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EU-Kommissions-Beauftragter lobt Arbeit der LEADER GmbH

07.01.1999 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Lipphardt: Wir begreifen uns

als eine europäische Region

Französischer EU-Beauftragter zu Besuch -

Lob für Geschäftsführer Schaumberg

VOGELSBERGKREIS ( ). „Wir begreifen uns als eine moderne europäische Region, die sich mit der Nähe zum Frankfurter Flughafen dem Großraum Rhein-Main zurechnet.“ Dies sagte Landrat Hans-Ulrich Lipphardt (SPD) im Gespräch mit Jean-Luc Janot, dem Chefredakteur des LEADER-Magazins, einer Dreimonatsschrift, die in elf Sprachen von der Europäischen Kommission herausgegeben wird. Janot ist in der „Europäischen Beobachtungsstelle LEADER“ (AEIDL) verantwortlich für die Recherche in allen 910 LEADER-Fördergebieten. Zu den sechs Gebieten, die es davon in Hessen gibt, zählt auch der Vogelsbergkreis.

Mit Hilfe dieses Programms und durch die Aktivitäten der LEADER-GmbH sind in den vergangenen Jahren im Vogelsberg 20 Millionen Mark an Investitionen angestoßen worden, vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben mit dem Schwerpunkt Dienstleistungen. Weit über 100 moderne, zukunftsfähige Arbeitsplätze seien dadurch entstanden, berichtete LEADER-GmbH-Geschäftsführer Thomas Schaumberg, dem sowohl Jean-Luc Janot als auch Landrat Lipphardt ein deutliches Lob für seine erfolgreiche Arbeit im Bereich Arbeitsmarkt-, Struktur- und Regionalentwicklungspolitik aussprachen.

Jean-Luc Janot hat in den vergangenen Jahren einen Überblick über viele LEADER-Gebiete in ganz Europa erlangen können. Jetzt war er gerade von einem Aufenthalt in Neapel nach Hessen gekommen und schaute sich im Vogelsbergkreis einige von LEADER geförderte bzw. betreute Projekte an, so zum Beispiel das Projekt „Mobiler Schlachthof“ bei der Firma Hartmann in Alsfeld sowie die BioHalle. Sehr interessiert zeigte sich der Gast aus Brüssel auch am vor zwei Jahren erfolgreich beendeten Busfahrerinnen-Projekt (Stichwort Qualifikation plus Angebotsverbesserung), an Beispielen erfolgreicher Existenzgründungen sowie an der regionalen Internet-Plattform, dem Verein Vogelsberg-Online.

Die Beobachtungsstelle AEIDL will mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit - Seminare, Internetpräsenz und Publikationen - die LEADER-Gruppen „animieren“. In der nächsten Ausgabe des LEADER-Magazins will sich der Redakteur mit dem Thema Bildung/Ausbildung/Arbeitsplätze im ländlichen Raum befassen. Wegen der nachweisbaren Erfolge sei der Vogelsbergkreis für diesen Themenkomplex „ein gutes Gebiet“, meinte Jean-Luc Janot. Mit Genugtuung nahmen Landrat Lipphardt und Geschäftsführer Schaumberg zur Kenntnis, dass aus Sicht der LEADER-Beobachtungsstelle der Vogelsbergkreis eine „intensive und nachhaltige Strategie“ verfolge.

Janot gab zu Protokoll, dass er in vielen LEADER-Gebieten Europas Resignation und Ratlosigkeit verspüre. Im Vogelsbergkreis könne „keine Rede davon sein“. Die Vogelsberger seien nach seiner Wahrnehmung „optimistisch, zupackend und keinesfalls fatalistisch“. Landrat Lipphardt bestätigte diese Meinung und nannte die Vogelsberger „selbstbewusst und motiviert“. Geschäftsführer Schaumberg sprach von einem klaren Stimmungswandel. Es gelte, den begonnenen Weg auch in der bevorstehenden Kreisentwicklungsgesellschaft fortzusetzen und offensiv die „Stärken der Region zu stärken“.

Landrat Lipphardt, der auch Vorsitzender des LEADER-Aufsichtrates ist, verwies auf deutliche Erfolge bei Arbeits- und Ausbildungsplätzen, die sowohl auf den Konsens der Akteure als auch auf die „außerordentlich hohe wirtschaftspolitische Kompetenz und den Weitblick des Geschäftsführers Thomas Schaumberg“ zurückzuführen seien. Im Sinne der LEADER-Philosophie würden Potenziale und Talente geweckt und gefördert, Ideen aufgegriffen (Stichwort Erfindersprechtag), Existenzgründungen professionell begleitet, Startkapital zur Verfügung gestellt und Vermarktungswege erforscht. Die Vogelsberger LEADER GmbH sei „weit mehr als eine Geldverteilungsstelle für EU-Fördermittel“. Man wisse in Hessen und in Europa: „Wir meinen das ernst mit der Entwicklung unserer Region. Wir haben eine wegweisende Strategie entwickelt und setzen sie konsequent um“, unterstrich der Landrat.

Mit großem Interesse ließ sich der EU-Beauftragte erläutern, dass der Schwerpunkt der regionalen LEADER-Aktivitäten auf Dienstleistungen für das Handwerk sowie kleinere und mittlere Unternehmen liege. Die Politik der Regionalentwicklung habe im Vogelsbergkreis Mitte der 80er Jahre begonnen. Die innovative Abteilung „Arbeit und Umwelt“ habe bereits „jede Menge gute Ideen“ gehabt, und da hätten die EU-Programme ab Ende der 80er Jahre „genau gepasst“. Europa und das Land Hessen seien für die Vogelsberger verlässliche Partner.