittelt. Sämtlicher Bauschutt, auch wenn überwiegend nur gering belastet, wurde aus Gründen eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes nicht wieder auf dem Grundstück eingebaut, sondern entsorgt. Abrissmaßnahmen fördern manchmal auch Überraschungen wieder an die Oberfläche. Sondermüll in Form von Hydraulikölen bzw. belasteten Holzpflasterbodenbelägen wurden vorgefunden und mit erheblichem zusätzlichen finanziellem Aufwand einer geordneten Abfallbeseitigung zugeführt.

In mehreren Schritten wurde das erforderliche Raumprogramm für die Erweiterungsbaumaßnahme durch das Schulverwaltungsamt erarbeitet. Der besonderen Raumsituation im bestehenden Hauptgebäude wurde dabei Rechnung getragen. Neue Anforderungen an den Raumbedarf eines zukunftsorientierten Gymnasiums mit einer pädagogischen Mittagsbetreuung mussten mit hoher Flexibiltät sehr kurzfristig zusätzlich in das Raumprogramm eingearbeitet werden. Nähere Informationen zum Raumprogramm und zu den Gebäudekenndaten werde ich Ihnen beim abschließenden Verlesen des Urkundentextes übermitteln.

Der komplexen Aufgabenstellung folgend, musste nach europäischem Vergaberecht die Architektenleistung europaweit öffentlich ausgeschrieben werden. Es freut mich deshalb besonders, dass nach dieser sehr formalen Vorgehensweise mit dem Büro Prof. Bremmer-Lorenz-Frielinghaus aus Friedberg ein in Mittelhessen ansässiges Architekturbüro als das geeigneteste aus der Vielzahl der Bewerbung hervorging.

Die qualitativen baulichen Ansprüche an unser Erweiterungsgebäude des Schweitzer-Gymnasiums wurden von unserem Hochbauamt erarbeitet. Ökonomie und Ökologie haben dabei den gleichen Stellenwert. Das Besondere an diesem Bau ist, dass er in Passivhausbauweise errichtet werden soll. Dass dies im Schulbau noch nicht allgemeiner Stand der Technik ist, beweist das Engagement der Hessischen Landesregierung, die eine wissenschaftliche Begleitung des Planungsprozesses durch das renommierte Passivhausinstitut von Herrn Dr. Feist, Darmstadt finanziert. Herzlichen Dank dafür.

Die Passivhausbauweise stellt für die politischen Gremien unseres Vogelsbergkreises die Fortführung der seit mehr als 13 Jahren bereits praktizierten Umsetzung der Niedrigenergiebauweise bei den verschiedensten Schul-, Sport- und Verwaltungsgebäuden dar. Ohne Komforteinbußen der Nutzer wollen wir mit einem Minimum an Primärenergieeinsatz zur Beheizung unserer Schulgebäude ein Maximum an Umweltschutz durch Vermeidung von Abgasemissionen erreichen. Konkret bedeutet dies, dass wir an diesem Schulbauprojekt mit nur 1,5 m³ Erdgas ( entspricht 1, 5 Liter Heizöl ) pro m² beheizter Fläche im Jahr auskommen wollen; d.h. dass wir für einen Klassenraum von 60 m² im Jahr nur 90 m³ Gas zur Beheizung aufwenden wollen. Erreichen können wir dieses nur, wenn konsequent die äußere Gebäudehülle gedämmt wird und ein hocheffizientes Lüftungssystem mit einer Wärmerückgewinnung aus der Fortluft von mehr als 80 % erreicht wird. Das komplette Planungsteam aus Architekt, Sonderfachingenieuren und meiner Verwaltung werden dieses hoch gesteckte Ziel erreichen. Davon bin ich überzeugt!

Positiv werden sich ferner die allzeit gute Luft in den Klassenzimmern und die wesentlich geringeren Aufwendungen für den Heizenergiekauf auswirken.

Dem Bauvorhaben wünsche ich einen unfallfreien Verlauf.

Ich möchte nun den Text der Grundsteinlegungsurkunde verlesen.

URKUNDE

Heute, am Donnerstag den 31. März 2005, hat der Landrat des Vogelsbergkreises, Herr Rudolf Marx, den Grundstein zum Erweiterungsbau der Mittelstufe des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gelegt.

Der 3- geschossige Erweiterungsbau wird aus

ökologischen Gründen in Passivhausbauweise errichtet. Er umfasst

insgesamt : 16 Klassen, 2 EDV-Räume, 1 Musikraum, und eine 250 m² große Aula mit abtrennbarem 2. Musikraum für den allgemeinen Unterrichtsbereich.

Zur Ausgestaltung des Investitionsprogrammes

* Zukunft, Bildung und Betreuung *

sind für die pädagogische Mittagsbetreuung im Erdgeschoss neben der Aula

eine Mediothek und für die Schülerspeisung eine Küche und ein Speisesaal vorgesehen.

Mit Pausenhoforientierung ist die neue zentrale Toilettenanlage an der Längsseite der vorhandenen Turnhalle für Mädchen und Jungen geplant.

Der Erweiterungsbau weist folgende Planungskennziffern auf:

Bruttorauminhalt: 13.132,90 m³

Bruttogrundrissfläche: 3.239,12 m²

Hauptnutzfläche: 1.808,84 m²

Als Gesamtkosten sind rd. 6,0 Millionen Euro veranschlagt. Diese

Kosten beinhalten auch die Gestaltung der Außenanlagen.

Durch den Erwerb des direkt angrenzenden ehemaligen Fabrikgeländes der Fa., Grünewald ist die angedachte Zusammenführung der Mittel- und Oberstufe des Gymnasiums an einem Standort für die Zukunft möglich.

Der Erweiterungsbau wurde begonnen im Jahre 2005, als folgende Persönlichkeiten an der Spitze des Staates und der kommunalen Körper-schaften standen:

Bundespräsident: Horst Köhler

Bundeskanzler: Gerhard Schröder

Ministerpräsident des Landes Hessen: Roland Koch

Landrat des Vogelsbergkreises: Rudolf Marx

1.Kreisbeigeordneter des Vogelsbergkreises: Karl-Erich Weber

Kreistagsvorsitzender: Ulrich Künz

Bürgermeister der Stadt Alsfeld: Herbert Diestelmann

Planung und Leitung des Bauvorhabens liegt in den Händen des:

Architekturbüros Prof. Bremmer-Lorenz-Frielinghaus,

Planungsgesellschaft mbH Architekten BDA

Strassheimer Str. 7, 61169 Friedberg.

Wir beginnen den Bau im Vertrauen auf Gottes Segen und danken allen, die uns helfen, dass dieses Vorhaben verwirklicht werden kann. Den Bau-leuten wünschen wir ein gutes Gelingen ihrer Arbeit und Bewahrung vor Unglück und Schaden.

Unsere besonderen Segenswünsche aber gelten denjenigen, die dereinst in dem neuen Bau unterrichten und unterrichtet werden.

Alsfeld, am 31. März 2005

Rudolf Marx, Landrat

Ulrich Künz, Kreistagsvorsitzender

Elisabeth Hillebrand, Schulleiterin

Michael Frielinghaus, Dipl.-Ingenieur Architekt BDA