Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Jahresbericht 2004 - Amt für Jugend, Familie und Sport - Hilfen zur Bewahrung der Familien

10.03.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Unsere Aufgabe ist

es, Familien bewahren zu helfen“

Jahresbericht 2004 des Amtes für Jugend, Familie

und Sport – 50 Familien werden betreut

VOGELSBERGKREIS ( ). „Unsere Aufgabe ist es, Familien bewahren zu helfen. Dabei hat sich das Instrument der „vorbeugenden Familienhilfe“, die sogenannte Sozialpädagogische Familienhilfe, weiterhin bestens bewährt.“ Darauf macht Landrat Rudolf Marx im Jahresbericht 2004 des Amtes für Jugend, Familie und Sport aufmerksam. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Kindern und Jugendlichen, deren Erziehung in der Familie nicht ausreichend gewährleistet ist, eine Trennung von der Familie zu ersparen. Die Familien sollen befähigt werden, nach einem bestimmten Zeitraum der Unterstützung, Beratung und Hilfestellung wieder eigenverantwortlich zu leben und zu handeln. 116 Kinder in 50 Familien wurden von haupt- und nebenamtlichen Kräften unterschiedlich intensiv betreut. Darüber hinaus hat die hauptamtliche sozialpädagogische Fachkraft des Jugendamts, die über eine einschlägige Zusatzausbildung verfügt, in 29 Fällen Beratungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen durchgeführt, bei denen es um sexuellen Missbrauch ging.

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

hilft Unterbringung in Heimen zu verhindern

242 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige befanden sich im vergangenen Jahr in Jugendheimen, sonstigen betreuten Wohnformen und Pflegefamilien. Hierin enthalten sind auch die Fälle der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen sowie 72 sogenannte „Pflegekinder“, heißt es im Jahresbericht des Amtes für Jugend, Familie und Sport des Vogelsbergkreises. Rund 20 junge Menschen erhalten intensiv-sozialpädagogische Einzelbetreuung. Durch den Ausbau des zuletzt genannten Angebotes konnte erreicht werden, dass junge Menschen nicht in der kostenintensiveren Heimerziehung, sondern entweder im Familienverband oder in einer eigenen Wohnmöglichkeit betreut und begleitet werden.

Auch Hilfe zur Erziehung in Tagesgruppen

bewahrt den Familienzusammenhang

Hilfe zur Erziehung in Tagesgruppen erhielten im vergangenen Jahr etwa 70 Kinder. Auch dieses Angebot wurde 2004 kontinuierlich ausgebaut, da die Kinder durch diese teilstationäre Maßnahme in ihrem vertrauten Umfeld und vor allen Dingen in der eigenen Familie verbleiben können. Parallel zur Hilfe für die Kinder und Jugendlichen wird durch die Elternarbeit versucht, die Erziehungsfähigkeit der Eltern herzustellen, zu stärken und zu verbessern. Die Akzeptanz dieses Angebotes ist groß, da die Eltern durch die Beantragung einer Hilfe zur Erziehung nicht die Trennung von ihrem Kind riskieren, heißt es im Jahresbericht des Amtes für Jugend, Familie und Sport.

Im Jahr 2004 wurde für 102 seelisch behinderte oder von seelischer Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche Eingliederungshilfe in ambulanter Form gewährt. In Tagespflege befinden sich zur Zeit 24 Kinder. Derzeit sind 545 Fälle in Bearbeitung, in denen Eltern oder Elternteile Anträge auf Übernahme der Kindergarten- oder Hortgebühren gestellt haben. Im Jahr 2004 gingen 334 Neuanträge beim Amt für Jugend, Familie und Sport ein.

Der Allgemeine Soziale Dienst stellt

eine Zunahme strittiger Fälle fest

Der Allgemeine Soziale Dienst des Amtes für Jugend, Familie und Sport hat 2004 rund 140 Berichte in familien- bzw. vormundschaftsgerichtlichen Verfahren erstellt und entsprechend auch Beratung durchgeführt. Insgesamt war der ASD in etwa 200 familiengerichtlichen Verfahren involviert. In zahlreichen strittigen Fällen bzgl. des Sorge- und Besuchsrechtes haben die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Termine vor dem Familiengericht wahrzunehmen, um entsprechende fachliche Hilfestellung für die Entscheidung des Gerichtes zu leisten. In diesem Zusammenhang nimmt die Tendenz zu besonders strittigen Fällen, die einen erheblichen Beratungsaufwand verursachen, weiterhin stetig zu. Zu diesem Aufgabenbereich gehört auch die Organisation und Durchführung des „beschützten Umgangs“. Wenn Eltern in einem Maß zerstritten sind, dass auch das Gericht einen unbegleiteten Umgang zwischen besuchsberechtigtem Elternteil und Kind nicht verantworten kann, werden die Kontakte auch durch den Allgemeinen Sozialen Dienst des Amtes für Jugend, Familie und Sport organisiert und begleitet.

Der Allgemeine Soziale Dienst erstellt nach den Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes halbjährlich Hilfepläne für die einzelnen Hilfeempfänger, um die Ziele der Hilfe und das bisher Erreichte zu dokumentieren. Dies geschieht unter Beteiligung der jungen Menschen, der Sorgeberechtigten sowie der Betreuungskräfte der jeweiligen Einrichtungen. Darüber hinaus ist die Beratung in allgemeinen Fragen der Entwicklung und Erziehung junger Menschen ein wichtiger gesetzlicher Auftrag, dem im vergangenen Jahr vielfach nachgekommen wurde.

Die Jugendgerichtshilfe ist im Jahr 2004 erstmals an über 400 Jugendstrafverfahren beteiligt gewesen.