Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Sylke Emmermann - Gleichstellungsbeauftragte - Eklrärung zum Weltfrauentag am 8. März 2005

07.03.2005 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Problemfelder weiten sich eher aus – Auch

2005 vermindert sich die Themenpalette nicht

Erklärung von Sylke Emmermann zum

internationalen Frauentag am 8. März

VOGELSBERGKREIS ( ). Jahr für Jahr werden Hoffnungen geweckt und der Weg von Gleichberechtigung und Chancengleichheit soll im Laufe von Jahren fortentwickelt und weiterhin verbessert werden. Mancher Meilenstein ist auch im Laufe von über 50 Jahren Kampf um Gleichberechtigung und Chancengleichheit buchstäblich weg geschafft worden. Leider scheinen wir / die Frauen aber letztlich durch schwierigere gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen derzeit eher Rückschritte hinnehmen zu müssen. Dafür sprechen die aktuellen Zahlen des Armutsberichtes in Deutschland, die anhaltenden Rentenkürzungen, die auch in besonders hartem Maße Frauen treffen, dramatische Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit hoher Frauenarbeitslosigkeit und viele weitere herbe Einschnitte in unserem Leben, die Frauen und Kinder besonders hart treffen. Es muss nachdenklich und besorgt stimmen, wenn man mit wachem Blick diese Tendenzen in der gesellschaftlichen Realität wahrnimmt, so die Vogelsberger Gleichstellungsbeauftragte Sylke Emmermann.

Nach wie vor gebe es zwar Bemühungen, eine gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben durchzusetzen und in vielen Bereichen seien diese Bemühungen von Erfolg gekrönt worden in den vergangenen Jahren, diese Erfolge dürften aber nicht über Problematiken die sich aus dem täglichen und tatsächlichen Leben für Frauen ergeben hinweg täuschen. Das Leben für Frauen, das kann Sylke Emmermann aus ihrer täglichen Arbeit auch im Vogelsbergkreis berichten ist härter geworden. Der Konkurrenzkampf um wenig vorhandene Arbeitsplätze, die zunehmend zu beobachtende Verantwortungslosigkeit von Unterhaltspflichtigenden und viele andere Details lassen verstärkte Unzufriedenheit erkennen, die auch durch Fleiß, Mut und Tatkraft nicht abzuändern seien.

Überforderungssignale können in einer Zeit brüchig gewordener Strukturen nahezu von keiner gesellschaftlichen Gruppe aufgefangen werden. Zu diesen „innerdeutschen Problemen“, die den Weltfrauentag in keinem besonders positiven Licht erscheinen lassen kommen noch Probleme, die von außen auf uns „einstürzen“ und denen wir durch, wie Sylke Emmermann aus voller Überzeugung sagt: „ falsche weltpolitische Signale“ nahezu hilflos ausgesetzt seien. Es geht hierbei um einen wachsenden Menschen-/Frauenhandel der zu Recht in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen geraten sei. Selbst im Vogelsbergkreis gebe es hier vereinzelt immer wieder Vorkommnisse, die nicht gerade als Vertrauens erweckend zu bezeichnen seien, wenn es um Eheschließungen von Migrantinnen mit deutschen Männern gehe. Oft gehe es hierbei um „zwielichtige Gestalten“, die die Hilflosigkeit und Armut von Frauen geschickt ausnutzen und ihnen zumindest für kurze Zeit, den Himmel auf Erden versprechen. Immer wieder werden die Frauen also mit falschen Versprechungen in unser Land gelockt und lassen sich dabei auch vom „schönen Schein“ in Deutschland täuschen. Dieser „schöne Schein“ schütze, so Sylke Emmermann nicht vor einer zweifelhaften Karriere in der Prostitution. Mit Weltoffentheit habe das nichts zu tun. Laut Bundeskriminalamt ist der Jahresumsatz von Menschenhändlern in Deutschland auf 50 Millionen Euro zu beziffern. Die Verlierer dieses zweifelhaften Geschäftes sind Frauen. Ein gutes Beispiel von Machtverteilung, wenn man diese Zahl hinterfragt. Hinter dem Gewinn stehen die Männer und die Frauen... Fördergelder für die Ausbildung von Frauen in den Herkunftsländern wären hier sicher sinnvoller und angebrachter für eine aktive, selbstbestimmte Zukunftsgestaltung.

Prositution ist immer ein Verstoß gegen die Menschenwürde und kein Beruf wie jeder andere!

Es ist unerlässlich, am „Weltfrauentag“ übergreifende Probleme anzusprechen und den Blick auf die noch immer gravierenden Nachteile von Frauen in der Welt aber auch hier in Deutschland und im Vogelsbergkreis zu lenken.

Die Gesellschaft müsse sich, so Sylke Emmermann wieder verstärkt um ethisch moralische Werte bemühen, so und davon ist sie überzeugt ließen, sich auch manche Probleme leichter ertragen und bewältigen. Der globale Blick wird überall angemahnt, wann beginnen wir uns aber in unserem eigenen Leben wieder ein bisschen auf Werte zurück zu besinnen? Der Weltfrauentag ein guter Anlass!